Die meisten Autofahrer unterschätzen ihre Unterhaltskosten erheblich. Der Grund ist einfach: Nur ein Teil der Kosten kommt als Rechnung an. Tankquittung, Versicherungsbeitrag und Steuerbescheid sind sichtbar. Der Wertverlust dagegen passiert lautlos – und ist bei jungen Fahrzeugen der mit Abstand größte Posten.
Fixkosten und variable Kosten – warum die Trennung zählt: Fixkosten laufen weiter, auch wenn das Auto drei Wochen in der Garage steht: Wertverlust, Versicherung, Kfz-Steuer, Stellplatz, Automobilclub. Variable Kosten entstehen erst durch das Fahren: Sprit, Verschleiß, Reifen. Wer wenig fährt, zahlt jeden Kilometer teuer, weil sich die Fixkosten auf wenige Kilometer verteilen. Genau deshalb ist die Frage »lohnt sich mein Auto?« für Wenigfahrer eine andere als für Pendler.
Der Wertverlust im Detail: Ein Neuwagen verliert im ersten Jahr typischerweise 20 bis 25 Prozent seines Wertes, danach jährlich etwa 5 bis 10 Prozent. Nach fünf Jahren ist ein Fahrzeug im Schnitt noch rund die Hälfte des Neupreises wert, nach acht Jahren etwa ein Drittel. Bei einem Kaufpreis von 25.000 Euro und fünf Jahren Haltedauer bedeutet das rund 2.600 Euro Wertverlust pro Jahr – mehr als Versicherung und Steuer zusammen. Wer einen drei Jahre alten Gebrauchtwagen kauft, umgeht den steilsten Teil dieser Kurve.
Die Versicherung ist verhandelbar: Anders als der Wertverlust lässt sich der Versicherungsbeitrag aktiv senken. Ein Wechsel zum Jahresende, eine höhere Selbstbeteiligung, die Beschränkung des Fahrerkreises, eine Werkstattbindung oder eine ehrlich angegebene niedrigere Jahresfahrleistung wirken oft zusammen mit mehreren hundert Euro. Bei der Kfz-Steuer geht das nicht – sie ergibt sich aus Hubraum und CO₂-Ausstoß.
Rechnen Sie ehrlich mit Sonstigem: Stellplatz oder Garage, Automobilclub, Parkgebühren, Wagenwäsche, Schutzbrief – einzeln wirken diese Posten klein, in Summe kommen leicht 500 bis 1.500 Euro im Jahr zusammen. In Großstädten ist der Stellplatz allein oft der zweitgrößte Fixkostenblock nach dem Wertverlust.
Die Entscheidungsfrage: Wenn Sie unter 5.000 Kilometer im Jahr fahren, rechnen Sie einmal gegen: Mietwagen für die Urlaubsfahrten, Carsharing für die Wocheneinkäufe, gelegentlich ein Taxi. In vielen Fällen liegt diese Kombination unter den Fixkosten eines eigenen Fahrzeugs. Ab etwa 10.000 Kilometern im Jahr kippt die Rechnung fast immer zugunsten des eigenen Autos.
Was dieser Rechner nicht leistet: Er arbeitet mit Ihren Eingaben und rechnet sie sauber zusammen – er schätzt nicht selbst, was Ihr Fahrzeug an Wartung kosten wird. Für eine Schätzung der Werkstattkosten nach Alter und Laufleistung nutzen Sie den Wartungskosten-Rechner und übertragen das Ergebnis in das Feld »Wartung/Reparatur«.