Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und braucht dafür nur einen Bruchteil an Strom. Ob sie sich auch finanziell trägt, entscheidet sich aber an einer einzigen Rechnung: Strompreis geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Preis je Kilowattstunde Wärme – und der muss unter dem der alten Heizung liegen.
Funktionsweise und Effizienzmaßstäbe: Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung. 1 kWh Strom erzeugt 3-4 kWh Wärme; die maßgebliche Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Der COP-Wert der Hersteller liegt meist höher (4-5), weil er unter Laborbedingungen gemessen wird. Rechnen Sie mit JAZ 2,8 bis 4,0. Moderne Luft-Wärmepumpen laufen auch bei -25 °C, am effizientesten arbeiten sie zwischen 0 °C und +15 °C.
Die entscheidende Rechnung, mit echten Zahlen: Ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf zahlt bei einem Gaspreis von 10 ct/kWh rund 1.500 € im Jahr. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 braucht dafür 4.286 kWh Strom. Zum durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh kostet das 1.586 € – also 86 € mehr als Gas. Der Wärmepreis liegt mit 10,57 ct/kWh knapp über dem Gaspreis. Mit einem Wärmepumpentarif von etwa 26 ct/kWh dreht sich das Bild: Dann kostet der Strom 1.114 € und es bleiben 386 € Ersparnis im Jahr. Bei 10.500 € Investition nach Förderung sind das rechnerisch 27,2 Jahre – gerechnet mit heutigen, konstanten Preisen.
Was die Rechnung kippt: Vier Stellschrauben entscheiden, und keine davon ist der Anschaffungspreis. Erstens der Stromtarif: Ein separater Wärmepumpenzähler mit eigenem Tarif ist meist die größte einzelne Verbesserung. Zweitens die Jahresarbeitszahl – jeder Zehntelpunkt zählt, und sie hängt an Dämmung und Vorlauftemperatur, nicht am Gerät allein. Drittens der Gaspreis: Der CO₂-Preis nach dem BEHG steigt weiter und verteuert Gas Jahr für Jahr, während dieser Rechner bewusst mit konstanten Preisen arbeitet. Viertens eigener PV-Strom, der Netzstrom ersetzt.
Schlüsselbedingungen für Erfolg: Die Gebäudedämmung ist entscheidend – ungedämmte Altbauten brauchen 30-50 % mehr Strom und amortisieren sich nicht. Moderne Wärmepumpen funktionieren auch mit alten Heizkörpern, sind dabei aber weniger effizient. Ideal ist eine Flächenheizung oder ein Niedertemperatur-Heizkörper mit 35-45 °C Vorlauftemperatur. Ein Warmwasserspeicher erlaubt es zusätzlich, den Betrieb in die Stunden mit PV-Ertrag zu verschieben.
Kombination mit einer PV-Anlage: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde, die in die Wärmepumpe geht, ersetzt Netzstrom zu 37,0 ct/kWh, statt für 7,70 ct/kWh eingespeist zu werden – das ist der eigentliche Hebel. Mit Steuerung und Warmwasserspeicher lässt sich der Eigenverbrauch deutlich steigern. Die Einschränkung bleibt jahreszeitlich: Wenn der Wärmebedarf am größten ist, liefert die Anlage am wenigsten.
CO₂-Bilanz und Regelwerk: Gegenüber Gas spart eine Wärmepumpe schon mit dem heutigen Strommix rund die Hälfte der Emissionen, und der Vorsprung wächst mit jedem Jahr, in dem der Strommix sauberer wird. Rechtlich ist sie seit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes zum 29. Juli 2026 – jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz – eine von zehn zulässigen Optionen beim Heizungstausch (§ 42 Abs. 2 GModG); eine Pflicht zur Wärmepumpe besteht nicht.