Wohnen & Immobilien

Der Rechner geht von der Monatsrate aus, die Sie tragen können, und rechnet über Zins, Tilgung, Eigenkapital und die Kaufnebenkosten Ihres Bundeslandes zurück auf den höchsten Kaufpreis – samt Restschuld nach der Zinsbindung.

Höchster Kaufpreis
— €

So wird gerechnet

Der Kaufpreis wird so bestimmt, dass Kaufpreis und Nebenkosten zusammen Eigenkapital plus Darlehen nicht übersteigen. Die Anschlussrate tilgt die Restschuld bis zum ursprünglich geplanten Laufzeitende.

Darlehen = Rate × 12 ÷ (Sollzins + Tilgung); Tilgungsplan als Annuitätendarlehen. Kaufnebenkosten: Grunderwerbsteuer nach Landessatz (§ 11 GrEStG), Notar und Grundbuch nach GNotKG (KV 21100, 22110, 22200, 14110, 14150), Maklerprovision nach Wahl. Ohne Grundschuld, laufende Hauskosten und Zinsaufschläge.

Hintergrund

Bei gleicher Ratenquote ein doppelt so teures Haus

Zwei Haushalte mit demselben Nettoeinkommen von 5.000 €, derselben Rate von 1.750 € – 35 % des Einkommens – und demselben Eigenkapital von 40.000 € kommen bei unterschiedlichem Sollzins auf einen komplett unterschiedlichen Kaufpreis: 595.726 € bei 1,5 % Zins, aber nur 297.446 € bei 5,5 % – 298.280 € weniger, obwohl die Haushaltsrechnung in beiden Fällen identisch aussieht.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: § 11 GrEStG – Steuersatz der Grunderwerbsteuer, Abrundung auf volle Euro · § 34 GNotKG – Wertgebühren nach Tabelle B · alle Quellen

"Die Rate soll nicht mehr als 35 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens ausmachen" ist eine der geläufigsten Faustregeln beim Hauskauf – so geläufig, dass eine frühere Version dieses Rechners genau sie fest eingebaut hatte, ohne Quelle dafür. Der Rechner oben rechnet seitdem umgekehrt: Er nimmt die Rate, die tragbar ist, und leitet daraus Darlehen und Kaufpreis ab. Was dabei verloren geht, wenn man stattdessen bei der Quote bleibt, zeigt ein einfacher Vergleich mit dem Modul, das der Rechner lädt: Dieselbe Quote lässt sich auf ein sehr teures oder ein deutlich günstigeres Haus anwenden – je nachdem, zu welchem Zins gerade finanziert wird.

Zwei Zinssätze, dieselbe Belastung

Ausgangspunkt ist ein Haushalt mit 5.000 € Nettoeinkommen im Monat, der sich an die 35-Prozent-Regel hält: eine Rate von 1.750 €. Dazu kommen 40.000 € Eigenkapital, 2,0 % anfängliche Tilgung, 15 Jahre Zinsbindung, Kauf in Nordrhein-Westfalen, ohne Makler – alles identisch in allen drei Fällen. Einzige Variable ist der Sollzins:

Kaufpreis bei gleicher Ratenquote und unterschiedlichem Zins
SollzinsDarlehenKaufpreisRate-Anteil EinkommenFrei nach Rate
1,5 %600.000 €595.726 €35 %3.250 €
3,5 %381.818 €392.337 €35 %3.250 €
5,5 %280.000 €297.446 €35 %3.250 €

Die vorletzte Spalte zeigt, warum die Quote allein nichts über den Kaufpreis sagt: Sie steht in allen drei Zeilen bei genau 35 %, und auch das frei verfügbare Einkommen nach der Rate ist überall 3.250 €. Wer nur auf die Quote schaut, sieht drei identisch "verantwortungsvolle" Finanzierungen. Der Kaufpreis, den sie tatsächlich tragen, unterscheidet sich um 298.280 € – zwischen 297.446 € und 595.726 €, ein Verhältnis von 2,00 zu 1.

Warum die Formel das erzwingt

Der Rechner bestimmt das Darlehen aus Rate × 12 ÷ (Sollzins + Tilgung). Bei fester Rate und fester Tilgung hängt das Darlehen also nur vom Kehrwert der Summe aus Zins und Tilgung ab. Der Nenner wächst von 3,5 (bei 1,5 % Zins) auf 7,5 (bei 5,5 % Zins) – ein Faktor 2,14. Genau um diesen Faktor unterscheidet sich auch das tatsächlich berechnete Darlehen: 600.000 € gegenüber 280.000 €.

Bemerkenswert ist, dass dieser Faktor kleiner ausfällt als die Veränderung des Zinses selbst: Der Sollzins steigt von 1,5 % auf 5,5 %, also um das 3,67-fache. Das größere Darlehen bei niedrigem Zins ist gegenüber dem kleineren bei hohem Zins aber nur um den Faktor 2,14 größer, nicht um 3,67. Die feste Tilgung von 2,0 % wirkt wie ein Puffer im Nenner: Sie ist in jedem der drei Fälle gleich groß und dämpft dadurch, wie stark sich eine Zinsänderung auf das Darlehen durchschlägt. Ohne diesen Tilgungsanteil – bei einem endfälligen Darlehen etwa, das nur Zinsen und keine Tilgung in der Rate trägt – wäre der Ausschlag genauso groß wie beim Zins selbst.

Warum der Kaufpreis nicht ganz mitzieht

Der Kaufpreis wächst mit 2,00-fach etwas langsamer als das Darlehen mit seinem Faktor 2,14. Zwei Gründe dafür stehen im Modul. Erstens ist das Eigenkapital mit 40.000 € in allen drei Fällen ein fester Euro-Betrag, der nicht mit dem Zins mitwächst – bei niedrigem Zins macht es einen kleineren Anteil des gesamten Budgets aus als bei hohem Zins, verwässert den Effekt also nicht, aber es skaliert eben nicht mit.

Zweitens sind die Kaufnebenkosten keine feste Quote vom Kaufpreis. Die Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen ist zwar ein glatter Satz (§ 11 GrEStG), aber Notar- und Grundbuchgebühren folgen der gestaffelten Tabelle B des GNotKG (§ 34 GNotKG) und wachsen unterproportional mit dem Geschäftswert. Beim niedrigen Zins – höherer Kaufpreis von 595.726 € – machen Notar und Grundbuch zusammen nur 0,93 % des Kaufpreises aus, beim hohen Zins – Kaufpreis 297.446 € – sind es 1,08 %. Die gesamten Nebenkosten liegen entsprechend bei 7,4 % des Kaufpreises im einen und 7,6 % im anderen Fall. Der Unterschied ist klein, zieht den Kaufpreis-Faktor aber in dieselbe Richtung wie das feste Eigenkapital: leicht unter den reinen Darlehensfaktor.

Wie der Kaufpreis überhaupt gefunden wird

Ein zweiter Punkt betrifft nicht den Zins, sondern die Nebenkosten selbst. Budget ist Darlehen plus Eigenkapital – bislang unstrittig. Der Kaufpreis ist aber nicht einfach das Budget minus einen Nebenkosten-Prozentsatz, weil dieser Prozentsatz seinerseits vom Kaufpreis abhängt, den man gerade erst sucht: Die Grunderwerbsteuer ist ein Satz vom Kaufpreis, nicht vom Budget. Das Modul löst das nicht durch eine Formel, sondern durch Bisektion – 60 Halbierungsschritte zwischen null und dem vollen Budget, bis Kaufpreis plus Nebenkosten(Kaufpreis) das Budget ausschöpfen, ohne es zu überschreiten.

Wie genau das ist, zeigt die Gegenprobe: Nimmt man beim mittleren Zinsszenario die bereits gerundet angezeigte Nebenkosten-Quote von 7,5 % und rechnet den Kaufpreis daraus per einfacher Division zurück (421.818 € ÷ (1 + 7,5 %)), kommt 392.388 € heraus – 51 € mehr, als die Bisektion tatsächlich ausweist. Der Fehler ist klein, weil die Bisektion mit voller Genauigkeit rechnet und nur die Anzeige rundet. Er zeigt aber, dass die Nebenkosten korrekt vom verfügbaren Budget abgezogen werden, bevor der Kaufpreis feststeht – und nicht andersherum, wie es eine grobe Faustformel täte.

Was das für einen Vergleich bedeutet

Eine Ratenquote beschreibt, wie stark eine monatliche Zahlung das laufende Budget belastet – dafür taugt sie. Sie beschreibt nicht, wie viel Haus sich daraus finanzieren lässt, weil dieselbe Quote bei unterschiedlichem Zins zu einem völlig unterschiedlichen Darlehen führt. Wer zwei Kaufangebote oder zwei Zeitpunkte vergleicht, vergleicht mit einer festen Quote also nur die Kaufkraft des eigenen Portemonnaies, nicht die des Immobilienmarkts.

Offen bleibt in dieser Rechnung, was auch der Rechner oben offenlässt: die Kosten der Grundschuldbestellung, laufende Kosten des Hauses wie Grundsteuer und Instandhaltung, und mögliche Zinsaufschläge der Bank bei wenig Eigenkapital. Ob eine Rate von 35 % des Einkommens für einen konkreten Haushalt tragbar ist, hängt außerdem von Ausgaben ab, die diese Beispielrechnung nicht kennt – dafür hat der Rechner oben die optionalen Felder für Einkommen und feste Ausgaben.

Häufige Fragen

Wie hängen Rate und Darlehen zusammen?

Jahresrate = Darlehen × (Sollzins + anfängliche Tilgung). Eine Monatsrate von 1.500 € trägt bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung 327.272 € Darlehen.

Welche Kaufnebenkosten rechnet der Rechner?

Grunderwerbsteuer zum Satz Ihres Bundeslandes – zwischen 3,5 und 6,5 % –, Notar- und Grundbuchgebühren nach dem GNotKG und auf Wunsch eine Maklerprovision von 3,57 % des Kaufpreises. Die Kosten der Grundschuld sind nicht enthalten.

Was passiert nach der Zinsbindung?

Die Restschuld wird neu finanziert. Im Beispiel sind nach 15 Jahren noch 198.388 € offen. Steigt der Zins auf 5,5 %, braucht es 1.696 € im Monat, um zum selben Zeitpunkt schuldenfrei zu sein.

Wie viel Prozent des Einkommens darf die Rate ausmachen?

Dafür gibt es keine gesetzliche Grenze, und verbreitete Faustregeln beruhen auf keiner nachprüfbaren Quelle. Maßgeblich ist, was nach Rate und festen Ausgaben zum Leben bleibt – das zeigt die Haushaltsrechnung im Rechner.

Warum ist der Kaufpreis in Bayern höher?

Weil Bayern mit 3,5 % die niedrigste Grunderwerbsteuer hat. Bei gleichem Budget bleibt dort mehr für den Kaufpreis: im Beispiel 10.739 € mehr als in Nordrhein-Westfalen.

Wie viel Haus eine Rate trägt

Von der Rate zum Kaufpreis

Der Rechner beginnt bei der Rate, die Sie dauerhaft tragen können – nicht bei einer Faustregel über das Einkommen. Bei einem Annuitätendarlehen ist die Jahresrate die Summe aus Sollzins und anfänglicher Tilgung, jeweils auf den Darlehensbetrag bezogen. Umgekehrt trägt eine Monatsrate von 1.500 € bei 3,5 % Zins und 2 % Tilgung ein Darlehen von 327.272 €.

Zusammen mit 80.000 € Eigenkapital stehen 407.272 € zur Verfügung. Davon gehen die Kaufnebenkosten ab, die selbst vom Kaufpreis abhängen: Grunderwerbsteuer zum Satz des Bundeslandes, Notar- und Grundbuchgebühren nach dem GNotKG und gegebenenfalls die Maklerprovision. In Nordrhein-Westfalen (6,5 % Grunderwerbsteuer) bleibt ohne Makler ein Kaufpreis von 378.916 €, in Bayern (3,5 %) sind es 389.655 €. Mit Makler zu 3,57 % sinkt der Kaufpreis in Nordrhein-Westfalen auf 366.626 €.

Tilgung und Zinsbindung

Mit 2 % Anfangstilgung dauert es 29 Jahre, bis das Darlehen bei gleichbleibendem Zins getilgt ist. Nach 15 Jahren Zinsbindung sind noch 198.388 € offen; in dieser Zeit fließen 141.116 € Zinsen. Mit 3 % Tilgung trägt dieselbe Rate nur 276.923 €, das Darlehen ist aber nach 22,2 Jahren abbezahlt.

Die Restschuld muss nach der Bindung zu dem Zins weiterfinanziert werden, der dann gilt. Liegt er bei 5,5 % statt 3,5 %, steigt die Rate für dasselbe Laufzeitende auf 1.696 €. Tragen Sie im Rechner einen Anschlusszins ein, um diese Frage für Ihre Zahlen zu beantworten.

Die Haushaltsrechnung

Ob die Rate tragbar ist, zeigt nur Ihr eigenes Budget: Nettoeinkommen minus aller festen Ausgaben ohne die bisherige Miete. Was danach nach Abzug der Rate bleibt, muss Lebenshaltung, Rücklagen für das Haus und unerwartete Ausgaben decken. Banken prüfen das mit eigenen Haushaltsrechnungen; eine gesetzliche Obergrenze für den Anteil der Rate am Einkommen gibt es nicht.

Nicht enthalten sind die Kosten der Grundschuldbestellung, die laufenden Kosten des Hauses (Grundsteuer, Versicherung, Instandhaltung) und Zinsaufschläge, die eine Bank bei wenig Eigenkapital verlangen kann.