Mit dem Rentenpunkte-Rechner berechnen Sie Ihre Entgeltpunkte für die gesetzliche Rente. Erfahren Sie, wie viele Punkte Ihr Gehalt pro Jahr ergibt und was das für Ihre spätere Rente bedeutet.
So wird gerechnet
Entgeltpunkte werden nach § 70 Abs. 1 SGB VI berechnet: beitragspflichtiges Jahresentgelt geteilt durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten (51.944 €). Weil Beiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € erhoben werden, sind höchstens 1,9521 Punkte im Jahr möglich. Auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten ergeben Punkte.
Ein Punkt = 51.944 € Jahresverdienst.
Hintergrund
Zwei Rentenpunkte in einem Jahr sind seit 2023 unerreichbar
Ein Entgeltpunkt kostet 51.944 € Bruttoentgelt. Zwei Punkte kosteten danach 103.888 € – Beiträge werden aber nur bis 101.400 € erhoben. Die Obergrenze liegt deshalb bei 1,9521 Punkten im Jahr, und die fehlenden 0,0479 Punkte sind mit keinem Gehalt zu bekommen. Bis 2022 war das anders.
Grundlage: § 70 SGB VI – Entgeltpunkte für Beitragszeiten · § 157 SGB VI – Beitragspflichtige Einnahmen bis zur Beitragsbemessungsgrenze und 8 weitere · alle Quellen
Die Obergrenze ist eine Division, keine politische Zahl
§ 70 Abs. 1 Satz 1 SGB VI ist eine einzige Rechenanweisung: Entgeltpunkte entstehen, indem die Beitragsbemessungsgrundlage durch das Durchschnittsentgelt desselben Kalenderjahres geteilt wird. Für 2026 beträgt dieses Durchschnittsentgelt 51.944 €. Wer genau so viel verdient, bekommt genau einen Punkt.
Entscheidend ist das erste Wort im Zähler. Geteilt wird nicht das Bruttoentgelt, sondern die Beitragsbemessungsgrundlage – also das Entgelt nur insoweit, als daraus überhaupt Beiträge erhoben werden. Und das ist nach § 157 SGB VI nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Fall, 2026 bis 101.400 € im Jahr. Damit steht die Obergrenze fest, ohne dass sie irgendwo im Gesetz als Zahl stünde:
101.400 € geteilt durch 51.944 € ergibt 1,9521 Entgeltpunkte – auf vier Dezimalstellen, wie § 121 Abs. 1 SGB VI es vorschreibt. Für zwei volle Punkte wären 103.888 € nötig. Die Differenz von 2.488 € liegt jenseits der Grenze und ist beitragsfrei. Die fehlenden 0,0479 Punkte entsprechen beim aktuellen Rentenwert von 42,52 € einer Monatsrente von 2,04 € – rechnerisch klein, aber eben nicht käuflich.
Der Rechner oben zeigt das direkt. Ein Jahresbrutto von 101.400 € ergibt 1,9521 Punkte und daraus 83,00 € Monatsrente. Ein Jahresbrutto von 150.000 € ergibt exakt dieselben 1,9521 Punkte und exakt dieselben 83,00 €. Die 48.600 € dazwischen sind rentenrechtlich nicht vorhanden – sie erzeugen weder einen Beitrag noch einen Anspruch.
Bis 2022 war der zweite Punkt noch zu erreichen
Weil beide Zahlen jedes Jahr neu festgesetzt werden, ist die Obergrenze keine Konstante. Die Beitragsbemessungsgrenzen stehen in Anlage 2 SGB VI, die Durchschnittsentgelte in Anlage 1. Beide Reihen nebeneinandergelegt ergeben den Höchstwert an Entgeltpunkten, den ein Kalenderjahr überhaupt hergeben kann:
| Jahr | Bemessungsgrenze | Durchschnittsentgelt | Höchstpunkte |
|---|---|---|---|
| 2015 | 72.600 € | 35.363 € | 2,0530 |
| 2016 | 74.400 € | 36.187 € | 2,0560 |
| 2017 | 76.200 € | 37.077 € | 2,0552 |
| 2018 | 78.000 € | 38.212 € | 2,0412 |
| 2019 | 80.400 € | 39.301 € | 2,0457 |
| 2020 | 82.800 € | 39.167 € | 2,1140 |
| 2021 | 85.200 € | 40.463 € | 2,1056 |
| 2022 | 84.600 € | 42.053 € | 2,0117 |
| 2023 | 87.600 € | 44.732 € | 1,9583 |
| 2024 | 90.600 € | 47.085 € | 1,9242 |
| 2025 * | 96.600 € | 50.493 € | 1,9131 |
| 2026 * | 101.400 € | 51.944 € | 1,9521 |
* Für 2025 und 2026 weist Anlage 1 SGB VI bislang nur ein vorläufiges Durchschnittsentgelt aus. Die Höchstpunkte dieser beiden Zeilen können sich deshalb noch verschieben. Alle früheren Werte sind endgültig.
Von 2015 bis 2022 lag der Höchstwert in jedem einzelnen Jahr über zwei Punkten; in 2022 waren es 2,0117. Ein Spitzenverdiener konnte also zwei volle Jahresdurchschnitte in einem Kalenderjahr verbeitragen. Seit 2023 geht das nicht mehr: Der Wert fiel auf 1,9583 und ist seither unter zwei geblieben.
Die Ursache lässt sich benennen, und zwar genau. In 2023 stieg die Beitragsbemessungsgrenze gegenüber dem Vorjahr um 3,5 %, das Durchschnittsentgelt im selben Zeitraum um 6,4 % – beides gemessen am jeweiligen Vorjahreswert. Der Nenner wuchs also schneller als der Zähler, und ein Bruch, dessen Nenner schneller wächst, wird kleiner. Mehr steckt nicht dahinter.
Dass der Nenner schneller wachsen kann, liegt an zwei unterschiedlichen Fortschreibungen. § 159 Satz 1 SGB VI koppelt die Beitragsbemessungsgrenze an das Verhältnis der Bruttolöhne des vergangenen zum vorvergangenen Kalenderjahr – also an eine einfache, zwei Jahre alte Lohnveränderung. § 69 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB VI schreibt das Durchschnittsentgelt dagegen mit dem Doppelten dieser Veränderung fort, weil es zwei Jahre in die Zukunft reichen muss. In einer Phase kräftig steigender Löhne zieht der Nenner der Rentenformel deshalb schneller an als die Grenze darüber.
Umgekehrt geht es genauso. 2026 stieg die Bemessungsgrenze um 5,0 %, das Durchschnittsentgelt nur um 2,9 % – und der Höchstwert kletterte von 1,9131 wieder auf 1,9521. Zwei Punkte sind damit trotzdem nicht erreicht.
Was ein Entgeltpunkt kostet – und was er oberhalb der Grenze kostet
Weil ein Punkt exakt einem Jahresverdienst in Höhe des Durchschnittsentgelts entspricht, lässt sich sein Preis beziffern. Der Beitragssatz der allgemeinen Rentenversicherung beträgt 18,6 % und wird nach § 168 Abs. 1 Nr. 1 SGB VI je zur Hälfte von Beschäftigtem und Arbeitgeber getragen. Auf 51.944 € Bruttoentgelt sind das 9.661,58 € Beitrag im Jahr, davon 4.830,79 € aus dem eigenen Lohn.
Gegengerechnet steht ein Punkt für 42,52 € Rente im Monat. Der gesamte Jahresbeitrag ist damit nach 18,9 Jahren Rentenbezug rechnerisch zurückgeflossen, der eigene Anteil allein nach 9,5 Jahren.
Beide Zahlen sind Werte desselben Jahres: heutiger Beitrag gegen heutigen Rentenwert. Sie beschreiben ein Verhältnis in heutiger Kaufkraft, keine Prognose – Durchschnittsentgelt und Rentenwert steigen beide weiter. Zinsen, Steuern und die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge aus der Rente sind nicht berücksichtigt, ebenso wenig Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsansprüche, die aus denselben Beiträgen mitfinanziert werden.
Oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze kippt diese Rechnung vollständig. Dort kostet ein zusätzlicher Punkt nicht mehr 9.661,58 €, sondern ist um keinen Preis zu haben. Das ist keine Härte, sondern die Kehrseite derselben Norm: Wo kein Beitrag erhoben wird, entsteht auch kein Anspruch. Die 48.600 € Gehaltsunterschied zwischen den beiden Beispielen oben lösen weder einen Rentenversicherungsbeitrag noch einen Entgeltpunkt aus.
Die 1,9521 sind selbst noch vorläufig
Der Rechner arbeitet mit dem vorläufigen Durchschnittsentgelt, und das ist rechtlich korrekt: § 70 Abs. 1 Satz 2 SGB VI ordnet für das Jahr des Rentenbeginns und das Jahr davor genau diesen vorläufigen Wert an. Für alle anderen Jahre gilt der endgültige Wert der Anlage 1 – und der wird erst zwei Jahre später festgesetzt.
Wie groß der Unterschied ausfallen kann, zeigt das Jahr 2024. § 3 SVBezGrV 2024 hatte das Durchschnittsentgelt vorläufig auf 45.358 € bestimmt. Endgültig festgesetzt wurde es zwei Jahre später auf 47.085 € – 3,8 % mehr, gemessen am vorläufigen Ausgangswert. Weil das Durchschnittsentgelt im Nenner steht, fielen die Entgeltpunkte für 2024 entsprechend um 3,7 % niedriger aus als zunächst gerechnet.
Konkret: Wer 2024 genau 45.358 € verdiente, stand nach dem vorläufigen Wert bei 1,0000 Punkten und steht endgültig bei 0,9633. Das sind 1,56 € Monatsrente weniger, dauerhaft, aus einem einzigen Beitragsjahr.
Der Grund ist wieder die Zweijahreslücke. Die Fortschreibung nach § 69 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 SGB VI setzte auf dem Durchschnittsentgelt 42.053 € des Jahres 2022 auf und rechnete mit dem Faktor 1,0786. Eingetreten ist bis 2024 der Faktor 1,1197. Die Löhne stiegen also stärker als die Prognose, und die vorläufige Zahl lag zu niedrig. Für 2026 steht dieselbe Korrektur noch aus: Wer heute arbeitet und erst in Jahrzehnten in Rente geht, bekommt seine 2026er Punkte später mit dem endgültigen Wert neu berechnet.
Was die Grenze nicht deckelt
Die 1,9521 Punkte sind die Obergrenze für Entgeltpunkte aus Arbeitsentgelt in der allgemeinen Rentenversicherung. Drei Dinge liegen außerhalb dieser Rechnung.
Kindererziehungszeiten. Sie bringen nach § 70 Abs. 2 Satz 1 SGB VI 0,0833 Entgeltpunkte je Kalendermonat und kommen grundsätzlich zu den Punkten aus Beiträgen hinzu. Unbegrenzt ist das aber nicht: § 70 Abs. 2 Satz 2 SGB VI lässt die Erhöhung nur zu, soweit die Summe die Höchstwerte der Anlage 2b SGB VI nicht übersteigt. Wer ohnehin an der Beitragsbemessungsgrenze verdient, addiert also nicht einfach einen weiteren Punkt dazu.
Die knappschaftliche Rentenversicherung. Für sie gilt nach § 4 Abs. 1 Nr. 2 SVBezGrV 2026 eine eigene, höhere Beitragsbemessungsgrenze von 124.800 € im Jahr. Dieselbe Division ergibt dort 2,4026 Punkte. Der Rechner oben bildet die allgemeine Rentenversicherung ab.
Der Weg von den Punkten zur Rente. Die ausgewiesene Monatsrente unterstellt den Rentenartfaktor 1,0 der Altersrenten (§ 67 Nr. 1 SGB VI) und einen Zugangsfaktor von 1,0, also Rentenbeginn genau mit der Regelaltersgrenze. Wer früher beginnt, hat nach § 77 Abs. 2 SGB VI dieselben Punkte, aber eine niedrigere Rente. Abgezogen sind außerdem weder Steuern noch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner.
Was bleibt, ist ein ungewöhnlich harter Befund für ein System, das sonst von Näherungen lebt: Die Zahl der Entgeltpunkte eines Beitragsjahres hat eine exakte, berechenbare Decke, sie liegt seit 2023 unter zwei, und sie bewegt sich nicht nach dem Einkommen, sondern nach dem Abstand zwischen zwei Rechengrößen, die niemand einzeln gestaltet.