Energie

Vergleichen Sie die Heizkosten einer Wärmepumpe mit Ihrer aktuellen Gas- oder Ölheizung. So sehen Sie, ob sich der Umstieg für Ihr Gebäude wirtschaftlich rechnet.

Jährliche Ersparnis
— €

So wird gerechnet

Eine Wärmepumpe erzeugt aus 1 kWh Strom 3 bis 4 kWh Wärme. Maßgeblich ist dabei die Jahresarbeitszahl aus dem realen Betrieb, nicht der im Labor ermittelte COP. Seit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes zum 29. Juli 2026 – es heißt jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz – ist die Wärmepumpe eine von zehn zulässigen Optionen beim Heizungstausch (§ 42 Abs. 2 GModG); die frühere 65-Prozent-Pflicht für erneuerbare Energien ist entfallen.

Wärmepreis = Strompreis ÷ Jahresarbeitszahl. Voreingestellt sind 37,0 ct/kWh – der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 nach der BDEW-Strompreisanalyse April 2026 (Datenstand 04/2026, abgerufen am 12.08.2026). Wer einen eigenen Wärmepumpentarif hat, trägt dessen niedrigeren Arbeitspreis ein; solche Sondertarife sind im BDEW-Durchschnitt ausdrücklich nicht enthalten. Die CO₂-Bilanz rechnet mit dem Emissionsfaktor für Erdgas nach EBeV 2030 Anlage 2 Teil 4 (0,181 kg je kWh) und dem Strommix von 344 g je kWh nach Umweltbundesamt für 2025.

Häufige Fragen

Wann rechnet sich ein Wärmepumpentausch wirtschaftlich?

Entscheidend ist das Verhältnis von Strompreis zu Jahresarbeitszahl. Beim Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh und JAZ 3,5 kostet die Kilowattstunde Wärme 10,57 ct – gegen Gas zu 10 ct/kWh entsteht dann keine Ersparnis, sondern ein Minus von 86 € im Jahr. Mit einem Wärmepumpentarif von etwa 26 ct/kWh sind es dagegen 386 € Ersparnis. Rechnen Sie also mit Ihrem tatsächlichen Tarif, nicht mit dem Haushaltsdurchschnitt, und prüfen Sie einen separaten Wärmepumpenzähler.

Warum zeigt der Rechner mit dem Standardwert keine Ersparnis?

Weil die Voreinstellung bewusst den belegten Haushaltsstrompreis nimmt und nicht einen geschönten Wert. Bei 37,0 ct/kWh und JAZ 3,5 liegt der Wärmepreis mit 10,57 ct/kWh knapp über dem eines Gaspreises von 10 ct/kWh. Die Wärmepumpe wird wirtschaftlich, sobald mindestens eines davon zutrifft: ein Wärmepumpentarif, eine bessere Jahresarbeitszahl (gute Dämmung, niedrige Vorlauftemperatur), ein steigender Gaspreis durch den CO₂-Preis oder eigener PV-Strom. Die Förderung verkürzt die Amortisation, ersetzt aber keine laufende Ersparnis.

Was ist der Unterschied zwischen COP, JAZ und SCOP?

COP = Kennzahl im Labor, optimale Bedingungen. JAZ = reale Jahresarbeitszahl mit echtem Wetter und Betrieb (15-30% niedriger als COP). SCOP = standardisierter Europawert. Rechnen Sie mit JAZ 3.0-4.0, nicht mit Hersteller-COP 4-5!

Brauche ich ein neues Heizsystem für eine Wärmepumpe?

Nicht zwingend! Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen (55-60°C) können auch alte Heizkörper versorgen. Effektiver (und günstiger): Alte Heizung + Wärmepumpe kombiniert = Hybrid-Lösung. Ideal: neue Heizkörper oder Flächenheizung = noch bessere Effizienz.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Winter bei -20°C?

Ja! Moderne Geräte arbeiten bis -25°C zuverlässig (JAZ bleibt 2.5-3.0 auch bei Frost). Ein Gasbrennwert-Speicher hilft dann im Hintergrund nach. Ungünstig: sehr alte, ungedämmte Häuser brauchen extra viel Heizstrom bei Kälte (können teuer werden).

Brauche ich einen Heizstab oder Gasbrennwert-Hybrid?

Hybrid mit Gas ist praktisch für Übergangsfälle und Spitzenlast (spart ~20€/a Stromkosten). Ein Heizstab allein ist ineffizient. Besser: gute Dämmung + Speicher → Wärmepumpe läuft effizient auch bei Kälte. Hybrid ist eine Sicherheit, keine Notwendigkeit.

Kann ich eine Wärmepumpe mit PV-Anlage kombinieren?

Ideal – und wirtschaftlich oft der entscheidende Punkt. Jede selbst erzeugte Kilowattstunde, die in die Wärmepumpe geht, ersetzt Netzstrom zu 37,0 ct/kWh, statt für 7,70 ct/kWh eingespeist zu werden. Mit einem Warmwasserspeicher (300-500 l) lässt sich der Mittagsertrag in den Abend verschieben. Im Winter, wenn der Wärmebedarf am größten ist, liefert die PV-Anlage allerdings am wenigsten – der Deckungsgrad übers Jahr bleibt deshalb begrenzt.

Wärmepumpen verstehen und wirtschaftlich bewerten

Eine Wärmepumpe nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser und braucht dafür nur einen Bruchteil an Strom. Ob sie sich auch finanziell trägt, entscheidet sich aber an einer einzigen Rechnung: Strompreis geteilt durch Jahresarbeitszahl ergibt den Preis je Kilowattstunde Wärme – und der muss unter dem der alten Heizung liegen.

Funktionsweise und Effizienzmaßstäbe: Eine Wärmepumpe arbeitet wie ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung. 1 kWh Strom erzeugt 3-4 kWh Wärme; die maßgebliche Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Der COP-Wert der Hersteller liegt meist höher (4-5), weil er unter Laborbedingungen gemessen wird. Rechnen Sie mit JAZ 2,8 bis 4,0. Moderne Luft-Wärmepumpen laufen auch bei -25 °C, am effizientesten arbeiten sie zwischen 0 °C und +15 °C.

Die entscheidende Rechnung, mit echten Zahlen: Ein Haus mit 15.000 kWh Wärmebedarf zahlt bei einem Gaspreis von 10 ct/kWh rund 1.500 € im Jahr. Eine Wärmepumpe mit JAZ 3,5 braucht dafür 4.286 kWh Strom. Zum durchschnittlichen Haushaltsstrompreis von 37,0 ct/kWh kostet das 1.586 € – also 86 € mehr als Gas. Der Wärmepreis liegt mit 10,57 ct/kWh knapp über dem Gaspreis. Mit einem Wärmepumpentarif von etwa 26 ct/kWh dreht sich das Bild: Dann kostet der Strom 1.114 € und es bleiben 386 € Ersparnis im Jahr. Bei 10.500 € Investition nach Förderung sind das rechnerisch 27,2 Jahre – gerechnet mit heutigen, konstanten Preisen.

Was die Rechnung kippt: Vier Stellschrauben entscheiden, und keine davon ist der Anschaffungspreis. Erstens der Stromtarif: Ein separater Wärmepumpenzähler mit eigenem Tarif ist meist die größte einzelne Verbesserung. Zweitens die Jahresarbeitszahl – jeder Zehntelpunkt zählt, und sie hängt an Dämmung und Vorlauftemperatur, nicht am Gerät allein. Drittens der Gaspreis: Der CO₂-Preis nach dem BEHG steigt weiter und verteuert Gas Jahr für Jahr, während dieser Rechner bewusst mit konstanten Preisen arbeitet. Viertens eigener PV-Strom, der Netzstrom ersetzt.

Schlüsselbedingungen für Erfolg: Die Gebäudedämmung ist entscheidend – ungedämmte Altbauten brauchen 30-50 % mehr Strom und amortisieren sich nicht. Moderne Wärmepumpen funktionieren auch mit alten Heizkörpern, sind dabei aber weniger effizient. Ideal ist eine Flächenheizung oder ein Niedertemperatur-Heizkörper mit 35-45 °C Vorlauftemperatur. Ein Warmwasserspeicher erlaubt es zusätzlich, den Betrieb in die Stunden mit PV-Ertrag zu verschieben.

Kombination mit einer PV-Anlage: Jede selbst erzeugte Kilowattstunde, die in die Wärmepumpe geht, ersetzt Netzstrom zu 37,0 ct/kWh, statt für 7,70 ct/kWh eingespeist zu werden – das ist der eigentliche Hebel. Mit Steuerung und Warmwasserspeicher lässt sich der Eigenverbrauch deutlich steigern. Die Einschränkung bleibt jahreszeitlich: Wenn der Wärmebedarf am größten ist, liefert die Anlage am wenigsten.

CO₂-Bilanz und Regelwerk: Gegenüber Gas spart eine Wärmepumpe schon mit dem heutigen Strommix rund die Hälfte der Emissionen, und der Vorsprung wächst mit jedem Jahr, in dem der Strommix sauberer wird. Rechtlich ist sie seit der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes zum 29. Juli 2026 – jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz – eine von zehn zulässigen Optionen beim Heizungstausch (§ 42 Abs. 2 GModG); eine Pflicht zur Wärmepumpe besteht nicht.