Boot & Wasser

Auf dem Wasser wird Verbrauch in Litern pro Stunde gerechnet, nicht pro Kilometer – denn der Motor verbraucht nach Drehzahl, nicht nach Strecke. Dieser Rechner ermittelt daraus Reichweite, Fahrzeit und die Kosten je Seemeile.

Reichweite mit nutzbarem Tank
— sm

So wird gerechnet

Die nutzbare Tankmenge ergibt sich aus dem Tankinhalt abzüglich der Reserve. Geteilt durch den Stundenverbrauch ergibt das die Fahrzeit, multipliziert mit der Marschgeschwindigkeit die Reichweite in Seemeilen. Eine Seemeile entspricht 1,852 km.

Die Faustformel zur Verbrauchsschätzung (0,35 l/PS/h Benzin, 0,22 l/PS/h Diesel bei 75 % Last) ist ein grober Anhaltswert. Gemessene Werte aus dem Bordbuch sind immer genauer.

Häufige Fragen

Warum wird der Verbrauch in Litern pro Stunde angegeben?

Weil der Verbrauch eines Bootsmotors an der Drehzahl hängt, nicht an der zurückgelegten Strecke. Bei Gegenstrom braucht dieselbe Strecke mehr Zeit und damit mehr Sprit – eine Angabe in l/100 km wäre auf dem Wasser wertlos.

Was ist die Drittelregel?

Seemännische Faustregel für die Tankplanung: ein Drittel für den Hinweg, ein Drittel für den Rückweg, ein Drittel bleibt als Reserve. Sie fängt Gegenwind, Umwege, geschlossene Schleusen und Fehleinschätzungen ab. Der Rechner nutzt sie als Voreinstellung.

Wie genau ist die Schätzung aus der Motorleistung?

Nur als Größenordnung brauchbar. Rumpfform, Beladung, Propeller, Bewuchs und Fahrstil verändern den Wert erheblich. Wer einmal eine volle Tankfüllung gegen die gefahrenen Motorstunden hält, kennt seinen echten Verbrauch und kann ab da verlässlich rechnen.

Warum ist Sprit an der Bootstankstelle teurer?

Kleinere Abgabemengen, aufwendigere Logistik und geringerer Wettbewerb. Der Aufschlag gegenüber der Straßentankstelle liegt regelmäßig bei 20 bis 40 Cent pro Liter – wer mit Straßenpreisen kalkuliert, unterschätzt die Saisonkosten.

Wie stark senkt langsameres Fahren den Verbrauch?

Deutlich stärker als beim Auto. Der Fahrwiderstand steigt im Verdrängerbereich überproportional an: Wer von voller Rumpfgeschwindigkeit auf etwa 80 Prozent zurückgeht, verliert wenig Zeit, spart aber oft ein Drittel des Verbrauchs.

Reichweite planen statt hoffen

Die Frage „Komme ich damit hin?“ ist auf dem Wasser ernster als an Land. Es gibt keine Tankstelle alle zwanzig Kilometer, keine Standspur und keinen Abschleppdienst um die Ecke. Wer ohne Sprit liegen bleibt, wird zum Fall für andere.

Stunden statt Kilometer: Ein Bootsmotor verbraucht nach Drehzahl. Zwei Stunden gegen den Strom kosten genauso viel Sprit wie zwei Stunden mit dem Strom – nur legt man dabei sehr unterschiedliche Strecken zurück. Deshalb steht der Stundenverbrauch am Anfang jeder Reichweitenrechnung.

Die Drittelregel ist keine Übervorsicht: Ein Drittel hin, ein Drittel zurück, ein Drittel Reserve. Das klingt großzügig, bis der Wind auffrischt, die Schleuse wegen Wartung geschlossen ist oder der geplante Liegeplatz belegt und der nächste zwölf Seemeilen weiter ist.

Der letzte Knoten ist der teuerste: Im Verdrängerbereich steigt der Widerstand überproportional mit der Geschwindigkeit. Die letzten zehn Prozent Fahrt kosten unverhältnismäßig viel Leistung. Wer bei etwa 80 Prozent der Rumpfgeschwindigkeit fährt, kommt kaum später an und spart spürbar.

Bewuchs kostet echtes Geld: Ein bewachsener Rumpf erhöht den Widerstand deutlich. Zwischen frisch gereinigt und einer Saison Bewuchs liegen je nach Revier zweistellige Prozentwerte im Verbrauch – oft mehr, als jede Fahrweise ausgleichen kann.

Den eigenen Wert kennen: Faustformeln aus der Motorleistung helfen beim ersten Überschlag. Verlässlich wird die Planung erst, wenn man eine volle Tankfüllung gegen die Motorstunden hält. Zwei, drei Tankfüllungen später kennt man seinen Verbrauch besser als jede Tabelle.