Mit dem Spritkosten-Rechner berechnen Sie die Kraftstoffkosten für eine Fahrt oder Ihren Arbeitsweg. Ideal zur Budgetplanung und um den Verbrauch verschiedener Fahrzeuge zu vergleichen.
So wird gerechnet
Die Berechnung basiert auf der Formel: (Verbrauch/100) x Strecke x Literpreis. Der Realverbrauch liegt meist über dem WLTP-Normwert, den der Hersteller angibt – rechnen Sie deshalb lieber mit einem Aufschlag. Wie groß er ausfällt, hängt stark von Strecke, Fahrweise und Jahreszeit ab; der Rechner nimmt den Wert, den Sie eintragen.
Kosten = (Verbrauch/100) × Entfernung × Preis.
Hintergrund
Ein Liter weniger je 100 Kilometer spart immer gleich viel – ein Kilometer mehr je Liter nicht
Liter je 100 Kilometer und Kilometer je Liter sind Kehrwerte derselben Sache, aber nur die erste Zahl ist proportional zum Geld. Nachgerechnet mit dem Rechner oben: Warum ein Kilometer mehr je Liter beim durstigen Auto 2-mal so viel spart wie fünf Kilometer mehr beim sparsamen – und warum der Durchschnitt zweier Autos im Haushalt um 262,50 € im Jahr danebenliegt, wenn man ihn falsch herum bildet.
Grundlage: Larrick, R. P. / Soll, J. B. · Pkw-EnVKV – Verordnung über Verbraucherinformationen zu Kraftstoffverbrauch,… · alle Quellen
Die Formel des Rechners hat nur Produkte – deshalb ist sie gutmütig
Oben steht eine einzige Zeile: Kosten = Verbrauch ÷ 100 × Strecke × Preis. Drei Faktoren, keine Summe, kein Exponent. In den Voreinstellungen der Seite – 500 km, 7,5 L/100 km, 1,75 € je Liter – ergibt das 37,5 L und 65,63 €, also 13,13 € je 100 Kilometer.
Weil die Formel nur multipliziert, verhält sich der Verbrauch völlig geradlinig zum Geld. Senken Sie ihn um genau einen Liter je 100 Kilometer, von 7,5 auf 6,5, kostet dieselbe Strecke 56,88 € – 8,75 € weniger. Nehmen Sie stattdessen einen Wagen mit 12 L/100 km und senken ihn um denselben einen Liter auf 11, sinken die Kosten von 105,00 € auf 96,25 €. Das sind wieder exakt 8,75 €.
Das ist kein Zufall, sondern die Formel: Ein Liter je 100 Kilometer weniger spart über 500 Kilometer stets 1 ÷ 100 × 500 × 1,75 € = 8,75 € – unabhängig davon, wo Sie gestartet sind. Die Prozentangabe daneben täuscht deshalb: Beim sparsamen Wagen sind dieselben 8,75 € ein Minus von 13,3 %, beim durstigen nur 8,3 %. Die Prozentzahl ist größer, der gesparte Betrag ist derselbe. Wer Autos vergleicht, sollte deshalb die Liter-Differenz ansehen, nicht die Prozent-Differenz.
Auf der anderen Skala kippt genau das
In Deutschland ist die Bezugsgröße 100 Kilometer – die Pkw-EnVKV schreibt die Verbrauchsangabe je 100 Kilometer vor und nennt für Erdgasfahrzeuge in Anlage 1 Nr. 7 ausdrücklich „kg je 100 km“. In den USA und in weiten Teilen Asiens dreht man den Bruch um: Meilen je Gallone, Kilometer je Liter. Dieselbe Information – und eine völlig andere Intuition.
Rechnen wir vier Fahrzeuge über ein Jahr mit 15.000 Kilometern (das größte Preset des Rechners) und 1,75 € je Liter:
- 5 km/l entsprechen 20,00 L/100 km → 3.000 L und 5.250,00 € im Jahr
- 6 km/l entsprechen 16,67 L/100 km → 2.500 L und 4.375,00 € im Jahr
- 15 km/l entsprechen 6,67 L/100 km → 1.000 L und 1.750,00 € im Jahr
- 20 km/l entsprechen 5,00 L/100 km → 750 L und 1.312,50 € im Jahr
Wer den Wagen mit 5 km/l gegen einen mit 6 km/l tauscht, verbessert sich um einen einzigen Kilometer je Liter – und spart 875,00 € im Jahr. Wer von 15 km/l auf 20 km/l geht, verbessert sich um fünf Kilometer je Liter – und spart nur 437,50 €. Der optisch fünfmal kleinere Sprung bringt das 2-Fache.
Der Grund ist der Kehrwert. Kilometer je Liter sagen, wie weit ein Liter reicht; bezahlt wird aber nicht Strecke, sondern Kraftstoff. Ein Liter je 100 Kilometer ist immer ein Liter je 100 Kilometer. Ein Kilometer je Liter ist am unteren Ende der Skala ein riesiger, am oberen ein winziger Unterschied im Verbrauch – bei 5 km/l sind es 3,33 L/100 km, bei 15 km/l auch nach fünf Kilometern erst 1,67 L/100 km.
Der Denkfehler ist gemessen worden
Richard Larrick und Jack Soll haben das 2008 in Science unter dem Namen „The MPG Illusion“ beschrieben: Weil Meilen je Gallone der Kehrwert des Verbrauchs sind, schätzen Menschen den Spritgewinn einer Fahrzeugwahl systematisch falsch ein und unterschätzen, wie viel bei den durstigen Fahrzeugen zu holen ist. Die Autoren plädierten dafür, den Verbrauch je Strecke auszuweisen – also im Ergebnis das, was der Rechner oben abfragt. Die Studie belegt die Fehleinschätzung; sie sagt nichts darüber, welches Auto Sie kaufen sollten.
Für deutsche Nutzer ist die Illusion nicht erledigt, sondern nur verschoben. Der Bordcomputer und das Datenblatt rechnen zwar in L/100 km. Sobald aber jemand sagt „mit einer Tankfüllung komme ich 900 Kilometer weit“, ist er wieder auf der Kehrwertskala – und dort gelten die schiefen Verhältnisse von oben.
Zwei Autos im Haushalt: der Durchschnitt, den man nicht bilden darf
Ein Haushalt mit zwei Wagen, 12 und 6 L/100 km, fährt mit jedem 7.500 Kilometer im Jahr. Der erste braucht 900 L, der zweite 450 L, zusammen 1.350 L auf 15.000 Kilometer. Das sind 9,0 L/100 km, und es ist zufällig auch der einfache Mittelwert der beiden Verbrauchsangaben. Bei gleichen Strecken geht das auf der Liter-je-100-km-Skala gut.
Rechnet derselbe Haushalt in Reichweiten, passiert etwas anderes. Die beiden Autos schaffen 8,33 und 16,67 Kilometer je Liter. Der Mittelwert dieser beiden Zahlen ist 12,50 km/l – umgerechnet 8,0 L/100 km. Nach dieser Rechnung kostet das Jahr 2.100,00 €, tatsächlich sind es 2.362,50 €. Die Lücke beträgt 262,50 €, also 11,1 % der echten Kosten – und zwar immer nach unten.
Richtig wäre auf der km/l-Skala das harmonische Mittel: 2 ÷ (1÷8,33 + 1÷16,67) = 11,11 km/l, was exakt wieder 9,0 L/100 km ergibt. Wer die Mühe scheut, tippt schlicht beide Fahrzeuge einzeln in den Rechner oben und addiert die Beträge. Das ist derselbe Weg und lässt keinen Spielraum für den Fehler.
Was zehn Prozent weniger Verbrauch wirklich wert sind
Weil die Formel linear ist, gilt umgekehrt eine bequeme Regel: Eine prozentuale Verbrauchssenkung ist exakt dieselbe prozentuale Kostensenkung. Das Jahr mit 15.000 Kilometern, 7,5 L/100 km und 1,75 € kostet 1.968,75 €. Zehn Prozent weniger Verbrauch – 6,75 L/100 km – kosten 1.771,88 €, sparen also 196,87 €. Fünfzehn Prozent weniger ergeben 1.673,44 € und sparen 295,31 €.
Diese Größenordnung ist nützlich zum Gegenprüfen. Wenn irgendwo eine dreistellige Jahresersparnis im oberen Bereich versprochen wird, muss die dahinterliegende Verbrauchssenkung dazu passen: Um bei dieser Fahrleistung 500,00 € im Jahr zu sparen, bräuchte es 25,4 % weniger Verbrauch. Der Rechner oben macht diese Probe in zwei Eingaben.
Preis und Verbrauch sind in der Formel austauschbar
Verbrauch und Literpreis stehen als gleichwertige Faktoren nebeneinander. Ein Prozent beim einen wirkt genau wie ein Prozent beim anderen. Zehn Cent weniger je Liter – 1,65 € statt 1,75 € – senken das Jahr auf 1.856,25 € und sparen 112,50 €.
Derselbe Betrag ergibt sich aus einer Verbrauchssenkung um 0,4286 L/100 km, also von 7,5 auf 7,0714 L/100 km: 1.856,25 €, auf den Cent dasselbe. Die vier Nachkommastellen stehen hier bewusst – mit dem auf 7,07 gerundeten Wert käme man auf 1.855,88 € und damit knapp daneben. Zehn Cent an der Zapfsäule und ein knapper halber Liter weniger Verbrauch sind bei dieser Fahrleistung derselbe Geldbetrag. Welcher der beiden Wege leichter zu gehen ist, entscheidet dieser Artikel nicht – die Rechnung sagt nur, dass beide gleich viel bringen.
Was der Rechner nicht weiß
Die Formel setzt einen konstanten Verbrauch über die gesamte Strecke voraus. Das ist eine Vereinfachung: Kaltstarts, Stadtverkehr, Autobahntempo und Zuladung verändern den Momentanverbrauch erheblich. Der Rechner verlangt deshalb keinen Normwert, sondern den Verbrauch, den Sie tatsächlich für die betrachtete Strecke erwarten – wer den Wert vom Datenblatt einträgt, bekommt eine Untergrenze, keine Prognose. Ebenso ist der Literpreis eine Momentaufnahme; für ein ganzes Jahr lohnt es sich, die Rechnung mit einem hohen und einem niedrigen Preis zweimal zu machen und die Spanne zu betrachten.
Was die Formel dagegen zuverlässig leistet, ist der Vergleich. Solange Sie beide Fahrzeuge mit derselben Strecke und demselben Preis rechnen, kürzen sich beide Faktoren aus dem Verhältnis heraus, und übrig bleibt das Verhältnis der Verbräuche. Genau deshalb ist es die Liter-Differenz, die zählt – und nicht die Differenz der Reichweiten.