Eine Elementarversicherung schützt Ihr Eigenheim und Ihren Hausrat vor Schäden durch Naturereignisse, die weder die Wohngebäude- noch die Hausratversicherung standardmäßig abdecken. Dazu zählen Hochwasser, Starkregen, Überschwemmung, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck, Lawinen und Erdbeben. Seit der verheerenden Ahrtal-Flut im Juli 2021 mit über 180 Todesopfern und Schäden in Milliardenhöhe ist das Thema Elementarversicherungspflicht in Deutschland intensiv diskutiert worden.
Warum ist die Elementarversicherung so wichtig? Die Klimakrise führt zu immer häufigeren Extremwetterereignissen. Starkregen kann überall auftreten, nicht nur in klassischen Überschwemmungsgebieten. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind nur rund 50 Prozent aller Wohngebäude in Deutschland gegen Elementarschäden versichert. Eine einzige Überschwemmung kann Schäden von 50.000 Euro und mehr verursachen, die ohne Versicherung komplett selbst getragen werden müssen.
Was kostet eine Elementarversicherung? Die jährlichen Kosten liegen in risikoarmen Gebieten (ZUERS-Zone 1) bei etwa 50 bis 200 Euro pro Jahr. In Risikogebieten (Zone 3 und 4) steigen die Prämien auf 300 bis über 1.000 Euro jährlich. Die Einstufung erfolgt nach dem Zonierungssystem ZUERS Geo, das jede Adresse in Deutschland einer von vier Gefährdungsklassen zuordnet. Etwa 92 Prozent aller Adressen liegen in der günstigsten Zone 1.
Wann ist eine Elementarversicherung besonders sinnvoll? Eigentümer sollten grundsätzlich eine Elementarversicherung abschließen. Besonders dringend ist der Schutz bei Immobilien in Flussnähe, in Hanglagen, in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel oder in Regionen mit bekannter Starkregengefährdung. Auch Kellergeschosse mit Wohnräumen oder teurer Ausstattung erhöhen das Risiko erheblich.
Praxistipp: Prüfen Sie Ihre bestehende Wohngebäude- und Hausratversicherung auf Elementarschutz. Viele Policen bieten die Möglichkeit, Elementarschäden als Zusatzbaustein einzuschließen. Achten Sie dabei auf die Selbstbeteiligung und eventuelle Wartezeiten von meist ein bis drei Monaten nach Vertragsabschluss. Dokumentieren Sie den Zustand Ihres Gebäudes mit Fotos, um im Schadensfall die Regulierung zu beschleunigen.