Die Frage „Komme ich damit hin?“ ist auf dem Wasser ernster als an Land. Es gibt keine Tankstelle alle zwanzig Kilometer, keine Standspur und keinen Abschleppdienst um die Ecke. Wer ohne Sprit liegen bleibt, wird zum Fall für andere.
Stunden statt Kilometer: Ein Bootsmotor verbraucht nach Drehzahl. Zwei Stunden gegen den Strom kosten genauso viel Sprit wie zwei Stunden mit dem Strom – nur legt man dabei sehr unterschiedliche Strecken zurück. Deshalb steht der Stundenverbrauch am Anfang jeder Reichweitenrechnung.
Die Drittelregel ist keine Übervorsicht: Ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve. Das klingt großzügig, bis der Wind auffrischt, die Schleuse wegen Wartung geschlossen ist oder der geplante Liegeplatz belegt und der nächste zwölf Seemeilen weiter ist.
Der letzte Knoten ist der teuerste: Im Verdrängerbereich steigt der Widerstand überproportional mit der Geschwindigkeit. Die letzten zehn Prozent Fahrt kosten unverhältnismäßig viel Leistung. Wer bei etwa 80 Prozent der Rumpfgeschwindigkeit fährt, kommt kaum später an und spart spürbar.
Bewuchs kostet echtes Geld: Ein bewachsener Rumpf erhöht den Widerstand deutlich. Zwischen frisch gereinigt und einer Saison Bewuchs liegen je nach Revier zweistellige Prozentwerte im Verbrauch – oft mehr, als jede Fahrweise ausgleichen kann.
Den eigenen Wert kennen: Faustformeln aus der Motorleistung helfen beim ersten Überschlag. Verlässlich wird die Planung erst, wenn man eine volle Tankfüllung gegen die Motorstunden hält. Zwei, drei Tankfüllungen später kennt man seinen Verbrauch besser als jede Tabelle.