Die Entscheidung zwischen Elektroauto und Verbrenner ist mehr als eine Frage des Kaufpreises. Die Total Cost of Ownership (TCO) umfasst alle Kosten, die während der gesamten Nutzungsdauer eines Fahrzeugs anfallen: Anschaffung, Energie, Wartung, Versicherung, Steuern und Wertverlust. Nur wer alle Blöcke zusammenrechnet, erkennt, welches Antriebskonzept für das eigene Fahrprofil wirklich günstiger ist.
TCO-Vergleich über 5 Jahre (Beispielrechnung)
Die folgende Modellrechnung zeigt einen Mittelklassewagen bei 15.000 km pro Jahr über 5 Jahre (75.000 km gesamt), Heimladen zu 0,37 Euro/kWh und Benzin zu 1,80 Euro/Liter. Die Werte sind Richtgrößen und ersetzen keine individuelle Kalkulation.
| Kostenblock (5 Jahre) | Elektroauto | Benziner |
| Anschaffungspreis | 42.000 € | 33.000 € |
| Energie (Strom bzw. Benzin) | ca. 4.990 € | ca. 9.450 € |
| Wartung & Verschleiß | ca. 750 € | ca. 2.750 € |
| Kfz-Steuer | 0 € (befreit) | ca. 600 € |
| Versicherung | ca. 3.100 € | ca. 2.800 € |
| THG-Prämie (Gutschrift) | ca. −300 € | – |
| Restwert nach 5 Jahren | −21.000 € | −14.850 € |
| Gesamtkosten (TCO) | ca. 29.540 € | ca. 33.750 € |
Im Beispiel ist das E-Auto trotz höherem Kaufpreis über 5 Jahre rund 4.200 Euro günstiger – vor allem wegen niedriger Energie- und Wartungskosten. Bei geringer Fahrleistung oder teurem Ladestrom kann sich das Bild umkehren.
Anschaffung, Kfz-Steuer und Dienstwagenvorteil
Elektroautos haben meist einen höheren Listenpreis als vergleichbare Verbrenner. Dafür sind reine E-Autos nach § 3d KraftStG zehn Jahre ab Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit, sofern diese bis zum 31.12.2030 erfolgt – längstens bis Ende 2035. Dienstwagenfahrer profitieren zusätzlich: Für die private Nutzung werden nur 0,25 % des Bruttolistenpreises pro Monat versteuert (bei Fahrzeugen bis 70.000 Euro), gegenüber 1 % beim Verbrenner. Eine bundesweite Kaufprämie gibt es seit Ende 2023 nicht mehr, wohl aber regionale Zuschüsse einzelner Länder und Kommunen.
Energiekosten: Heimladen schlägt öffentliches Laden
Die laufenden Kosten machen den größten Unterschied – und sie hängen davon ab, wo geladen wird. Ein E-Auto mit 20 kWh je 100 km kostet auf denselben 100 Kilometern:
| Ladeweg | Preis je kWh | Kosten je 100 km |
| Zu Hause (Wallbox oder Steckdose) | 37 ct | 7,40 Euro |
| Öffentlich, Normalladen (AC) | 52 ct | 10,40 Euro |
| Öffentlich, Schnellladen (DC) | 60 ct | 12,00 Euro |
Ein Benziner mit 7 Litern kommt bei 1,80 Euro/Liter auf 12,60 Euro pro 100 km. Zu Hause geladen fährt das E-Auto also für etwa die Hälfte, am Schnelllader schmilzt der Vorteil auf wenige Euro. Ladepreise nach LichtBlick Ladesäulencheck 2025 (Erhebung: Statista).
Wartung, Versicherung und Restwert
E-Autos haben spürbar geringere Wartungskosten: Ölwechsel, Zahnriemen, Auspuff und Kupplung entfallen, und die Bremsbeläge halten dank Rekuperation zwei- bis dreimal so lange. Laut ADAC liegen die jährlichen Wartungskosten bei etwa 100–200 Euro, Verbrenner bei 400–800 Euro. Die Versicherung ist mal günstiger, mal teurer – ein Vergleich lohnt. Der Restwert ist stark modellabhängig: Gefragte E-Modelle halten ihren Wert gut, ältere mit kleiner Batterie verlieren überdurchschnittlich.
Praxistipp und THG-Quote
Wer eine eigene Wallbox hat und überwiegend zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, spart am meisten – idealerweise mit dynamischem oder PV-Strom. Zusätzlich können Halter jährlich ihre THG-Quote verkaufen; die Prämie ist 2026 allerdings auf meist 25–100 Euro pro Jahr gesunken. Als Faustregel amortisiert sich ein E-Auto ab etwa 10.000–15.000 km Jahresfahrleistung innerhalb von rund 5–8 Jahren gegenüber einem vergleichbaren Benziner.