Mit dem Kindergeld-Rechner berechnen Sie den monatlichen und jährlichen Kindergeldanspruch für Ihre Familie. Seit Januar 2026 beträgt das Kindergeld einheitlich 259 € pro Kind und Monat (§ 66 Abs. 1 EStG). Der Rechner zeigt Ihnen außerdem, ob der Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG für Sie steuerlich günstiger wäre – das lohnt sich in der Regel ab einem zu versteuernden Einkommen von ca. 75.000 € (Zusammenveranlagung).
So wird gerechnet
Das Kindergeld wird nach § 66 EStG bzw. § 6 BKGG gezahlt und beträgt seit Januar 2026 einheitlich 259 € pro Kind und Monat. Der Anspruch besteht bis zum 18. Lebensjahr, bei Ausbildung oder Studium bis zum 25. Lebensjahr. Das Finanzamt führt bei der Steuererklärung automatisch eine Günstigerprüfung durch: Es vergleicht das ausgezahlte Kindergeld mit der Steuerersparnis durch die Freibeträge nach § 32 Abs. 6 EStG (zusammen 9.756 € je Kind bei Zusammenveranlagung) und wendet die für Sie vorteilhaftere Variante an.
259 € je Kind und Monat nach § 66 Abs. 1 EStG. Freibeträge nach § 32 Abs. 6 Satz 1 EStG: 3.414 € sächliches Existenzminimum und 1.464 € Betreuungs- und Erziehungsbedarf, je Elternteil – zusammenveranlagt 9.756 € je Kind. Quelle: Gesetzestext, gesetze-im-internet.de.
Hintergrund
Seit 2023 ist jedes Kind beim Kindergeld gleich viel wert
Bis 2022 bekam eine Familie fürs vierte Kind 31 € mehr im Monat als fürs erste – nicht weil das Kind mehr kostete, sondern weil es das vierte war. Seit der Reform zum 1. Januar 2023 ist diese Differenz 0 €: Jedes Kind zählt 259 €, ob erstes oder fünftes. Am stärksten profitierten davon rechnerisch kleine Familien: Beim Übergang von der Staffelung zum Einheitssatz stieg der Anspruch für ein Kind um 14,2 %, für fünf Kinder nur um 7,5 %.
Grundlage: § 66 Abs. 1 EStG – Höhe des Kindergeldes · PwC Deutschland – Bundestag beschließt Inflationsausgleichsgesetz und 1 weitere · alle Quellen
Die Staffelung, die es bis 2022 gab
Der Rechner oben auf dieser Seite multipliziert die Kinderzahl einfach mit 259 € – dem seit Januar 2026 geltenden Satz nach § 66 Abs. 1 EStG. Eine Familie mit drei Kindern bekommt danach genau das Dreifache einer Familie mit einem Kind, eine mit fünf Kindern das Fünffache. Diese Multiplikation funktioniert nur, weil der Gesetzgeber seit dem 1. Januar 2023 ausdrücklich keinen Unterschied mehr danach macht, das wievielte Kind einer Familie gerade gezählt wird.
Das war nicht immer so einfach. Bis Ende 2022 hing der Betrag pro Kind von seiner Position in der Geschwisterreihe ab: 219 € für das erste und zweite Kind, 225 € für das dritte, 250 € ab dem vierten. Eine Familie mit vier Kindern erhielt also nicht das Vierfache eines Betrags, sondern 219 € + 219 € + 225 € + 250 € = 913 € im Monat – eine Rechnung mit vier verschiedenen Summanden statt einer einzigen Multiplikation.
Diese Staffelung ist der Grund, warum ältere Kindergeldtabellen komplizierter aussehen als die heutige: Jede zusätzliche Kinderzahl brauchte eine eigene Zeile mit einer eigenen Rechnung, weil der Betrag für das jeweils letzte Kind von der Position abhing, nicht nur von der Anzahl. Wer damals fünf Kinder hatte, musste fünf unterschiedliche Zahlen addieren; wer heute fünf Kinder hat, muss nur einmal mit 259 € multiplizieren.
Der Wechsel zum Einheitssatz: eine Erhöhung mit ungleicher Wirkung
Mit dem Inflationsausgleichsgesetz vom Dezember 2022 wurde die Staffelung zum 1. Januar 2023 abgeschafft. Von da an zählte jedes Kind 250 € – auch das erste. Wer nur ein Kind hatte, bekam dadurch einen deutlichen Sprung: von 219 € auf 250 €, ein Plus von 31 € oder 14,2 %, gemessen am Betrag von 2022. Eine Familie mit vier Kindern profitierte in Euro ähnlich stark (87 € mehr), aber gemessen an ihrem bisherigen Gesamtanspruch war das nur 9,5 % – weniger als die Hälfte der relativen Erhöhung der Ein-Kind-Familie.
| Kinder | 2022 (Staffel) | 2023 (Einheitssatz) | Zuwachs | Zuwachs in % |
|---|---|---|---|---|
| 1 Kind | 219 € | 250 € | 31 € | 14,2 % |
| 2 Kinder | 438 € | 500 € | 62 € | 14,2 % |
| 3 Kinder | 663 € | 750 € | 87 € | 13,1 % |
| 4 Kinder | 913 € | 1.000 € | 87 € | 9,5 % |
| 5 Kinder | 1.163 € | 1.250 € | 87 € | 7,5 % |
Die Prozentspalte bezieht sich jeweils auf den Betrag von 2022 (den Ausgangswert), nicht auf den neuen Betrag von 2023. Ab dem dritten Kind ist der Euro-Zuwachs mit 87 € konstant, weil ab dort schon 2022 der spätere Einheitssatz von 250 € galt („ab dem vierten Kind"). Nur bei den ersten drei Kindern kam überhaupt ein höherer Betrag hinzu.
Warum es heute kein „Viertes-Kind-Kindergeld" mehr gibt
Der eigentliche Bruch liegt nicht in der Höhe, sondern in der Struktur. 2022 stieg der Betrag für ein zusätzliches Kind mit der Familiengröße: 219 €, dann wieder 219 €, dann 225 €, dann 250 € – der sogenannte Marginalbetrag war keine Konstante. Seit 2023 ist er das genau: Ob eine Familie vom ersten zum zweiten Kind wechselt oder vom dritten zum vierten, der Rechner oben addiert in beiden Fällen exakt 259 €. Ein zusätzliches Kind ist rechnerisch immer gleich viel wert, unabhängig davon, wie viele Kinder schon da sind.
Das lässt sich auch umgekehrt lesen: 2022 lag zwischen dem Betrag für das erste und das vierte Kind eine Lücke von 31 € im Monat – 372 € im Jahr, nur wegen der Geburtsfolge. Heute ist diese Lücke 0 €, weil § 66 Abs. 1 EStG in der aktuellen Fassung nicht mehr nach Kinderzahl unterscheidet.
Wer heute wie viel bekommt
Weil der Satz seit 2023 flach ist, lässt sich der Anspruch jeder Familie ohne Fallunterscheidung ausrechnen: Kinderzahl mal 259 €. Für die fünf Kinderzahlen aus der Tabelle oben ergibt das heute 259 €, 518 €, 777 €, 1.036 € und 1.295 € im Monat – jeweils 259 € mehr als die Stufe darunter, ohne Ausnahme. Das ist der Unterschied zu 2022: Damals war der Abstand zwischen den Stufen nicht überall gleich groß (0 €, dann 6 €, dann 25 €, dann 0 €), heute ist er es immer.
Für die Einordnung heißt das: Wer eine alte Kindergeldtabelle mit unterschiedlichen Beträgen je Kind findet – etwa in einem älteren Ratgeber oder einer nicht aktualisierten Übersicht –, sieht den Stand vor 2023. Seit der Reform gibt es nur noch eine Zahl, die für jedes Kind gleichermaßen gilt, und diese eine Zahl ändert sich seither nur noch von Jahr zu Jahr insgesamt, nicht mehr nach Position innerhalb der Familie.
Was diese Rechnung nicht zeigt
Die Vergleiche in diesem Artikel beziehen sich ausschließlich auf das ausgezahlte Kindergeld nach § 66 EStG. Ob für eine Familie stattdessen der Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG günstiger ist, prüft das Finanzamt separat im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung und hängt vom zu versteuernden Einkommen ab – das ist eine andere Rechnung als die Gegenüberstellung von Staffelung und Einheitssatz hier und wird auf dieser Seite an anderer Stelle behandelt. Ebenfalls nicht Teil dieser Rechnung: der Kinderzuschlag nach § 6a BKGG für Familien mit geringem Einkommen, der unabhängig von der hier verglichenen Grundstruktur des Kindergeldes gezahlt wird.