Was kostet die Werkstatt Ihres Autos im Jahr, im Monat und je Kilometer? Tragen Sie Beträge und Intervalle aus Ihren Rechnungen und dem Serviceheft ein – der Rechner legt jeden Posten danach um, ob zuerst die Kilometer oder die Zeit erreicht sind.
Beispielwerte – ersetzen Sie sie durch die Beträge aus Ihren Rechnungen. Ein leeres Intervall zählt nicht.
So wird gerechnet
Jeder Posten wird so oft im Jahr fällig, wie es sein Kilometer- oder sein Zeitintervall verlangt – maßgeblich ist das, was zuerst erreicht wird. Kosten je Jahr = Betrag × Fälligkeiten je Jahr; Kosten je Kilometer = Summe ÷ Jahresfahrleistung.
Keine Durchschnittswerte: Beträge und Intervalle sind Ihre Eingaben, die voreingestellten Zahlen nur Beispiele. Intervall der Hauptuntersuchung für Pkw nach Anlage VIII Nr. 2.1.2.1 StVZO: erstmals nach 36, danach alle 24 Monate (abgerufen am 14.09.2026).
Hintergrund
Der Wertverlust halbiert sich zwischen dem dritten und dem achten Jahr – gerechnet aus 9.772 Gebrauchtwagenpreisen
Ein Neuwagen verliert in den ersten beiden Jahren im Median 5.427 € Wert pro Jahr, ein sieben Jahre alter Wagen 1.300 €. Wer den älteren fährt, kann sich 4.127 € höhere Werkstattkosten im Jahr leisten, bevor der Neuwagen günstiger wäre.
Grundlage: ADAC Gebrauchtwagenpreise Alle Marken, Frühjahr/Sommer 2026 · Anlage VIII StVZO und 1 weitere · alle Quellen
Die Frage, ab wann sich ein alter Wagen nicht mehr lohnt, wird fast immer an der Zahl entschieden, die man sieht – der Werkstattrechnung. Der größere Posten steht auf keiner Rechnung: der Wertverlust. Wie er mit dem Alter verläuft, lässt sich aus Marktpreisen genau ablesen. Für die Werkstattkosten gibt es keine solche Datenbasis; sie hängen am einzelnen Fahrzeug. Dieser Artikel rechnet deshalb die eine Seite aus und macht aus der anderen eine Schwelle, die Sie mit Ihren eigenen Rechnungen vergleichen können.
Datenbasis ist die ADAC-Gebrauchtwagenpreisliste Frühjahr/Sommer 2026, deren Notierungen die Deutsche Automobil Treuhand erhebt. Aus ihr wurden alle 9.772 Fahrzeugzeilen ausgelesen, die einen Neupreis und mindestens eine Baujahrsnotierung enthalten.
Wie gerechnet wurde
Die Liste nennt für jedes Modell den Neupreis und die aktuellen Händler-Verkaufspreise der Baujahre 2024 bis 2018. Daraus lässt sich der Wertverlust eines Haltejahres direkt ablesen: Wer heute einen fünf Jahre alten Wagen kauft und ein Jahr fährt, hat danach ein Auto, das so viel wert ist wie heute ein sechs Jahre altes. Die Differenz zweier Preise derselben Liste zum selben Stichtag – ohne Umweg über den Neupreis, ohne Annahme über künftige Marktentwicklung.
Ausgewertet wurde nicht ein einzelnes Modell, sondern das Preisband von 25.000 € bis 40.000 € Neupreis – die Kompaktklasse, in der die meisten Fahrzeuge liegen. Grund: Ein Modell deckt in der Liste selten mehr als vier Baujahre ab, weil Ausstattungslinien und Motorisierungen wechseln. Angegeben ist jeweils der Median über mehrere hundert Fahrzeuge je Altersstufe.
Der Wertverlust halbiert sich
| Haltejahr | Wert zu Beginn | Wertverlust | in Prozent | Fahrzeuge |
|---|---|---|---|---|
| Neuwagen, 1. und 2. Jahr | 32.790 € | 5.427 € | 16,5 % | 744 |
| 2. auf 3. Jahr | 22.325 € | 1.950 € | 9,0 % | 434 |
| 3. auf 4. Jahr | 20.500 € | 1.650 € | 8,8 % | 412 |
| 4. auf 5. Jahr | 18.600 € | 1.450 € | 8,1 % | 453 |
| 5. auf 6. Jahr | 17.075 € | 1.350 € | 8,1 % | 512 |
| 6. auf 7. Jahr | 16.750 € | 1.300 € | 7,9 % | 545 |
| 7. auf 8. Jahr | 15.475 € | 1.300 € | 8,8 % | 578 |
Median über Fahrzeuge mit 25.000 € bis 40.000 € Neupreis; Neuwagen: Verlust bis zur Notierung des Baujahrs 2024, auf zwei Jahre verteilt. Quelle: ADAC-Gebrauchtwagenpreise Frühjahr/Sommer 2026, eigene Auswertung.
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die prozentuale Verlustquote ist bemerkenswert konstant. Sie liegt ab dem dritten Jahr zwischen 7,9 % und 9,0 % – ein alter Wagen verliert prozentual kaum weniger als ein junger. Die verbreitete Vorstellung, der Wertverlust höre irgendwann auf, ist falsch.
Zweitens, und das ist der entscheidende Punkt: In Euro halbiert er sich trotzdem, weil der Prozentsatz auf eine immer kleinere Basis wirkt. Vom dritten zum achten Jahr sinkt er von 1.950 € auf 1.300 € – ein Rückgang um 650 € pro Jahr. Der eigentliche Sprung liegt aber davor: Ein Neuwagen verliert in seinen ersten beiden Jahren 5.427 € pro Jahr, das 4,2-Fache eines sieben Jahre alten Wagens.
Methodischer Vorbehalt: Das ist ein Querschnitt, keine Kohorte. Verglichen werden verschiedene Fahrzeuge gleichen Alters zum selben Zeitpunkt, nicht dieselben Fahrzeuge über acht Jahre. Der Modellmix je Baujahr schwankt, weshalb die Wertspalte nicht exakt der Verlustspalte folgt. Für die Größenordnung des Jahresverlusts ist das unerheblich, für die absolute Höhe eines konkreten Fahrzeugwerts nicht.
Die Werkstattseite als Schwelle
Werkstattkosten steigen mit dem Alter – wie stark, hängt an Modell, Pflege und Werkstatt. Eine belastbare Durchschnittskurve nach Fahrzeugalter gibt es nicht, und eine geschätzte würde die Rechnung nur scheinbar genauer machen. Umgekehrt lässt sich aber genau sagen, wie hoch der Unterschied sein dürfte:
- Gegenüber einem drei Jahre alten Wagen spart der Neuwagen nichts, solange der ältere nicht mehr als 3.477 € im Jahr zusätzlich in der Werkstatt kostet.
- Gegenüber einem sieben Jahre alten Wagen liegt die Schwelle bei 4.127 € im Jahr.
Ob Ihr Wagen darunter bleibt, rechnet der Rechner am Anfang dieser Seite aus Ihren eigenen Rechnungen: Inspektion, Hauptuntersuchung, Reifen, Bremsen und eine Rücklage für Reparaturen, jeweils mit dem Intervall, in dem sie anfallen.
Wie hart der Anfang ausfällt, hängt vom Preis ab
Ein Neuwagen fällt bis zum Alter von 2 Jahren im Median auf 66,9 % des Neupreises – ausgewertet über 744 Fahrzeuge des Preisbands mit einem mittleren Neupreis von 32.790 €. Dieselbe Auswertung, nach Neupreisklassen gruppiert:
| Neupreis | Restwert nach rund 2 Jahren | Fahrzeuge |
|---|---|---|
| unter 20.000 € | 75,2 % | 42 |
| 20.000–30.000 € | 70,7 % | 270 |
| 30.000–45.000 € | 65,3 % | 840 |
| 45.000–70.000 € | 62,5 % | 1.065 |
| über 70.000 € | 65,1 % | 597 |
Median aus den Baujahrsnotierungen 2024 im Verhältnis zum Neupreis. Quelle: ADAC-Gebrauchtwagenpreise Frühjahr/Sommer 2026, eigene Auswertung.
Über weite Strecken gilt: Je teurer der Neuwagen, desto größer der Anteil, der in den ersten beiden Jahren verschwindet. Fahrzeuge unter 20.000 € Neupreis halten im Median 75,2 % ihres Werts, Fahrzeuge zwischen 45.000 € und 70.000 € nur 62,5 %. Der Aufpreis für die größere Motorisierung und die längere Ausstattungsliste wird also überproportional abgeschrieben – bezahlt wird er beim Kauf, wiedergesehen nur zum Teil.
Oberhalb von 70.000 € dreht sich das leicht zurück. Wer die Klasse wechselt, sollte den Effekt aber nicht als Regel lesen – die Streuung innerhalb jeder Preisklasse ist größer als der Unterschied zwischen zwei benachbarten Klassen.
Ein Vorbehalt gehört dazu: Der Neupreis ist die Listenpreisempfehlung. Wer einen Neuwagen mit Rabatt kauft, startet niedriger und verliert entsprechend weniger. Die Gebrauchtwagennotierungen sind dagegen Händler-Verkaufspreise, also bereits Marktpreise. Der Abstand fällt real also etwas kleiner aus als hier gerechnet.
Was die Rechnung nicht enthält
- Der große Einzelschaden. Getriebe, Turbolader, Steuerkette, bei Elektroautos die Traktionsbatterie – solche Schäden machen alte Autos unberechenbarer. Wer keine Rücklage hat, kauft mit einem Gebrauchtwagen ein Risiko mit, das keine Preisliste zeigt.
- Die Hauptuntersuchung. Sie ist bei Pkw nach der ersten alle 24 Monate fällig (Anlage VIII StVZO). Übersteigt die Mängelbeseitigung den Restwert, endet die Rechnung nicht wirtschaftlich, sondern praktisch.
- Fixkosten pro Kilometer. Versicherung und Kfz-Steuer laufen unabhängig vom Alter weiter. Wer wenig fährt, zahlt sie auf wenige Kilometer verteilt – das trifft alte wie neue Autos gleichermaßen, siehe Autokosten je Kilometer.
Zwei Zahlen, die den Wiederverkauf betreffen
Die Preisliste enthält zwei Angaben, die in der Kaufentscheidung meist fehlen und beide gegen häufiges Wechseln sprechen.
Die Handelsspanne. Die notierten Preise sind Händler-Verkaufspreise. Auf dem Privatmarkt liegen sie laut derselben Veröffentlichung rund 8 % darunter, der Händler-Einkaufspreis 10 % bis 15 %. Wer beim Händler kauft und beim Händler in Zahlung gibt, verliert diese Spanne bei jedem Wechsel zusätzlich zum Wertverlust – bei einem Fahrzeug für 22.325 € sind das 2.233 € bis 3.349 € pro Runde.
Der Kilometerstand. Für die mittlere Kilometerklasse III unterstellt die Liste bei Baujahr 2019 eine Durchschnittslaufleistung von 79.000 Kilometern. 30.000 Kilometer darunter bedeuten einen Aufschlag von 14 %, 30.000 darüber einen Abschlag von 11 %. Zwischen einem wenig und einem viel gefahrenen Wagen desselben Baujahrs liegen also rund 25 % des Werts – bei 15.475 € Fahrzeugwert etwa 3.869 €.
Was daraus folgt
- Die Haltedauer schlägt die Modellwahl. Wer denselben Wagen länger fährt, verteilt den teuren Anfang auf mehr Jahre.
- „Zu alt" ist eine Frage der Werkstattrechnung, nicht des Baujahrs. Solange die jährlichen Mehrkosten gegenüber einem jüngeren Wagen unter der Schwelle bleiben, spricht der Wertverlust fürs Behalten – und jeder Wechsel kostet die Handelsspanne.
- Der Zeitpunkt zum Verkaufen richtet sich nach dem Zustand. Steht eine Reparatur an, die den Restwert übersteigt, ist die Rechnung beendet.
Den eigenen Fall rechnen
- Unterhaltskosten-Rechner – alle Kostenblöcke, getrennt nach fix und variabel
- Kilometerkosten-Rechner – Vollkosten je gefahrenem Kilometer
- Kfz-Versicherungsrechner – was eine Schadenmeldung an Rückstufung kostet
- Kfz-Steuer nach Erstzulassung – warum ältere Fahrzeuge hier oft besser dastehen
Datengrundlage: ADAC Gebrauchtwagenpreise Alle Marken Frühjahr/Sommer 2026 (Stand 04/2026), Preisnotierungen der Deutschen Automobil Treuhand, eigene Auswertung von 9.772 Fahrzeugzeilen. Die Notierungen gelten für unfallfreie, verkehrssichere Fahrzeuge mit mindestens zwölf Monaten Hauptuntersuchung und durchschnittlicher Laufleistung. Werkstattkosten sind nicht Teil der Auswertung.