Familie & Soziales

Mit dem Elterngeld-Rechner berechnen Sie Basiselterngeld und Elterngeld Plus nach dem BEEG. Der Rechner ermittelt das maßgebliche Erwerbseinkommen nach den §§ 2c bis 2f BEEG aus Ihrem Bruttoentgelt und wendet die gestaffelte Ersatzrate des § 2 Abs. 2 BEEG an.

Basiselterngeld monatlich
— €

So wird gerechnet

Basiselterngeld: gestaffelte Ersatzrate von 65 % bis 100 % des Erwerbseinkommens, begrenzt auf 300 Euro bis 1.800 Euro im Monat (§ 2 BEEG). Elterngeld Plus beträgt höchstens die Hälfte, wird aber doppelt so lange gezahlt (§ 4a Abs. 2 BEEG).

§§ 2, 2a BEEG – Ersatzrate 65 % bis 100 %; Abzüge für Steuern nach § 2e BEEG, Soli und Kirchensteuer mit Kinderfreibeträgen nach § 2e Abs. 4 und 5

Hintergrund

Warum die 67 Prozent für die meisten 43 sind

Zwei Sätze kennt jeder, der ein Kind erwartet: Elterngeld sind 67 Prozent, und ElterngeldPlus ist die Hälfte davon. Der erste stimmt für die wenigsten, der zweite stimmt nur, solange man nicht arbeitet – und wer sich darauf verlässt, verschenkt im gerechneten Fall 6.996 €.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: § 2 BEEG – Höhe des Elterngeldes, Ersatzrate, Unterschiedsbetrag · § 2a BEEG – Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag und 5 weitere · alle Quellen

Was tatsächlich ankommt

§ 2 Abs. 1 Satz 1 BEEG nennt 67 % – das ist die Zahl, die hängen bleibt. Sie bezieht sich aber weder auf das Bruttogehalt noch auf das Netto vom Kontoauszug, sondern auf eine eigens definierte Größe, und sie gilt nur in einem schmalen Fenster. Was am Ende ankommt, sieht so aus.

Basiselterngeld je Bruttoeinkommen
Brutto je Monat Einkommen nach BEEG Ersatzrate Basiselterngeld vom Brutto
1.200 € 845,50 € 74,7 % 631,59 € 53 %
1.500 € 1.072,58 € 67,0 % 718,63 € 48 %
2.000 € 1.386,42 € 65,0 % 901,17 € 45 %
2.500 € 1.681,33 € 65,0 % 1.092,87 € 44 %
3.000 € 1.969,50 € 65,0 % 1.280,18 € 43 %
3.500 € 2.250,92 € 65,0 % 1.463,10 € 42 %
4.000 € 2.525,67 € 65,0 % 1.641,68 € 41 %
4.500 € 2.793,67 € 65,0 % 1.800,00 € 40 %
5.000 € 3.054,92 € 65,0 % 1.800,00 € 36 %

Steuerklasse IV, ohne Kirchensteuer, ohne Geschwisterbonus, ohne Einkommen im Bezugszeitraum. Rechtsstand 2026-01-01.

In der Spalte „Ersatzrate“ steht in fast jeder Zeile 65 %, nicht 67 %. Und die letzte Spalte, die den Betrag am Bruttogehalt misst, bewegt sich zwischen 36 % und 53 %. Bei 3.000 € Monatsbrutto bleiben 43 % des Bruttos übrig – die Regelersatzrate liegt um 24 Prozentpunkte darüber.

Warum aus 67 Prozent 65 werden

§ 2 Abs. 2 BEEG staffelt die Rate in beide Richtungen. Liegt das Einkommen unter 1.000 €, steigt sie um 0,1 Prozentpunkte je 2 €, um die der Betrag unterschritten wird – bis auf 100 %. Liegt es über 1.200 €, sinkt sie in denselben Schritten, bis der Boden von 65 % erreicht ist.

Der volle Satz gilt also exakt zwischen 1.000 € und 1.200 € Einkommen – und weil dieses Einkommen nicht das Brutto ist, liegt das Fenster in Bruttogehalt umgerechnet zwischen rund 1.396 € und 1.697 € im Monat. Ab etwa 1.761 € Brutto ist die Rate auf 65 % gefallen und bleibt dort. Für alle, die Vollzeit arbeiten, ist die Regelersatzrate damit praktisch ohne Bedeutung.

Das „Einkommen“ ist nicht das Netto

Die zweite Spalte der Tabelle trägt die Bezeichnung „Einkommen nach BEEG“, weil sie mit dem Netto der Gehaltsabrechnung nur entfernt verwandt ist. Nach §§ 2c bis 2f BEEG wird sie eigens gebildet: Von den Einnahmen geht ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags ab, dann die Steuern und dann Sozialabgaben – aber nicht die tatsächlich gezahlten.

§ 2f Abs. 1 Satz 2 BEEG rechnet mit runden Pauschalen: 9 % für Kranken- und Pflegeversicherung, 10 % für die Rentenversicherung und 2 % für die Arbeitsförderung. Das sind keine echten Beitragssätze, und weil das Gesetz andere Maßgaben ausdrücklich ausschließt, wirkt hier auch keine Beitragsbemessungsgrenze. Wer ein sehr hohes Einkommen hat, bekommt deshalb einen rechnerisch niedrigeren Wert angesetzt, als seine tatsächlichen Abgaben rechtfertigen würden – für den Höchstbetrag spielt das allerdings keine Rolle mehr.

Nach oben ist ohnehin früh Schluss: Der Höchstbetrag des § 2 Abs. 1 Satz 2 BEEG von 1.800 € ist bei rund 4.454 € Brutto erreicht. Jeder Euro darüber erhöht das Elterngeld nicht mehr. Nach unten sichert § 2 Abs. 4 Satz 1 einen Mindestbetrag von 300 € – auch für Eltern, die vor der Geburt gar kein Einkommen hatten.

Der teure Irrtum: ElterngeldPlus ist nicht die Hälfte

§ 4a Abs. 2 Satz 2 BEEG sagt nicht, dass ElterngeldPlus die Hälfte beträgt. Es sagt, es betrage höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes, das zustünde, wenn während des Bezugs keine Einnahmen vorlägen. Dieser Deckel ist eine feste Größe, die vom Einkommen vor der Geburt abhängt – und nicht davon, was während des Bezugs dazuverdient wird.

Genau darin liegt der Unterschied. Beim Basiselterngeld wird ein Zuverdienst voll gegengerechnet: Nach § 2 Abs. 3 Satz 1 BEEG bemisst sich die Leistung dann nur noch nach dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Einkommen vor und während des Bezugs. Beim ElterngeldPlus gilt dieselbe Rechnung, aber der Deckel bleibt, wo er ist – und wird bei Zuverdienst oft gar nicht erreicht.

Basiselterngeld und ElterngeldPlus bei Zuverdienst
Zuverdienst je Monat Basiselterngeld über 12 Monate ElterngeldPlus über 24 Monate Vorteil Plus
kein Zuverdienst 1.280,18 € 15.362 € 640,09 € 15.362 € 0 €
500 € 1.090,05 € 13.081 € 640,09 € 15.362 € +2.282 €
1.000 € 833,30 € 10.000 € 640,09 € 15.362 € +5.363 €
1.500 € 583,00 € 6.996 € 583,00 € 13.992 € +6.996 €
2.000 € 379,00 € 4.548 € 379,00 € 9.096 € +4.548 €
2.500 € 300,00 € 3.600 € 187,31 € 4.495 € +895 €

Einkommen vor der Geburt 3.000 € brutto im Monat. Nach § 4 Abs. 3 Satz 3 BEEG entspricht ein Basismonat zwei Monaten ElterngeldPlus – verglichen wird deshalb 12 gegen 24 Monate, also derselbe Anspruch.

Ohne Zuverdienst bringt beides exakt dasselbe: 15.362 €, nur zeitlich gestreckt. Dort trifft der Merksatz von der Hälfte zu. Sobald aber während des Bezugs gearbeitet wird, kippt das Verhältnis – bei 1.500 € Zuverdienst im Monat stehen 6.996 € gegen 13.992 €. Das ist ein Unterschied von 6.996 € für denselben verbrauchten Anspruch.

ElterngeldPlus ist also keine gestreckte Variante für Leute mit Geduld, sondern die vorgesehene Form für alle, die in Teilzeit zurückkehren. Wer in dieser Lage Basismonate nimmt, zahlt für den Zuverdienst zweimal: einmal durch die Anrechnung und einmal dadurch, dass die Monate schneller aufgebraucht sind.

Geschwisterbonus: Prozent oder Mindestbetrag

Der Geschwisterbonus nach § 2a Abs. 1 Satz 1 BEEG beträgt 10 % des Elterngeldes, mindestens aber 75 €. Welche der beiden Größen greift, hängt am Einkommen: Bis zu einem Bruttoeinkommen von rund 1.573 € im Monat ist der Mindestbetrag der höhere, darüber die Prozentregel. Für Familien mit kleinem Einkommen ist der Bonus damit anteilig deutlich mehr wert.

Was sonst noch die Höhe verschiebt

  • Einkommensgrenze: Nach § 1 Abs. 8 BEEG entfällt der Anspruch oberhalb von 175.000 € zu versteuerndem Einkommen. Diese Grenze ist in mehreren Schritten gesenkt worden – frühere Übersichten nennen noch 300.000 oder 250.000 Euro.
  • Kappung beim Zuverdienst: Beim Unterschiedsbetrag setzt § 2 Abs. 3 Satz 2 BEEG das Einkommen vor der Geburt mit höchstens 2.770 € an. Wer mehr verdient hat, dessen Zuverdienst wirkt sich deshalb stärker aus, als die Bruttodifferenz vermuten lässt.
  • Frühgeburt: § 4 Abs. 5 Satz 1 BEEG verlängert den Anspruch gestaffelt – bei 6 Wochen vor dem Termin auf 13 Basismonate, bei 8 Wochen vor dem Termin auf 14 Basismonate, bei 12 Wochen vor dem Termin auf 15 Basismonate, bei 16 Wochen vor dem Termin auf 16 Basismonate statt 12.
  • Partnermonate: Die 12 Basismonate des § 4 Abs. 3 Satz 1 BEEG stehen den Eltern gemeinsam zu. Nach Satz 2 kommen 2 weitere hinzu – aber nur, wenn das Erwerbseinkommen eines Elternteils in zwei Lebensmonaten gemindert ist. Es genügt also nicht, den Anspruch bloß aufzuteilen; ein Elternteil muss tatsächlich beruflich zurückstecken.
  • Steuerklasse: Weil das Bemessungsentgelt über den Steuerabzug gebildet wird, verschiebt die Steuerklasse das Elterngeld erheblich – aber nur, wenn der Wechsel früh genug erfolgt. Das ist ein eigenes Thema und steht im Artikel zur Steuerklassenwahl.

Was daraus folgt

Wer plant, sollte mit zwei Zahlen rechnen, die beide nicht im Merksatz vorkommen: mit 65 % statt 67 % und mit einer Bezugsgröße, die spürbar unter dem gewohnten Netto liegt. Für ein mittleres Vollzeiteinkommen landet man dann bei gut 43 % des Bruttogehalts – eine Zahl, die sich für die Haushaltsplanung deutlich anders anfühlt als 67 %.

Die zweite Entscheidung ist die wichtigere und wird oft nebenbei getroffen: Wer während des Bezugs arbeiten will, sollte ElterngeldPlus nehmen. Nicht weil es länger läuft, sondern weil derselbe Anspruch dabei mehr Geld ergibt.

Die eigenen Zahlen lassen sich oben im Rechner einsetzen; was parallel an Kindergeld läuft, zeigt der Kindergeld-Rechner, und die Fristen rund um die Geburt der Mutterschutz-Rechner.

Gerechnet wird durchgehend für Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit. Nicht abgebildet sind das Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit nach § 2d BEEG, die Verschiebung des Bemessungszeitraums nach § 2b Abs. 1 Satz 2 und die Anrechnung von Mutterschaftsleistungen nach § 3 BEEG. Wer solche Bestandteile hat, erhält hier einen Näherungswert. Rechtsstand 2026-01-01; verbindlich ist der Bescheid der Elterngeldstelle.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Ersatzrate wirklich?

Sie ist nicht fest. Nach § 2 Abs. 2 BEEG beträgt sie im Regelfall 67 %, steigt aber bei einem Erwerbseinkommen unter 1.000 Euro um 0,1 Prozentpunkte je volle 2 Euro Unterschreitung auf bis zu 100 %. Oberhalb von 1.200 Euro sinkt sie nach derselben Staffel auf 65 %. Diesen Boden erreicht sie bereits bei 1.240 Euro Einkommen – für die meisten Beschäftigten gelten also 65 %, nicht 67 %.

Warum weicht das Einkommen im Rechner von meinem Netto ab?

Weil das BEEG nicht mit dem Netto der Gehaltsabrechnung rechnet. Nach den §§ 2c bis 2f BEEG werden von den Einnahmen ein Zwölftel des Arbeitnehmer-Pauschbetrags von 1.230 Euro, die Steuern nach dem Programmablaufplan und pauschale Sozialabgaben von 21 % abgezogen. Die 21 % sind eine gesetzliche Pauschale (9 % Kranken- und Pflegeversicherung, 10 % Rentenversicherung, 2 % Arbeitsförderung), nicht der tatsächliche Beitrag. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld bleiben nach § 2c Abs. 1 Satz 2 BEEG außer Betracht.

Wie lange wird Basiselterngeld gezahlt?

Die Eltern haben nach § 4 Abs. 3 BEEG gemeinsam Anspruch auf 12 Monatsbeträge. Ist das Erwerbseinkommen eines Elternteils in zwei Lebensmonaten gemindert, kommen 2 Partnermonate hinzu, insgesamt also 14. Alleinerziehende können die Partnermonate unter den Voraussetzungen des § 4c BEEG allein beziehen. Bei Frühgeburten verlängert sich der Anspruch nach § 4 Abs. 5 BEEG auf bis zu 16 Monatsbeträge.

Was ist der Unterschied zwischen Elterngeld und Elterngeld Plus?

Ein Monat Basiselterngeld lässt sich nach § 4 Abs. 3 Satz 3 BEEG gegen zwei Monate Elterngeld Plus tauschen, aus 14 Monaten werden so bis zu 28. Elterngeld Plus beträgt nach § 4a Abs. 2 Satz 2 BEEG höchstens die Hälfte des Basiselterngeldes, das ohne Einkommen zustünde. Wichtig: Die Hälfte ist die Obergrenze, nicht automatisch der Betrag. Wer während des Bezugs Teilzeit arbeitet, erhält oft weniger; wer gar nicht arbeitet, genau die Hälfte.

Wie wirkt sich Teilzeitarbeit auf das Elterngeld aus?

Das Teilzeiteinkommen wird nicht vom Elterngeld abgezogen. Nach § 2 Abs. 3 BEEG wird die Ersatzrate stattdessen auf den Unterschiedsbetrag zwischen dem Einkommen vor der Geburt und dem Einkommen während des Bezugs angewandt. Das Einkommen vor der Geburt ist dabei höchstens mit 2.770 Euro anzusetzen (§ 2 Abs. 3 Satz 2 BEEG). Erwerbstätig sein dürfen Sie bis zu 32 Wochenstunden im Durchschnitt des Lebensmonats (§ 1 Abs. 6 BEEG).

Was sind Geschwisterbonus und Mehrlingszuschlag?

Wer mit zwei Kindern unter drei Jahren oder drei Kindern unter sechs Jahren in einem Haushalt lebt, erhält nach § 2a Abs. 1 BEEG einen Geschwisterbonus von 10 % des Elterngeldes, mindestens 75 Euro. Bei Mehrlingsgeburten kommen nach § 2a Abs. 4 BEEG 300 Euro je zweitem und weiterem Kind hinzu. Beide Zuschläge schließen sich nicht aus und treten neben den Höchstbetrag – mit ihnen sind mehr als 1.800 Euro möglich.

Ab welchem Einkommen entfällt der Anspruch?

Nach § 1 Abs. 8 BEEG entfällt der Anspruch, wenn das zu versteuernde Einkommen im letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraum vor der Geburt mehr als 175.000 Euro betragen hat. Erfüllt auch eine zweite Person die Voraussetzungen, gilt die Grenze für die Summe beider Einkommen. Die Grenze wurde mehrfach gesenkt und lag früher bei 300.000, dann 250.000 und 200.000 Euro – ältere Angaben im Netz sind überholt.

Was ist der Partnerschaftsbonus?

Arbeiten beide Elternteile im Durchschnitt des Lebensmonats nicht weniger als 24 und nicht mehr als 32 Wochenstunden, hat jeder Elternteil nach § 4b BEEG Anspruch auf bis zu 4 zusätzliche Monatsbeträge Elterngeld Plus. Sie können ihn nur gleichzeitig, in aufeinander folgenden Lebensmonaten und für mindestens zwei Monate beziehen.

Gibt es Elterngeld für Selbstständige?

Ja. Für Einkommen aus selbstständiger Erwerbstätigkeit gelten aber die §§ 2d und 2b Abs. 2 BEEG: Bemessungsgrundlage ist der Gewinn der steuerlichen Gewinnermittlungszeiträume des letzten abgeschlossenen Veranlagungszeitraums vor der Geburt, nicht die zwölf Monate vor dem Geburtsmonat. Dieser Rechner bildet nur Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit ab.

Kann ich Elterngeld rückwirkend beantragen?

Ja, Elterngeld wird rückwirkend für bis zu drei Monate vor dem Monat der Antragstellung gezahlt (§ 7 Abs. 1 Satz 2 BEEG). Stellen Sie den Antrag dennoch zeitnah nach der Geburt, um keine Monatsbeträge zu verlieren.