Der Mindestlohn ist die unterste Lohngrenze, die Arbeitgeber zahlen müssen. In Deutschland liegt der gesetzliche Mindestlohn seit Januar 2026 bei 12,82 Euro brutto pro Stunde. Das Mindestlohngesetz (MiLoG) schreibt diese Untergrenze vor, um Lohndumping zu verhindern und Arbeitnehmer vor Ausbeutung zu schützen.
Berechnung des Monatsgehalts: Die Formel lautet: Stundenlohn × Wochenstunden × 4,33 (durchschnittliche Wochen pro Monat). Bei 12,82 €/h und einer 40-Stunden-Woche ergibt das ein Bruttomonatsgehalt von ca. 2.221 Euro. Alternativ rechnen Sie: Stundenlohn × Wochenstunden × 52 Wochen ÷ 12 Monate.
Mindestlohn-Gehalt nach Wochenstunden (2026)
| Wochenstunden | Monatslohn brutto | Jahreslohn brutto | Typische Jobs |
| 10 h (Mini-Job) | 555,53 € | 6.666,40 € | Aushilfe, Nachhilfe |
| 20 h (Teilzeit) | 1.111,07 € | 13.332,80 € | Werkstudent, Teilzeit-Verkauf |
| 30 h (Teilzeit) | 1.666,60 € | 19.999,20 € | Teilzeit-Pflege, Büro |
| 35 h | 1.944,37 € | 23.332,40 € | Reduzierte Vollzeit |
| 38,5 h | 2.139,80 € | 25.677,60 € | Tarif-Vollzeit (IG Metall) |
| 40 h (Vollzeit) | 2.221,13 € | 26.653,60 € | Standard-Vollzeit |
Entwicklung des Mindestlohns seit Einführung
| Zeitraum | Stundenlohn | Monatsgehalt (40h) | Steigerung zum Vorjahr |
| Jan 2015 | 8,50 € | 1.473 € | — (Einführung) |
| Jan 2017 | 8,84 € | 1.532 € | +4,0 % |
| Jan 2019 | 9,19 € | 1.593 € | +4,0 % |
| Jan 2020 | 9,35 € | 1.621 € | +1,7 % |
| Jul 2021 | 9,60 € | 1.664 € | +2,7 % |
| Jan 2022 | 9,82 € | 1.702 € | +2,3 % |
| Okt 2022 | 12,00 € | 2.080 € | +22,2 % (Sonderanhebung) |
| Jan 2024 | 12,41 € | 2.151 € | +3,4 % |
| Jan 2025 | 12,55 € | 2.175 € | +1,1 % |
| Jan 2026 | 12,82 € | 2.221 € | +2,2 % |
Wer bekommt Mindestlohn? Der gesetzliche Mindestlohn gilt für nahezu alle Arbeitnehmer in Deutschland – auch für Mini-Jobber, Saisonarbeiter, Teilzeitkräfte und ausländische Beschäftigte. Ausgenommen sind: Auszubildende (für die gilt seit 2020 eine eigene Mindestausbildungsvergütung), Pflichtpraktikanten und freiwillige Praktikanten unter drei Monaten, Langzeitarbeitslose in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung sowie ehrenamtlich Tätige.
Praxistipp – Mindestlohn bei Stücklohn und Akkordarbeit: Auch wenn Sie nach Stückzahl, Provision oder Akkord bezahlt werden, muss Ihr Arbeitgeber sicherstellen, dass der Stundenlohn im Monatsdurchschnitt mindestens 12,82 € beträgt. Erreichen Ihre Provisionen diesen Betrag nicht, muss der Arbeitgeber die Differenz aufstocken. Dokumentieren Sie Ihre Arbeitszeiten sorgfältig – der Arbeitgeber ist ohnehin verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen (§ 17 MiLoG).
Mindestlohn und Minijob-Grenze: Seit Oktober 2022 ist die Minijob-Grenze dynamisch an den Mindestlohn gekoppelt. Die Formel: Mindestlohn × 130 ÷ 3. Bei 12,82 €/h ergibt das eine Grenze von 556 €/Monat (2026). Das bedeutet: Bei einer 40-Stunden-Woche verdienen Sie deutlich über der Minijob-Grenze. Ein Minijob auf Mindestlohn-Basis erlaubt maximal ca. 10 Stunden pro Woche, bevor Sie in den Midi-Job-Bereich (556,01–2.000 €) rutschen.
Vergleich mit Branchenmindestlöhnen 2026: In vielen Branchen gelten tarifvertragliche Mindestlöhne, die deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn liegen. Beispiele: Elektrohandwerk ca. 14,50 €/h, Gebäudereinigung 14,25 €/h, Pflegebranche (Fachkräfte) 19,50 €/h, Dachdecker 15,40 €/h, Maler und Lackierer 14,50 €/h. Diese Branchenmindestlöhne sind für alle Betriebe der jeweiligen Branche verbindlich – auch wenn sie nicht tarifgebunden sind. Prüfen Sie immer, ob für Ihre Branche ein höherer Mindestlohn gilt.