Mit dem Mindestlohn-Rechner berechnen Sie Ihr monatliches Mindestlohn-Gehalt auf Basis Ihres Stundenlohns und Ihrer Wochenstunden. Prüfen Sie, ob Ihr Gehalt den gesetzlichen Mindestlohn erfüllt.
So wird gerechnet
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit Januar 2026 13,90 € brutto pro Stunde. Er gilt für alle Arbeitnehmer mit wenigen Ausnahmen wie Auszubildende und Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten. Bei einer 40-Stunden-Woche ergibt das 2.409,33 € im Monat. Zum 1.1.2027 steigt der Satz auf 14,60 € – bereits verkündet in derselben Verordnung.
Mindestlohn seit 1. Januar 2026: 13,90 € je Zeitstunde – § 1 der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung vom 05.11.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 268). Geringfügigkeitsgrenze 603 € nach § 8 Abs. 1a SGB IV.
Hintergrund
Eine Zehn-Stunden-Woche zum Mindestlohn rutscht durch keine Erhöhung aus dem Minijob
Die Geringfügigkeitsgrenze ist kein politischer Wert, den jemand getrennt vom Mindestlohn festlegt – sie ergibt sich zwingend aus ihm: Mindestlohn × 130 ÷ 3, aufgerundet auf volle Euro (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Von 520 € im Oktober 2022 ist sie so über 538 € und 556 € auf 603 € seit Januar 2026 gestiegen, 633 € sind für 2027 bereits verkündet. Wer testet, ob eine Mindestlohnerhöhung einen Minijob mit gleichbleibenden Stunden über diese Grenze drückt, findet im Rechenmodul das Gegenteil: bei exakt zehn Wochenstunden passiert das nie – nicht durch Zufall, sondern weil die Formel selbst auf einer Zehn-Stunden-Woche beruht.
Grundlage: § 1 Abs. 2 MiLoG – Höhe des Mindestlohns und Anpassung per Verordnung · § 8 Abs. 1a SGB IV – Berechnung der Geringfügigkeitsgrenze und 1 weitere · alle Quellen
Die Formel: keine eigene Zahl, sondern ein Vielfaches des Mindestlohns
§ 1 Abs. 2 MiLoG legt nur den Ausgangswert fest – 12 Euro ab dem 1. Oktober 2022 – und überlässt jede weitere Erhöhung einer Rechtsverordnung der Bundesregierung auf Vorschlag der Mindestlohnkommission. § 8 Abs. 1a Satz 2 SGB IV knüpft die Geringfügigkeitsgrenze unmittelbar an genau diesen Betrag: Mindestlohn vervielfacht mit 130, geteilt durch drei, auf volle Euro aufgerundet. Eine eigenständige politische Entscheidung über die Minijob-Grenze findet seit Oktober 2022 nicht mehr statt – sie folgt automatisch, sooft eine neue Mindestlohnverordnung in Kraft tritt.
| Gültig ab | Mindestlohn | Grenze exakt | Grenze gerundet | Rundungsdifferenz |
|---|---|---|---|---|
| 1.10.2022 | 12,00 € | 520,00 € | 520 € | – (glatt) |
| 1.1.2024 | 12,41 € | 537,77 € | 538 € | 0,23 € |
| 1.1.2025 | 12,82 € | 555,53 € | 556 € | 0,47 € |
| 1.1.2026 | 13,90 € | 602,33 € | 603 € | 0,67 € |
| 1.1.2027 | 14,60 € | 632,67 € | 633 € | 0,33 € |
Die Fundstelle wechselt mit jeder Verordnung: 2022 direkt aus dem Gesetzestext, 2024 und 2025 aus der Vierten, 2026 und 2027 aus der Fünften Mindestlohnanpassungsverordnung – die Formel aus § 8 Abs. 1a SGB IV bleibt dabei unverändert dieselbe.
Woher die Zahl 130 ⁄ 3 kommt: eine Zehn-Stunden-Woche
130 ⁄ 3 wirkt wie eine willkürliche Konstante, ist es aber nicht. Ein Monatsgehalt bei h Wochenstunden zum Mindestlohn L berechnet sich als L × h × 52 ⁄ 12 (52 Wochen auf 12 Monate verteilt – dieselbe Rechnung, die auch der Rechner oben für das Monatsgehalt verwendet). Setzt man h = 10, ergibt sich L × 10 × 52 ⁄ 12 = L × 520 ⁄ 12 = L × 130 ⁄ 3 – exakt dieselbe Bruchzahl wie in der Gesetzesformel. Die Geringfügigkeitsgrenze ist mit anderen Worten so konstruiert, dass sie (vor der Rundung) genau dem Monatsgehalt einer Zehn-Stunden-Woche zum Mindestlohn entspricht – für jeden Mindestlohn, nicht nur für den aktuellen.
Die Gegenprobe: steigt der Mindestlohn, rutscht die Zehn-Stunden-Woche nie hinüber
Weil Monatsgehalt und Grenze bei genau zehn Stunden vor der Rundung identisch sind, wächst diese Gleichheit mit jeder Mindestlohnerhöhung einfach proportional mit – eine Erhöhung allein kann das Verhältnis der beiden zueinander nicht verschieben. Übrig bleibt nur der Effekt der Rundung, und die rundet ausschließlich aufwärts: Das Monatsgehalt bleibt dadurch in jedem einzelnen Jahr auf oder unter der Grenze, nie darüber.
| Gültig ab | Monatsgehalt (10 h) | Grenze desselben Jahres | Status |
|---|---|---|---|
| 1.10.2022 | 520,00 € | 520 € | innerhalb der Grenze |
| 1.1.2024 | 537,77 € | 538 € | innerhalb der Grenze |
| 1.1.2025 | 555,53 € | 556 € | innerhalb der Grenze |
| 1.1.2026 | 602,33 € | 603 € | innerhalb der Grenze |
| 1.1.2027 | 632,67 € | 633 € | innerhalb der Grenze |
2022 sind Monatsgehalt und Grenze sogar auf den Cent gleich (520,00 €) – zufällig, weil 12,00 € × 130 ⁄ 3 ohne Rest aufgeht. In allen anderen Jahren schafft die Aufrundung einen kleinen Puffer von wenigen Cent bis zu 0,67 €. Ein Selbsttest im Quellcode dieses Artikels bricht den Build ab, sollte sich das für einen zukünftig verkündeten Satz einmal ändern.
Was tatsächlich über die Grenze entscheidet: die Stundenzahl, nicht der Mindestlohn
Bei jeder anderen Stundenzahl als genau zehn verschwindet dieser Gleichstand, und zwar unabhängig davon, wie hoch der Mindestlohn gerade ist. Bei 9,5 Wochenstunden liegt das Monatsgehalt in jedem der fünf verkündeten Jahre unter der jeweiligen Grenze, bei 10,5 Wochenstunden in jedem Jahr darüber – die Differenz zum Mindestlohn wächst auf beiden Seiten im exakt gleichen Verhältnis mit, sodass sich am Vorzeichen nichts ändert:
| Wochenstunden | 2022 | 2024 | 2025 | 2026 | 2027 |
|---|---|---|---|---|---|
| 9,5 h | unter | unter | unter | unter | unter |
| 10,5 h | über | über | über | über | über |
Eine Mindestlohnerhöhung verändert also für sich genommen bei fester Stundenzahl nie den Minijob-Status – weder nach oben noch nach unten. Was ihn tatsächlich verschieben kann, sind zusätzliche Stunden, eine Gehaltserhöhung oberhalb des Mindestlohns oder ein Bonus in einem einzelnen Monat (dafür gibt es die Zwei-Monats-Toleranz nach § 8 Abs. 1b SGB IV) – nicht der Mindestlohn selbst, solange die Wochenstunden gleichbleiben.
Für die Praxis: 10 Wochenstunden als Faustregel, mit einer Einschränkung
Wer einen Minijob exakt an der Grenze plant, kann sich an zehn Wochenstunden zum jeweils aktuellen Mindestlohn orientieren, ohne bei der nächsten Mindestlohnerhöhung nachrechnen zu müssen – die Formel hält das automatisch im Gleichgewicht. Die Einschränkung: Das gilt nur, solange der Stundenlohn tatsächlich exakt dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht. Verdient jemand mehr – etwa durch einen Branchenmindestlohn oder eine übertarifliche Zulage –, wächst das Monatsgehalt schneller als die Grenze mitwächst, sobald die zusätzliche Differenz größer ist als der Cent-Puffer aus der Rundung.