Der Rechner nennt zu einem Verstoß den Regelsatz des Bußgeldkatalogs, die Punkte im Fahreignungsregister und die Dauer eines Fahrverbots.
Einzutragen ist die Überschreitung nach Abzug der Messtoleranz – in der Regel 3 km/h bis Tempo 100, darüber 3 % des Messwerts. Die Sätze gelten für Pkw und Motorrad; für Lkw und Busse liegen sie deutlich höher.
Rotphase und Folge sind zwei unabhängige Merkmale. Der Bußgeldkatalog kombiniert sie in den Nummern 132 bis 132.3.2 zu sechs Tatbeständen.
§ 23 Abs. 1a StVO erfasst jedes elektronische Gerät, das aufgenommen oder gehalten wird – auch Tablet, Kamera oder E-Book-Reader. Die Freisprecheinrichtung bleibt erlaubt, solange das Gerät liegen bleibt. Für Fußgänger gilt die Vorschrift nicht; einen Regelsatz gibt es dafür nicht.
Der erforderliche Abstand entspricht dem halben Tachowert in Metern (§ 4 Abs. 1 StVO). Tabelle 2 des Anhangs zur BKatV staffelt die Regelsätze nach Bruchteilen dieses halben Tachowertes – nicht des vollen Tachowertes.
Der Ordnungswidrigkeitenbereich des § 24a StVG reicht von 0,5 bis 1,09 ‰. Ab 1,1 ‰ gilt ein Kraftfahrzeugführer als absolut fahruntüchtig, die Tat ist dann eine Straftat nach § 316 StGB. Der Regelsatz steigt nicht mit der Promillezahl, sondern mit den Voreintragungen.
Halten heißt kurzes, gewolltes Anhalten, Parken beginnt nach drei Minuten oder sobald das Fahrzeug verlassen wird (§ 12 Abs. 2 StVO). Für dieselbe Stelle gelten deshalb zwei verschiedene Regelsätze.
So wird gerechnet
Der Regelsatz ist der Ausgangspunkt, nicht das Urteil: Die Behörde darf ihn nach § 3 Abs. 1 BKatV bei Vorsatz oder Voreintragungen erhöhen und bei geringem Verschulden senken. Ein Fahrverbot steht nur bei den in § 4 BKatV genannten Tatbeständen im Regelfall an.
Regelsätze nach der Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV) in der seit dem 9. November 2021 geltenden Fassung sowie Tabelle 1 und 2 des Anhangs. Punkte nach § 28 Abs. 3 Nr. 3 StVG in Verbindung mit Anlage 13 FeV. Die Sätze gelten für Pkw und Motorrad; für Lkw und Kraftomnibusse gelten höhere Werte.
Hintergrund
Wo ein einziges km/h den Preis vervielfacht
Innerorts trennt ein einziger Kilometer pro Stunde 180 € von 260 € – und genau dort beginnt das Fahrverbot. Der Bußgeldkatalog rechnet nicht linear, sondern in Stufen, und die interessanten Zahlen stehen nicht in den Stufen, sondern an ihren Kanten.
Grundlage: Bußgeldkatalog-Verordnung · Anlage zur BKatV – Bußgeldkatalog und 12 weitere · alle Quellen
Drei Sanktionen, drei Rechtsgrundlagen
Ein Bußgeldbescheid nennt bis zu drei Folgen, und sie stammen aus drei verschiedenen Vorschriften. Der Geldbetrag ist der Regelsatz des Bußgeldkatalogs, der Anlage zur Bußgeldkatalog-Verordnung; die hier verwendete Fassung gilt seit dem 9. November 2021. Das Fahrverbot steht nicht in jeder Katalogzeile, sondern folgt aus § 4 BKatV in Verbindung mit § 25 StVG. Und die Punkte stehen überhaupt nicht im Bußgeldkatalog – sie ergeben sich aus § 28 Abs. 3 StVG und der Anlage 13 zur Fahrerlaubnis-Verordnung.
Für den Punkt müssen zwei Bedingungen zusammenkommen. Erstens muss der Tatbestand in Anlage 13 FeV überhaupt aufgeführt sein – diese Liste ist abschließend, der Betrag allein genügt nicht. Zweitens muss entweder ein Fahrverbot angeordnet oder eine Geldbuße von mindestens 60 € festgesetzt worden sein, § 28 Abs. 3 Nr. 3 Buchst. a StVG. Deshalb bleibt das Handy am Lenker eines Fahrrads mit 55 € punktfrei, während dieselbe Handlung am Steuer eines Autos 100 € kostet und einen Punkt nach sich zieht.
Unterhalb dieser Grenze liegt noch eine zweite. Nach § 1 Abs. 1 Satz 2 BKatV wird bei einem Regelsatz bis 55 € kein Bußgeld festgesetzt, sondern ein Verwarnungsgeld erhoben. Der Satz für das Handy am Fahrrad liegt mit 55 € genau auf dieser Schwelle – gerade 5 € unter der Eintragungsgrenze.
Diese drei Größen laufen nicht parallel. Der Rest dieses Artikels sucht die Stellen, an denen sie auseinanderfallen.
Die Geschwindigkeitstabelle ist eine Treppe
Für Pkw und Motorräder gilt Tabelle 1 Buchstabe c des Anhangs zur BKatV. Sie hat zehn Stufen, und innerhalb einer Stufe ändert sich nichts: Wer innerorts 21 km/h zu schnell ist, zahlt genauso viel wie jemand mit 25 km/h. Der Preis eines zusätzlichen km/h ist innerhalb der Stufe null – und an ihrer Kante maximal.
| Nr. | Überschreitung | Innerorts | Außerorts | Aufschlag innerorts | Fahrverbot innerorts | Fahrverbot außerorts |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 11.3.1 | 1 – 10 km/h | 30 € | 20 € | 10 € | – | – |
| 11.3.2 | 11 – 15 km/h | 50 € | 40 € | 10 € | – | – |
| 11.3.3 | 16 – 20 km/h | 70 € | 60 € | 10 € | – | – |
| 11.3.4 | 21 – 25 km/h | 115 € | 100 € | 15 € | – | – |
| 11.3.5 | 26 – 30 km/h | 180 € | 150 € | 30 € | – | – |
| 11.3.6 | 31 – 40 km/h | 260 € | 200 € | 60 € | 1 Monat | – |
| 11.3.7 | 41 – 50 km/h | 400 € | 320 € | 80 € | 1 Monat | 1 Monat |
| 11.3.8 | 51 – 60 km/h | 560 € | 480 € | 80 € | 2 Monate | 1 Monat |
| 11.3.9 | 61 – 70 km/h | 700 € | 600 € | 100 € | 3 Monate | 2 Monate |
| 11.3.10 | über 70 km/h | 800 € | 700 € | 100 € | 3 Monate | 3 Monate |
Der teuerste einzelne Kilometer pro Stunde in dieser Tabelle liegt innerorts beim Schritt von 50 auf 51 km/h Überschreitung: Der Regelsatz steigt von 400 € auf 560 €, also um 160 €. Der folgenreichste ist ein anderer. Innerorts von 30 auf 31 km/h kostet nur 80 € mehr – aber ab hier sieht der Katalog ein Regelfahrverbot von einem Monat vor, wo vorher keines stand.
Zwischen innerorts und außerorts liegen zehn km/h
Beim Geld ist der Unterschied zwischen den beiden Ortslagen überschaubar: Der Aufschlag für innerorts reicht von 10 € in der niedrigsten bis 100 € in den oberen Stufen. Beim Fahrverbot ist er dagegen groß. Innerorts beginnt es bei 31 km/h Überschreitung, außerorts erst bei 41 km/h – eine Differenz von zehn Kilometern pro Stunde.
Wer außerorts 31 km/h zu schnell fährt, zahlt 200 € und darf weiterfahren. Dieselbe Überschreitung innerorts kostet 260 € und einen Monat Fahrverbot. Über die härteste Rechtsfolge der ganzen Tabelle entscheidet damit kein Messwert, sondern die Ortstafel.
Relativ gerechnet steht die Tabelle auf dem Kopf
Der Katalog kennt nur absolute Kilometer pro Stunde. Wie schwer eine Überschreitung wiegt, hängt aber davon ab, wie hoch das Limit war, das sie überschreitet. Setzt man die Fahrverbotsschwelle ins Verhältnis zum jeweils geltenden Tempolimit, kippt das Bild.
| Tempolimit | Ortslage | Fahrverbot ab Überschreitung | Das entspricht Tempo | Überschreitung in Prozent |
|---|---|---|---|---|
| 30 km/h | innerorts | 31 km/h | 61 km/h | 103 % |
| 50 km/h | innerorts | 31 km/h | 81 km/h | 62 % |
| 70 km/h | außerorts | 41 km/h | 111 km/h | 59 % |
| 100 km/h | außerorts | 41 km/h | 141 km/h | 41 % |
| 120 km/h | außerorts | 41 km/h | 161 km/h | 34 % |
In einer Zone mit Tempo 30 muss man das Limit um 103 Prozent überschreiten, ehe ein Regelfahrverbot in Betracht kommt – also mehr als doppelt so schnell fahren wie erlaubt. Bei einem Tempolimit von 120 entspricht dieselbe absolute Schwelle nur noch rund 34 Prozent. Beide Fälle lösen dieselbe Rechtsfolge aus. Der Katalog trifft diese Unterscheidung nicht: Er kennt nur zwei Ortslagen und absolute Kilometer pro Stunde, kein Verhältnis zum Limit.
Beharrlichkeit kostet keinen Cent extra
§ 4 Abs. 2 Satz 2 BKatV kennt einen zweiten Weg zum Fahrverbot. Wer innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft einer Geldbuße wegen mindestens 26 km/h erneut mindestens 26 km/h zu schnell ist, handelt beharrlich; das Fahrverbot beträgt beim ersten Mal einen Monat.
Interessant ist, wo diese Regel überhaupt etwas ändert. Oberhalb der Regelfahrverbotsgrenze steht das Fahrverbot ohnehin im Katalog. Wirksam wird die Beharrlichkeit deshalb nur in dem Fenster dazwischen: innerorts zwischen 26 und 30 km/h, außerorts zwischen 26 und 40 km/h – ein Fenster von fünf beziehungsweise fünfzehn Kilometern pro Stunde.
Am Geld ändert die Wiederholung dabei nichts. Innerorts 26 km/h zu schnell kostet beim ersten Mal 180 € ohne Fahrverbot. Genau dieselbe Fahrt, begangen innerhalb eines Jahres nach Rechtskraft der ersten Geldbuße, kostet weiterhin 180 € – und dazu einen Monat Fahrverbot. Die zweite Tat ist nicht teurer, sie ist nur teuer auf eine andere Art.
Der teuerste km/h steht nicht in der Geschwindigkeitstabelle
Beim Abstand knüpft der Katalog nicht an die Überschreitung an, sondern an die gefahrene Geschwindigkeit selbst – und zwar mit einer harten Kante. Nummer 12.1 BKat sieht für Abstandsverstöße bei einer Geschwindigkeit bis 80 km/h einen einzigen Regelsatz vor, unabhängig davon, wie dicht aufgefahren wurde. Erst bei mehr als 80 km/h greifen die gestaffelten Sätze der Tabelle 2 des Anhangs, die nach Bruchteilen des halben Tachowertes bemessen sind.
| Gemessener Abstand | Bei 80 km/h | Punkte | Bei 81 km/h | Punkte | Mehrbetrag |
|---|---|---|---|---|---|
| 4 m | 25 € | 0 | 320 € | 1 | 295 € |
| 8 m | 25 € | 0 | 240 € | 1 | 215 € |
| 12 m | 25 € | 0 | 160 € | 1 | 135 € |
| 20 m | 25 € | 0 | 75 € | 1 | 50 € |
| 30 m | 25 € | 0 | 35 € | 0 | 10 € |
| 39 m | 25 € | 0 | 35 € | 0 | 10 € |
Bei 80 km/h beträgt der erforderliche Abstand 40 Meter, bei 81 km/h sind es 40,5 Meter. Der Unterschied im Abstand ist damit ein halber Meter, der Unterschied in der Sanktion beträgt bis zu 295 €: Bei 4 Metern Abstand stehen 25 € gegen 320 €, das 12,8-Fache. In vier der sechs Zeilen kommt außerdem ein Punkt hinzu, der bei 80 km/h nicht anfällt. Ein einziges km/h auf dem Tacho, und die Bemessungsgrundlage ist eine andere.
Dieselbe Mechanik wiederholt sich an den Grenzen von 100 und 130 km/h, wo Tabelle 2 von Buchstabe a auf b und von b auf c wechselt. Bei 14 Metern Abstand liegt der Regelsatz mit 100 km/h bei 160 €; das bringt einen Punkt ein, aber kein Fahrverbot. Bei 101 km/h sind es dieselben 160 € – aber zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Der Betrag ändert sich nicht, die Folge schon.
Ein Meter ist ein Monat
Wie fein die Stufen beim Abstand tatsächlich liegen, zeigt sich, wenn man sie für ein festes Tempo in Meter zurückrechnet. Bei 130 km/h beträgt der halbe Tachowert 65 Meter; ab 65 Metern liegt kein Verstoß mehr vor.
| Nr. | Gemessener Abstand | Regelsatz | Punkte | Fahrverbot |
|---|---|---|---|---|
| 12.4 | 33 – 64 m | 35 € | 0 | – |
| 12.6.1 | 26 – 32 m | 75 € | 1 | – |
| 12.6.2 | 20 – 25 m | 100 € | 1 | – |
| 12.6.3 | 13 – 19 m | 160 € | 2 | 1 Monat |
| 12.6.4 | 7 – 12 m | 240 € | 2 | 2 Monate |
| 12.6.5 | bis 6 m | 320 € | 2 | 3 Monate |
Die entscheidende Zeile ist der Übergang in der Mitte. Bei 20 Metern Abstand kostet die Fahrt 100 € und bringt einen Punkt ein. Bei 19 Metern sind es 160 €, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Ein Meter trennt die beiden Zeilen. Bei 130 km/h legt ein Fahrzeug diesen Meter in 28 Millisekunden zurück – so kurz ist die Spanne zwischen einer Geldbuße ohne Fahrverbot und einer mit.
Dieselbe Bauart hat der Rotlichtverstoß, dort entscheidet eine einzige Sekunde. Eine Rotphase von unter einer Sekunde kostet 90 € und bringt einen Punkt ein; ab einer Sekunde sind es 200 €, zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Der Katalog arbeitet an seinen wichtigsten Stellen mit Schwellen, nicht mit Übergängen.
Was diese Rechnung nicht abbildet
Alle Werte sind Regelsätze. Sie gehen nach § 1 Abs. 2 BKatV von gewöhnlichen Tatumständen und – in Abschnitt I des Bußgeldkatalogs, aus dem alle hier gezeigten Zahlen stammen – von fahrlässiger Begehung aus. Etwaige Eintragungen im Fahreignungsregister sind darin grundsätzlich nicht berücksichtigt, § 3 Abs. 1 BKatV. Wird ausnahmsweise von einem Fahrverbot abgesehen, soll das Bußgeld nach § 4 Abs. 4 BKatV angemessen erhöht werden.
Die Geschwindigkeitswerte gelten für Pkw und Motorräder. Für schwere Lastkraftwagen, Fahrzeuge mit Anhänger und Kraftomnibusse gelten die deutlich höheren Sätze der Tabelle 1 Buchstaben a und b, die hier nicht abgebildet sind. Alle Überschreitungen verstehen sich nach Abzug der Messtoleranz. Die Abstandsrechnung setzt voraus, dass Geschwindigkeit und Abstand gleichzeitig gemessen wurden – der halbe Tachowert ist die Bezugsgröße der Tabelle 2, nicht der volle. Nicht enthalten sind schließlich Gebühren und Auslagen des Verfahrens sowie die Folgen, die sich aus dem erreichten Punktestand nach § 4 Abs. 5 StVG ergeben.
Die Zahlen dieses Artikels stammen aus demselben Rechenmodul wie der Rechner am Anfang dieser Seite. Wer einen konkreten Fall durchspielen will – Geschwindigkeit, Abstand, Rotlicht oder Handy am Steuer –, findet dort die Eingabefelder.