Mit dem Betreuungskosten-Rechner sehen Sie, was Krippe, Kita, Hort oder Kindertagespflege nach Steuern tatsächlich kosten. Den Beitrag tragen Sie selbst ein – er steht im Bescheid Ihrer Kommune oder Ihres Trägers. Der Rechner zieht einen steuerfreien Arbeitgeberzuschuss ab, wendet den Sonderausgabenabzug an und rechnet die Steuerersparnis mit dem Einkommensteuertarif aus.
So wird gerechnet
Aus dem eingetragenen Beitrag werden die Jahreskosten je Kind. Ein steuerfreier Arbeitgeberzuschuss wird abgezogen, weil nur abziehbar ist, was die Eltern selbst tragen. Davon sind 80 Prozent als Sonderausgaben abziehbar, höchstens 4.800 € je Kind. Die Steuerersparnis ist der Unterschied zwischen der Einkommensteuer auf das eingetragene zu versteuernde Einkommen und der Steuer nach dem Abzug. Beispiel: Ein Kind, 350 € im Monat, 60.000 € zvE, Einzelveranlagung – abziehbar sind 3.360 €, die Steuer sinkt um 1.277 €, und die Betreuung kostet nach Steuern 2.923 € im Jahr.
Sonderausgabenabzug nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG, Arbeitgeberzuschuss nach § 3 Nr. 33 EStG, Einkommensteuer nach § 32a EStG (Tarif 2026), bei Zusammenveranlagung im Splittingverfahren. Ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Die Höhe der Elternbeiträge kennt der Rechner nicht: Sie setzen Länder, Kommunen und Träger selbst fest.
Hintergrund
Der Kita-Zuschuss wirkt am stärksten bei teuren Kitas
Ein steuerfreier Kita-Zuschuss des Arbeitgebers von 100 € im Monat ist nicht immer 1.200 € im Jahr wert. Bei einem Beitrag von 300 € bleiben davon 881 € übrig, bei 800 € die vollen 1.200 €. Der Grund ist der Höchstbetrag beim Sonderausgabenabzug: Ab 500 € Beitrag im Monat bringt jeder weitere Euro keine Steuerersparnis mehr – und genau diese Euro übernimmt der Zuschuss zuerst. Schlechter als dieselbe Summe als Gehaltserhöhung ist er in keinem der durchgerechneten Fälle.
Grundlage: § 10 EStG – Sonderausgaben · § 3 EStG – Steuerfreie Einnahmen und 4 weitere · alle Quellen
Zwei Regeln, die ineinandergreifen
Für Kinderbetreuung gibt es im Einkommensteuergesetz zwei Vergünstigungen, und sie stehen an verschiedenen Stellen. § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 1 EStG macht 80 Prozent der Betreuungskosten zu Sonderausgaben, höchstens 4.800 € je Kind, solange das Kind das 14. Lebensjahr nicht vollendet hat. § 3 Nr. 33 EStG stellt Leistungen des Arbeitgebers zur Unterbringung und Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden – ohne Höchstbetrag.
Beide zusammen gibt es nicht doppelt. Absetzen kann man nur, was man selbst getragen hat; was der Arbeitgeber steuerfrei übernimmt, fällt aus den abziehbaren Kosten heraus. Der Rechner oben auf dieser Seite zieht den Zuschuss deshalb zuerst ab und wendet den Abzug auf den Rest an. Aus diesem Zusammenspiel ergibt sich eine Rechnung, die in kaum einer Darstellung steht: Wie viel ein Euro Zuschuss wirklich wert ist, hängt davon ab, wie teuer die Betreuung ist.
Was ein Euro Kita-Beitrag zurückbringt
Zuerst die Gegenrichtung: Was bekommt man von einem selbst bezahlten Euro über die Steuer zurück? Nicht den Grenzsteuersatz, sondern 80 Prozent davon, weil nur dieser Anteil abziehbar ist. Die Tabelle misst es zwischen 3.000 € und 4.000 € Jahreskosten für ein Kind, also unterhalb des Höchstbetrags, nach dem Tarif 2026 und ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
| zu versteuerndes Einkommen | Grenzsteuersatz | Rückfluss je Euro, einzeln | Rückfluss je Euro, Splitting |
|---|---|---|---|
| 20.000 € | 24,5 % | 18,3 Cent | 0,0 Cent |
| 35.000 € | 29,8 % | 23,1 Cent | 16,8 Cent |
| 50.000 € | 35,0 % | 27,3 Cent | 20,8 Cent |
| 80.000 € | 42,0 % | 33,6 Cent | 25,0 Cent |
| 100.000 € | 42,0 % | 33,6 Cent | 27,8 Cent |
| 150.000 € | 42,0 % | 33,6 Cent | 33,6 Cent |
Bei Einzelveranlagung kommen in der Tabelle höchstens 33,6 Cent je Euro zurück, im unteren Einkommensbereich 18,3 Cent. Die Betreuung wird durch den Abzug billiger, aber sie bleibt zum größten Teil eine Ausgabe aus versteuertem Geld.
Die rechte Spalte gilt für Ehepaare, die zusammen veranlagt werden, bei demselben gemeinsamen Einkommen. Weil das Splittingverfahren das Einkommen halbiert, liegt der Grenzsteuersatz niedriger – und damit auch der Wert des Abzugs. Erst wenn auch die Hälfte des Einkommens in der 42-Prozent-Zone liegt, wie in der letzten Zeile, sind beide Spalten gleich. Ein Paar mit 50.000 € gemeinsamem zu versteuerndem Einkommen bekommt je Euro 20,8 Cent zurück, eine Einzelperson mit demselben Einkommen 27,3 Cent. Bei 20.000 € liegt jede Hälfte unter dem Grundfreibetrag; das Paar zahlt keine Einkommensteuer, und der Abzug bringt ihm nichts. Der Höchstbetrag verdoppelt sich für das Paar nicht: Das Gesetz nennt ihn je Kind.
Ab 500 € im Monat ist jeder weitere Euro steuerlich tot
Der Höchstbetrag von 4.800 € ist bei 6.000 € eigenen Kosten im Jahr erreicht – bei zwölf Monatsbeiträgen also bei 500 € im Monat. Was darüber liegt, ändert an der Steuer nichts mehr. Wer 800 € im Monat für einen Krippenplatz oder eine Tagesmutter zahlt, trägt 3.600 € im Jahr vollständig aus versteuertem Einkommen.
Auch ein Umweg über die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen ist versperrt. § 35a Abs. 5 Satz 1 EStG schließt sie für Aufwendungen aus, die „dem Grunde nach" unter § 10 Abs. 1 Nr. 5 fallen. Das trifft auch den Teil, der wegen der 80-Prozent-Quote oder des Höchstbetrags gar nicht abgezogen wird: Er gehört dem Grunde nach dazu, und damit bleibt er ohne jede Wirkung.
Die Grenze gilt je Kind, nicht je Familie. Zwei Kinder zu je 400 € im Monat kosten 9.600 € im Jahr, deutlich mehr als 6.000 € – trotzdem ist kein Euro davon tot. Abziehbar sind die vollen 80 Prozent, 7.680 €, weil jedes Kind seinen eigenen Höchstbetrag hat. Maßgeblich ist der Beitrag für das einzelne Kind, und ein Geschwisterrabatt kann ihn unter die Grenze drücken.
Der Zuschuss nimmt zuerst die toten Euro
Hier greifen die beiden Regeln ineinander. Der Zuschuss mindert die eigenen Kosten, und wenn diese über 6.000 € liegen, mindert er zunächst genau den Teil, der steuerlich ohnehin nichts bringt. Der Sonderausgabenabzug bleibt dann vollständig erhalten, und der Zuschuss kommt Euro für Euro bei der Familie an. Erst wenn die eigenen Kosten unter die Grenze sinken, kostet jeder weitere Zuschuss-Euro einen Teil des Abzugs.
Die Tabelle rechnet das für eine Musterperson durch: 5.000 € Monatsbrutto, Steuerklasse I, ein Kind, gesetzlich versichert, keine Kirchensteuer. Ihr zu versteuerndes Einkommen setzt der Artikel vereinfachend mit dem Jahresbetrag aus dem Lohnsteuerabzug an, das sind 47.004 €. Der Arbeitgeber zahlt 100 € im Monat, also 1.200 € im Jahr.
| Beitrag im Monat | nach Steuern ohne Zuschuss | nach Steuern mit Zuschuss | Zuschuss wirkt mit | davon auf tote Euro |
|---|---|---|---|---|
| 300 € | 2.633 € | 1.752 € | 881 € | 0 € |
| 450 € | 3.960 € | 3.075 € | 885 € | 0 € |
| 500 € | 4.404 € | 3.517 € | 887 € | 0 € |
| 550 € | 5.004 € | 3.960 € | 1.044 € | 600 € |
| 600 € | 5.604 € | 4.404 € | 1.200 € | 1.200 € |
| 800 € | 8.004 € | 6.804 € | 1.200 € | 1.200 € |
Bis 500 € im Monat liegt der Beitrag nicht über der Grenze, und von jedem Euro Zuschuss kommen nur 73,4 bis 73,9 Cent an – der Rest geht als verlorene Steuerersparnis wieder weg. Ab 600 € liegen die eigenen Kosten auch nach dem Zuschuss noch bei mindestens 6.000 €, und der Zuschuss wirkt voll. Die Zeile mit 550 € ist der Mischfall: Von den 1.200 € treffen 600 € tote Euro und wirken voll, der Rest wirkt gemindert – zusammen 1.044 €.
Daraus folgt eine einfache Faustregel für die Verhandlung mit dem Arbeitgeber: Ein Zuschuss bis zur Höhe von „Jahresbeitrag minus 6.000 €" kommt ungeschmälert an. Jeder Euro darüber ist immer noch steuerfrei, aber er nimmt einen Teil des Sonderausgabenabzugs mit.
Zuschuss oder Gehaltserhöhung
Die naheliegende Alternative ist, dieselben 100 € im Monat als Gehaltserhöhung zu nehmen. Das ist in jeder Zeile der Tabelle schlechter. Eine Erhöhung um 1.200 € brutto im Jahr kostet die Musterperson 254 € Sozialabgaben und 321 € Einkommensteuer; übrig bleiben 625 €. Der steuerfreie Zuschuss ist dagegen auch nach § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 SvEV kein Arbeitsentgelt, auf ihn fallen also keine Beiträge an.
Selbst im ungünstigsten Fall, bei einer günstigen Kita, ist der Zuschuss mit 881 € rund 1,4-mal so viel wert wie die Erhöhung. Bei einer teuren Kita ist es das 1,9-Fache. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Ein Zuschuss ist kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt, auf ihn werden also auch keine Rentenbeiträge gezahlt, und er erhöht die spätere Rente nicht. Und er muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn gezahlt werden – ein Tausch gegen einen Teil des bestehenden Gehalts erfüllt die Voraussetzung des § 3 Nr. 33 EStG nicht. Wie sich eine echte Gehaltserhöhung netto auswirkt, zeigt der Gehaltserhöhung-Rechner.
Mit der Schulpflicht endet der Zuschuss, nicht der Abzug
Die beiden Regeln haben verschiedene Altersgrenzen. § 3 Nr. 33 EStG gilt nur für nicht schulpflichtige Kinder; danach ist ein Zuschuss des Arbeitgebers, etwa für den Hort, gewöhnlicher Arbeitslohn. Der Sonderausgabenabzug läuft dagegen bis zum 14. Geburtstag weiter. Sobald das Kind schulpflichtig ist, fällt der Vorteil aus dem vorigen Abschnitt also weg: Ein weiter gezahlter Zuschuss wird versteuert und verbeitragt wie eine Gehaltserhöhung. Im Rechner oben gehört er dann nicht mehr in das Zuschussfeld, das nur für nicht schulpflichtige Kinder gedacht ist.
Nicht begünstigt ist nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 Satz 2 EStG, was über Betreuung hinausgeht: Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten, Sport und andere Freizeitbetätigungen. Nach Satz 4 zählt außerdem nur, was mit Rechnung und Zahlung auf das Konto des Leistungserbringers belegt ist.
Was diese Rechnung nicht abbildet
Der Rechner und die Zahlen hier setzen das zu versteuernde Einkommen voraus, bevor die Betreuungskosten abgezogen sind. Wer die Zahl aus dem letzten Steuerbescheid nimmt und dort schon Kinderbetreuungskosten geltend gemacht hat, muss den damals abgezogenen Betrag wieder hinzurechnen, sonst rechnet der Rechner den Abzug zweimal.
Außerdem steckt im zu versteuernden Einkommen meist schon der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € nach § 10c EStG. Er wird nur abgezogen, wenn keine höheren Sonderausgaben dieser Gruppe nachgewiesen werden – und Kinderbetreuungskosten gehören zu dieser Gruppe. Der Kita-Abzug ersetzt die Pauschale also, statt zu ihr hinzuzukommen. Bei der Musterperson und 5.400 € Jahreskosten macht das 12 € weniger Steuerersparnis aus, als die reine Tarifdifferenz ergibt. Wer ohnehin Kirchensteuer oder Spenden von mehr als 36 € absetzt, ist davon nicht betroffen.
Nicht berücksichtigt sind die Kirchensteuer und – bei hohen Einkommen – der Solidaritätszuschlag, die den Wert des Abzugs etwas erhöhen, sowie das Essensgeld, das keine Betreuung ist und auf der Rechnung getrennt stehen sollte. Die Sozialabgaben der Musterperson beruhen auf dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag der Krankenkassen; Mitglieder einer Kasse mit höherem Zusatzbeitrag verlieren bei einer Gehaltserhöhung etwas mehr. Das Nettogehalt insgesamt rechnet der Brutto-Netto-Rechner aus, und ob sich für ein Paar ein Steuerklassenwechsel lohnt, ist eine eigene Frage – an der Jahressteuer und damit am Wert des Kita-Abzugs ändert er nichts.