Boot & Wasser

Auf dem Wasser wird Verbrauch in Litern pro Stunde gerechnet, nicht pro Kilometer – denn der Motor verbraucht nach Drehzahl, nicht nach Strecke. Dieser Rechner ermittelt daraus Reichweite, Fahrzeit und die Kosten je Seemeile.

Reichweite mit nutzbarem Tank
— sm

So wird gerechnet

Die nutzbare Tankmenge ergibt sich aus dem Tankinhalt abzüglich der Reserve. Geteilt durch den Stundenverbrauch ergibt das die Fahrzeit, multipliziert mit der Marschgeschwindigkeit die Reichweite in Seemeilen. Eine Seemeile entspricht 1,852 km.

Die Faustformel zur Verbrauchsschätzung (0,35 l/PS/h Benzin, 0,22 l/PS/h Diesel bei 75 % Last) ist ein grober Anhaltswert. Gemessene Werte aus dem Bordbuch sind immer genauer.

Hintergrund

Die Drittelregel hält nur bis zu einem Drittel Strom

Ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve – die bekannteste Faustformel der Törnplanung. Dieser Text rechnet sie gegen Versatz durch: Bei 1,5 kn Strom oder Wind bleiben von 200 l Tank am Steg nicht die geplanten 66,7 l übrig, sondern 22,3 l – gut ein Neuntel statt ein Drittel. Ab 2,0 kn Versatz reicht der volle Tank nicht einmal mehr zurück. Die Grenze liegt bei genau einem Drittel der Marschfahrt, unabhängig von Tankgröße und Verbrauch.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: § 3 SeeSchStrO – Grundregeln für das Verhalten im Verkehr · § 1.04 BinSchStrO – Allgemeine Sorgfaltspflicht und 3 weitere · alle Quellen

Das Beispielboot dieses Artikels ist eine Setzung: 200 l Tank, 20 l je Stunde bei 6 kn Marschfahrt durchs Wasser, 2,10 € je Liter an der Bootstankstelle. Alles andere unten ist daraus gerechnet. „Versatz" heißt in diesem Text alles, was die Fahrt über Grund gegenüber der Fahrt durchs Wasser verschiebt: Strom, Wind, Welle. Für die Spritrechnung ist es gleichgültig, woher er kommt – entscheidend ist, dass der Motor weiterläuft, während das Boot langsamer vorankommt.

Der Umkehrpunkt liegt bei der halben Reichweite

Der erste Fallstrick steckt schon im Wort. Eine Reichweite ist eine Strecke, die man fahren kann – nicht eine Entfernung, in die man fahren darf. Mit zwei Dritteln des Tanks fährt das Beispielboot 40,0 sm (74,1 km) weit, und zwar 6,7 h lang. Wer hinaus und wieder zurück will, darf sich davon nur die Hälfte nehmen: 20,0 sm, also 37,0 km.

Diese Hälfte ist genau das erste Drittel des vollen Tanks. Voll getankt reicht das Boot 60,0 sm weit; ein Drittel davon sind 20,0 sm. Die Drittelregel und die halbierte Zwei-Drittel-Reichweite sind dieselbe Zahl, von zwei Seiten aufgeschrieben. Ein Ziel 40,0 sm entfernt anzusteuern, weil „die Reichweite reicht", ist der teuerste Denkfehler der ganzen Rechnung – man käme mit einem trockenen Tank an und hätte den Rückweg noch vor sich.

Ein Drittel verfahren heißt nicht: die halbe Strecke

Die Drittelregel ist in der Praxis eine Umkehrregel: Man fährt los, behält den Füllstand im Auge und dreht bei, wenn ein Drittel weg ist. Ohne Versatz geht das auf. Mit Versatz nicht, und zwar aus einem Grund, der sich leicht übersehen lässt: Das Drittel ist eine Spritmenge, keine Strecke. Der Hinweg dauert immer dieselben 3,3 h – nur trägt der Strom das Boot in dieser Zeit weiter hinaus, als es sich aus eigener Kraft zurückholen kann.

Bei 1,5 kn Versatz macht das Boot auf dem Hinweg 7,5 kn über Grund und kommt in denselben 3,3 h auf 25,0 sm statt auf 20,0 sm. Das fühlt sich nach einem guten Tag an. Der Rückweg läuft dann mit 4,5 kn über Grund und dauert 5,6 h statt 3,3 h. Er kostet 111,0 l – von den 133,3 l, die nach dem Wenden noch im Tank sind.

Umkehr nach einem Drittel Tankinhalt: Hinstrecke, Rückwegbedarf und verbleibende Reserve je Versatz
Versatz Umkehr bei Rückweg braucht Rest im Tank Anteil am Tank
0,0 kn 20,0 sm 66,6 l 66,7 l 33,4 %
1,0 kn 23,3 sm 93,2 l 40,1 l 20,1 %
1,5 kn 25,0 sm 111,0 l 22,3 l 11,2 %
2,0 kn 26,7 sm 133,5 l −0,2 l −0,1 %
2,5 kn 28,3 sm 161,6 l −28,3 l −14,2 %

Die vierte Spalte ist der Befund. Aus dem geplanten Drittel Reserve wird bei 1,5 kn Versatz gut ein Neuntel: 22,3 l oder 11,2 % des Tanks. Bei 2,0 kn Versatz steht dort eine Null – das Boot erreicht den Ausgangshafen mit leerem Tank. Und darüber steht dort ein Minus, das bedeutet: Es erreicht ihn nicht.

Die Tabelle rechnet mit den Werten, die das Modul ausgibt – dem Verbrauch je Seemeile auf zwei Stellen und der Reichweite auf eine. Deshalb steht in der obersten Zeile 33,4 % und nicht exakt ein Drittel, und in der Grenzzeile −0,2 l statt glatt null. Die Größenordnung ändert das nicht.

Die Grenze liegt bei einem Drittel der Marschfahrt

Der Punkt, an dem der Tank gerade noch für die Rückkehr reicht, lässt sich nicht nur aus der Tabelle ablesen, sondern exakt bestimmen. Gesucht in Schritten von 0,001 Knoten liegt er für dieses Boot bei 2,0 kn – genau einem Drittel der 6 kn Marschfahrt.

Dahinter steckt eine Rechnung von zwei Zeilen. Der Rückweg braucht so viel Sprit wie der Hinweg, mal dem Verhältnis der beiden Geschwindigkeiten über Grund. Bei einem Drittel Hinweg-Verbrauch darf dieser Faktor höchstens zwei sein, sonst reicht der Tank nicht. Und „(Marsch + Versatz) ist doppelt so groß wie (Marsch − Versatz)" ist genau dann erfüllt, wenn der Versatz ein Drittel der Marschfahrt beträgt. Tankgröße und Stundenverbrauch kürzen sich heraus – sie stehen auf beiden Seiten.

Größter Versatz, bei dem die Drittelregel den Rückweg noch deckt, je Marschfahrt
Marschfahrt durchs Wasser Versatz, bis zu dem es reicht
4 kn 1,3 kn
5 kn 1,7 kn
6 kn 2,0 kn
8 kn 2,7 kn
10 kn 3,3 kn
12 kn 4,0 kn

Dass die Größe des Bootes keine Rolle spielt, ist der unangenehme Teil. Ein großer Tank verschiebt die Grenze nicht, er verlängert nur den Weg bis dorthin. Vier sehr verschiedene Boote, dieselbe Marschfahrt, dieselbe Grenze:

Grenzversatz bei 6 Knoten Marschfahrt für vier unterschiedliche Boote
Boot Tank Verbrauch Reichweite voll Grenzversatz
Angelboot mit Außenborder 60 l 8,0 l/h 45,0 sm 2,0 kn
Sportboot 200 l 20,0 l/h 60,0 sm 2,0 kn
Segelyacht unter Maschine 90 l 2,5 l/h 216,0 sm 2,0 kn
Motoryacht 1.200 l 95,0 l/h 75,8 sm 2,0 kn

Zwischen der kürzesten und der längsten Reichweite dieser Tabelle liegt der Faktor 4,8. Am Grenzversatz ändert das nichts. Wer seine Planung damit beruhigt, dass er „einen großen Tank" hat, beruhigt sich mit der falschen Zahl: Der große Tank hilft gegen Entfernung, nicht gegen Strom.

Der Versatz kostet wenig Sprit und viel Reserve

Jetzt der kontraintuitive Teil. Man könnte vermuten, der Strom fresse den Tank. Das tut er kaum. Fährt das Boot ein festes Ziel in 20,0 sm Entfernung an und wieder zurück, kostet das ohne Versatz 133,2 l – was ziemlich genau die zwei Drittel des Tanks sind, wie die Drittelregel es verspricht. Mit 1,5 kn Versatz kostet dieselbe Fahrt 142,2 l, also 9,0 l oder 6,8 % mehr; in Geld 18,90 € bei 2,10 € je Liter.

Dieselbe Hin- und Rückfahrt über 20 Seemeilen, ohne und mit Versatz
Versatz Hinweg je sm Rückweg je sm Gesamt Kosten Rest im Tank
0,0 kn 3,33 l 3,33 l 133,2 l 279,72 € 66,8 l (33,4 %)
1,5 kn 2,67 l 4,44 l 142,2 l 298,62 € 57,8 l (28,9 %)

6,8 % Mehrverbrauch für dieselbe Strecke – das ist ärgerlich, aber kein Sicherheitsproblem. Die Reserve sinkt dabei von 33,4 % auf 28,9 % des Tanks. Das Sicherheitsproblem entsteht erst, wenn man das Ziel nicht vorher festlegt, sondern die Umkehr dem Füllstand überlässt. Dann trägt der Strom das Boot 25,0 sm hinaus statt 20,0 sm, und aus 28,9 % Reserve werden 11,2 %. Nicht der Strom hat die Reserve aufgebraucht, sondern die Regel, mit der man umgekehrt ist.

Der ehrliche Umkehrpunkt

Die Reparatur ist einfach, sobald man weiß, wonach man sucht. Man dreht nicht bei einem Drittel Tankinhalt bei, sondern bei der Entfernung, für die Hin- und Rückweg zusammen zwei Drittel kosten. Beide Verbrauchswerte je Seemeile sind bekannt, sobald man den Versatz abschätzt – der eine für die Fahrt über Grund mit dem Strom, der andere für die dagegen.

Umkehr nach einem Drittel Tankinhalt gegen den Umkehrpunkt, der ein Drittel Reserve übrig lässt
Versatz Umkehr nach einem Drittel Tank Umkehr mit echtem Drittel Reserve zu weit
0,0 kn 20,0 sm 20,0 sm 0,0 sm
1,0 kn 23,3 sm 19,4 sm 3,9 sm
1,5 kn 25,0 sm 18,7 sm 6,3 sm
2,0 kn 26,7 sm 17,8 sm 8,9 sm
2,5 kn 28,3 sm 16,5 sm 11,8 sm

Bei 1,5 kn Versatz liegt der ehrliche Umkehrpunkt bei 18,7 sm – 6,3 sm näher, als die Faustformel vorgibt, und sogar näher als die 20,0 sm ohne jeden Versatz. Das ist die zweite Überraschung: Strom verkürzt den Aktionsradius, obwohl er einen auf dem Hinweg schneller macht. Beim Grenzversatz von 2,0 kn fährt man nach der Faustformel 26,7 sm hinaus, während 17,8 sm richtig wären – die Hälfte zu weit.

Wer gegenan losfährt, fährt kürzer und kommt sicherer zurück

Dieselbe Rechnung spiegelverkehrt: Das Boot fährt zuerst gegen den Versatz hinaus und mit ihm zurück. Nach einem Drittel Tank steht es dann bei 15,0 sm – 10,0 sm näher am Hafen als in der anderen Richtung. Der Rückweg mit 7,5 kn über Grund kostet nur 40,1 l, es bleiben 93,2 l im Tank, also 46,6 % statt der geplanten 33,3 %.

Die alte Regel, den schweren Teil an den Anfang zu legen, ist damit keine Charakterfrage, sondern Arithmetik: In dieser Richtung ist die Drittelregel konservativ, in der anderen zu großzügig. Der Preis dafür steht in derselben Zeile – 15,0 sm statt 25,0 sm Aktionsradius. Man kauft Reserve mit Entfernung.

Warum langsamer nicht automatisch sparsamer ist

Bleibt die verbreitetste Spar-Faustformel: einfach Gas wegnehmen. Sie stimmt, solange der Stundenverbrauch schneller fällt als die Geschwindigkeit über Grund. Weil auf dem Wasser nach Stunden verbraucht wird und nicht nach Strecke, ist der Verbrauch je Seemeile schlicht der Stundenverbrauch geteilt durch die Fahrt über Grund:

Verbrauch und Kosten je Seemeile über Grund bei gleichem Stundenverbrauch
Fahrt über Grund Verbrauch je sm Kosten je sm Weg mit zwei Dritteln Tank
8 kn 2,50 l 5,25 € 53,3 sm
7 kn 2,86 l 6,00 € 46,7 sm
6 kn 3,33 l 7,00 € 40,0 sm
5 kn 4,00 l 8,40 € 33,3 sm
4 kn 5,00 l 10,50 € 26,7 sm
3 kn 6,67 l 14,00 € 20,0 sm

Die Fahrzeit steht in dieser Tabelle nicht, weil sie überall gleich wäre: 6,7 h. Sie hängt am Tank, nicht am Gashebel. Was sich ändert, ist, wie weit man in dieser Zeit kommt – und damit der Preis je Seemeile, der von 5,25 € bei 8 kn auf 14,00 € bei 3 kn steigt.

Daraus folgt eine Bedingung, die man beim Drosseln im Kopf haben sollte. Ein Knoten weniger über Grund rechnet sich nur, wenn der Stundenverbrauch um mehr als den Kehrwert der Fahrt über Grund sinkt:

Nötige Senkung des Stundenverbrauchs, damit ein Knoten weniger über Grund sich je Seemeile rechnet
Fahrt über Grund gedrosselt auf nötige Ersparnis je Stunde
6 kn 5 kn mehr als 16,7 %
5 kn 4 kn mehr als 20,0 %
4 kn 3 kn mehr als 25,0 %
3 kn 2 kn mehr als 33,3 %
2 kn 1 kn mehr als 50,0 %

Bei 6 kn über Grund reicht eine Ersparnis von etwas mehr als 16,7 % – das schafft ein Verdränger mühelos, dort lohnt sich Drosseln fast immer. Bei 2 kn über Grund müsste der Stundenverbrauch um mehr als 50,0 % fallen, nur um denselben Verbrauch je Seemeile zu halten. Genau das ist der Grund, warum die sparsamste Fahrstufe nicht die langsamste ist: Je näher die Fahrt über Grund an null kommt, desto steiler steigt die Ersparnis, die das Drosseln erst rechtfertigen würde – und gegen Strom ist man dieser Null immer näher, als das Log anzeigt. Wo die Grenze im Verdrängerbereich liegt, hängt an der Wasserlinienlänge; dafür gibt es die Rumpfgeschwindigkeit.

Wo dieses Modell endet

Drei Annahmen tragen alles oben, und alle drei sind angreifbar. Erstens: Der Stundenverbrauch bleibt konstant, egal ob das Boot gegen Strom oder mit ihm fährt. Das ist bei gleicher Drehzahl in ruhigem Wasser vertretbar; in Welle und Wind steigt der Widerstand zusätzlich, der Motor braucht dann bei gleicher Drehzahl mehr. Die Rechnung ist in diesem Punkt also eher zu freundlich als zu streng.

Zweitens: Der Versatz wirkt auf Hin- und Rückweg gleich stark und dreht nicht. In der Tide stimmt das über einen halben Tag nicht mehr, auf dem Fluss eher schon. Drittens: Ein Gleiter hat innerhalb einer Fahrstufe einen halbwegs konstanten Stundenverbrauch, beim Abgleiten in Verdrängerfahrt ändert er sich sprunghaft; die Tabellen oben gelten dann nur stückweise. Und der Literpreis von 2,10 € ist eine Setzung – alle Eurobeträge skalieren linear mit ihm, alle Liter- und Seemeilenangaben sind von ihm unabhängig.

Vorgeschrieben ist die Drittelregel übrigens nirgends. § 3 Abs. 1 SeeSchStrO verlangt die Vorsichtsmaßnahmen, „die der Seemannsbrauch erfordert", § 1.04 BinSchStrO die, „welche die allgemeine Sorgfaltspflicht und die Übung der Schifffahrt gebieten" – eine Zahl für den Tank nennt keine der beiden Vorschriften. Die Drittelregel ist genau so ein Brauch: eine gute Näherung, die eine stillschweigende Voraussetzung hat. Sie lautet, dass der Rückweg ungefähr so viel kostet wie der Hinweg. Sobald Strom oder Wind diese Voraussetzung kippen, kippt die Regel mit, und zwar bei einem Drittel der Marschfahrt.

Weiterführend: die Ankerkettenlänge für den Fall, dass man den geplanten Liegeplatz doch nicht erreicht, der Spritkostenrechner für die Anreise mit dem Auto und, wenn das Boot dabei mitfährt, die Rechnung zum Bootstrailer und Tempo 100.

Häufige Fragen

Warum wird der Verbrauch in Litern pro Stunde angegeben?

Weil der Verbrauch eines Bootsmotors an der Drehzahl hängt, nicht an der zurückgelegten Strecke. Bei Gegenstrom braucht dieselbe Strecke mehr Zeit und damit mehr Sprit – eine Angabe in l/100 km wäre auf dem Wasser wertlos.

Was ist die Drittelregel?

Seemännische Faustregel für die Tankplanung: ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel bleibt als Reserve. Sie fängt Gegenwind, Umwege, geschlossene Schleusen und Fehleinschätzungen ab. Der Rechner nutzt sie als Voreinstellung.

Wie genau ist die Schätzung aus der Motorleistung?

Nur als Größenordnung brauchbar. Rumpfform, Beladung, Propeller, Bewuchs und Fahrstil verändern den Wert erheblich. Wer einmal eine volle Tankfüllung gegen die gefahrenen Motorstunden hält, kennt seinen echten Verbrauch und kann ab da verlässlich rechnen.

Warum ist Sprit an der Bootstankstelle teurer?

Kleinere Abgabemengen, aufwendigere Logistik und geringerer Wettbewerb. Der Aufschlag gegenüber der Straßentankstelle liegt regelmäßig bei 20 bis 40 Cent pro Liter – wer mit Straßenpreisen kalkuliert, unterschätzt die Saisonkosten.

Wie stark senkt langsameres Fahren den Verbrauch?

Deutlich stärker als beim Auto. Der Fahrwiderstand steigt im Verdrängerbereich überproportional an: Wer von voller Rumpfgeschwindigkeit auf etwa 80 Prozent zurückgeht, verliert wenig Zeit, spart aber oft ein Drittel des Verbrauchs.

Reichweite planen statt hoffen

Die Frage „Komme ich damit hin?“ ist auf dem Wasser ernster als an Land. Es gibt keine Tankstelle alle zwanzig Kilometer, keine Standspur und keinen Abschleppdienst um die Ecke. Wer ohne Sprit liegen bleibt, wird zum Fall für andere.

Stunden statt Kilometer: Ein Bootsmotor verbraucht nach Drehzahl. Zwei Stunden gegen den Strom kosten genauso viel Sprit wie zwei Stunden mit dem Strom – nur legt man dabei sehr unterschiedliche Strecken zurück. Deshalb steht der Stundenverbrauch am Anfang jeder Reichweitenrechnung.

Die Drittelregel ist keine Übervorsicht: Ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve. Das klingt großzügig, bis der Wind auffrischt, die Schleuse wegen Wartung geschlossen ist oder der geplante Liegeplatz belegt und der nächste zwölf Seemeilen weiter ist.

Der letzte Knoten ist der teuerste: Im Verdrängerbereich steigt der Widerstand überproportional mit der Geschwindigkeit. Die letzten zehn Prozent Fahrt kosten unverhältnismäßig viel Leistung. Wer bei etwa 80 Prozent der Rumpfgeschwindigkeit fährt, kommt kaum später an und spart spürbar.

Bewuchs kostet echtes Geld: Ein bewachsener Rumpf erhöht den Widerstand deutlich. Zwischen frisch gereinigt und einer Saison Bewuchs liegen je nach Revier zweistellige Prozentwerte im Verbrauch – oft mehr, als jede Fahrweise ausgleichen kann.

Den eigenen Wert kennen: Faustformeln aus der Motorleistung helfen beim ersten Überschlag. Verlässlich wird die Planung erst, wenn man eine volle Tankfüllung gegen die Motorstunden hält. Zwei, drei Tankfüllungen später kennt man seinen Verbrauch besser als jede Tabelle.