Einheiten & Mathe

Mit dem Rabatt-Rechner berechnen Sie den Endpreis nach Rabatt, auch bei bis zu drei kombinierten Rabatten. Erfahren Sie, wie viel Sie tatsächlich sparen und warum sich mehrere Rabatte nicht einfach addieren lassen. Besonders nützlich für Schnäppchentage wie Black Friday, Schlussverkauf oder Mengenrabatte.

Endpreis
— €

So wird gerechnet

Bei einem einfachen Rabatt gilt die Formel Endpreis = Originalpreis mal (1 minus Rabatt/100), bei mehreren Rabatten werden diese nacheinander multipliziert. Mathematisch bedeutet das: 50% plus 20% Rabatt ergeben nicht 70%, sondern nur 60% Gesamtrabatt, da der zweite Rabatt auf den bereits reduzierten Preis angewendet wird. Dieses Prinzip der multiplikativen Verkettung ist ein häufiges Missverständnis, das der Rechner transparent auflöst.

Endpreis = Originalpreis × (100 - Rabatt) / 100.

Hintergrund

20 % plus 10 % Rabatt sind 28 %, nicht 30 %

Wer zwei Rabatte addiert, überschätzt die Ersparnis – aus 20 % und 10 % werden 28 %, nicht 30 %. Bei drei Rabatten wird die Lücke noch größer: 30 + 20 + 10 % ergeben 49,6 %, nicht 60 %. Und sobald ein Rabatt kein Prozentsatz, sondern ein fester Euro-Betrag ist, entscheidet plötzlich die Reihenfolge über den Preis.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: Bundesrat – Pressemitteilung 157/2001 · Wikipedia – Rabattgesetz · alle Quellen

Woher die Lücke kommt

Der Rechner oben verkettet Rabatte, er addiert sie nicht: Nach jedem Prozentsatz wird der neue, bereits reduzierte Preis mit (1 − Rabatt ÷ 100) multipliziert. Bei 20 % und 10 % auf 100,00 € bedeutet das 100,00 € × 0,80 × 0,90 = 72,00 €. Das ist ein Gesamtrabatt von 28,0 % – nicht von 30 %, wie die Addition nahelegt. Der Unterschied von 2 Prozentpunkten entsteht, weil der zweite Rabatt nicht mehr auf 100,00 €, sondern nur noch auf 80,00 € wirkt.

Diese Lücke ist keine Eigenheit eines einzelnen Beispiels, sie wächst mit jedem zusätzlichen Prozentpunkt:

Naiv addierter gegen tatsächlichen Gesamtrabatt bei zwei Rabatten
Zwei Rabatte Addiert Tatsächlich Differenz
10 % + 10 % 20 % 19,0 % 1 Pkt.
20 % + 10 % 30 % 28,0 % 2 Pkt.
30 % + 20 % 50 % 44,0 % 6 Pkt.
50 % + 20 % 70 % 60,0 % 10 Pkt.
40 % + 40 % 80 % 64,0 % 16 Pkt.

Bei zwei kleinen Rabatten bleibt der Fehler klein – bei 10 % und 10 % nur 1 Punkt. Je größer die Sätze, desto teurer die Fehleinschätzung: Bei 40 % und 40 % liegen schon 16 Punkte zwischen dem, was man ausgerechnet zu bekommen glaubt, und dem, was der Rechner tatsächlich anzeigt.

Drei Rabatte hintereinander – Schwarzer Freitag, Newsletter-Code, Restposten

Der Rechner oben erlaubt bis zu drei Rabatte gleichzeitig – genau das Szenario, das an Aktionstagen üblich ist: ein Rabatt auf reduzierte Ware, ein Newsletter-Code obendrauf, ein Extra-Abschlag auf Restposten. Mit 30 %, 20 %, 10 % kommt der Rechner auf einen Gesamtrabatt von 49,6 % – nicht auf 60 %, wie die Summe der drei Sätze suggeriert. Der Unterschied von 10,4 Prozentpunkten ist bei drei Rabatten mehr als doppelt so groß wie bei zwei vergleichbaren Sätzen weiter oben.

Naiv addierter gegen tatsächlichen Gesamtrabatt bei drei Rabatten
Drei Rabatte Addiert Tatsächlich Differenz
20 % + 15 % + 10 % 45 % 38,8 % 6,2 Pkt.
30 % + 20 % + 10 % 60 % 49,6 % 10,4 Pkt.
25 % + 25 % + 25 % 75 % 57,8 % 17,2 Pkt.

Dabei ist es egal, in welcher Reihenfolge die drei Prozentsätze eingetragen werden: Alle sechs Reihenfolgen von 30, 20, 10 % ergeben denselben Endpreis von 50,40 €, weil Multiplikation kommutativ ist – 0,7 × 0,8 × 0,9 ist dasselbe Produkt wie 0,9 × 0,7 × 0,8. Wer im Rechner oben die Reihenfolge der drei Felder vertauscht, sieht deshalb immer denselben Endpreis. Auch das Beispiel im Erklärtext dieser Seite – 200,00 €, 50 % dann 20 % – bestätigt das: Es ergibt 80,00 €, eine Ersparnis von 120,00 €, exakt wie dort vorgerechnet.

Wo die Reihenfolge doch etwas ändert

Die Kommutativität gilt nur, solange jeder Rabatt wirklich ein Prozentsatz des jeweils aktuellen Preises ist. Sobald einer der „Rabatte“ in Wirklichkeit ein fester Euro-Betrag ist – ein 15,00 €-Gutschein, ein Treuebonus, eine Versandkosten-Gutschrift – bricht das zusammen. Auf 100,00 € mit 30 % und 20 % Rabatt sowie einem 15,00 €-Gutschein ergibt sich, je nachdem, wann der Gutschein verrechnet wird, ein anderer Preis:

  • Erst die Prozente, dann der Gutschein: 100,00 € × 0,70 × 0,80 = 56,00 €, minus 15,00 € = 41,00 €.
  • Erst der Gutschein, dann die Prozente: 100,00 € minus 15,00 € = 85,00 €, davon 30 % und 20 % = 47,60 €.

Die Differenz beträgt 6,60 € – bei denselben drei Nachlässen, nur in anderer Reihenfolge verrechnet. Der Grund: Ein Euro-Betrag bleibt immer gleich groß, ein Prozentsatz schrumpft mit dem Preis, auf den er wirkt. Wird der Gutschein zuerst abgezogen, wirken die folgenden Prozentrabatte auf eine kleinere Summe und sparen dadurch selbst weniger absolute Euro – der Gutschein „verschenkt“ dann einen Teil seines Werts an die Prozentrabatte. Der Rechner oben bildet das nicht ab, weil er ausschließlich mit Prozentsätzen rechnet; wer einen echten Euro-Gutschein einbeziehen will, muss ihn separat und mit Blick auf die Reihenfolge verrechnen.

Warum das Rechnen überhaupt erlaubt ist

Dass Händler in Deutschland beliebig viele Prozentrabatte miteinander kombinieren dürfen, ist historisch nicht selbstverständlich. Von 1934 bis 2001 begrenzte das Rabattgesetz Barrabatte an Endverbraucher auf 3 Prozent des Warenpreises – jede der Beispielrechnungen oben, ob 28,0 % oder 49,6 % Gesamtrabatt, wäre damals rechtswidrig gewesen. Am 13. Juli 2001 billigte der Bundesrat die Aufhebung, am 25. Juli 2001 trat sie in Kraft. Seither gilt für Rabattaktionen nur noch das allgemeine Wettbewerbsrecht, keine feste Prozentgrenze mehr – weshalb dreifach gestaffelte Rabatte wie im Rechner oben heute ein normales Angebot sind und keine Ausnahme.

Alle Werte in diesem Artikel sind mit derselben Formel berechnet, die auch das Skript der Rechnerseite verwendet (preis ×= 1 − Rabatt ÷ 100, je Rabatt einmal), nicht gerundet weitergerechnet und erst in der Anzeige gerundet. Das Gutschein-Beispiel ist ein Rechenbeispiel zur Veranschaulichung, keine Aussage über ein bestimmtes Angebot.

Häufige Fragen

Wie berechne ich einen Rabatt schnell im Kopf?

Teilen Sie den Originalpreis durch 10 und multiplizieren Sie mit der Rabatthälfte. Beispiel: 150€ mit 20% = 150÷10=15, 15×2=30€ Rabatt. Oder nutzen Sie Dezimalzahlen: 150 × 0,8 = 120€ Endpreis.

Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto?

Rabatt ist ein sofort gewährter Preisnachlass (z.B. Black Friday-Aktion). Skonto ist ein Zahlungszinsvorteil für schnelle Bezahlung (z.B. 2% Skonto bei sofortiger Bezahlung).

Wie wirken sich mehrere Rabatte kombiniert?

Achtung: Rabatte werden hintereinander berechnet, nicht addiert! 50% + 20% Rabatt sind nicht 70%, sondern: 100€ → 50€ (nach 50%) → 40€ (nach 20%). Das ist zusammen 60% Rabatt, nicht 70%.

Warum ist 'Kaufen Sie 2, zahlen Sie 1' kein 50%-Rabatt?

Beim Kauf von 2 Artikeln zu je 100€ zahlen Sie nur einen, also 100€ statt 200€ – ein Rabatt von 50% auf den Gesamtkauf. Verwechselt wird das oft mit 'Zweiter Artikel 50% reduziert': Dort zahlen Sie 100€ + 50€ = 150€ von 200€, also nur 25% Gesamtrabatt. Beide Angebote klingen ähnlich, sind aber rechnerisch sehr verschieden.

Wie erkenne ich, ob ein Rabatt wirklich gut ist?

Vergleichen Sie den Endpreis mit Konkurrenzangeboten – nicht immer sind hohe Rabatt-Prozente echte Sparmöglichkeiten. Achten Sie auch auf ursprüngliche Preise: 50% Rabatt auf einen überteuerten Originalartikel ist oft kein Schnäppchen.

Gilt der Rabatt vor oder nach MwSt?

In Deutschland wird der Rabatt normalerweise auf den Nettopreis gewährt, die MwSt wird dann auf den rabattierten Preis berechnet. Am Endpreis ändert die Reihenfolge nichts: 10 % Rabatt auf 100 € netto ergeben mit 19 % MwSt 107,10 € – genauso viel wie 10 % Rabatt auf 119 € brutto.

Rabatt-Rechner – Sparen Sie richtig

Ein Rabatt ist ein Preisnachlass auf ein Produkt oder eine Dienstleistung. Rabatte sind überall: im Supermarkt ("20% auf Wurstwaren"), im Online-Shop ("Black Friday: bis zu 50% Rabatt"), bei Großeinkäufen ("Ab 10 Stück: 15% Mengenrabatt") oder für Stammkunden.

Der Rabatt-Rechner zeigt nicht nur den Endpreis nach Rabatt, sondern berechnet auch kombinierte Rabatte korrekt. Das ist wichtig, denn viele Menschen denken, mehrere Rabatte würden sich einfach addieren – aber das ist mathematisch falsch.

Beispiel: Ein Produkt kostet 200€. Sie erhalten 50% Rabatt, dann noch 20% Extra-Rabatt. Das ist nicht 70% Gesamtrabatt, sondern:

  • 200€ × 0,5 = 100€ (nach 50%)
  • 100€ × 0,8 = 80€ (nach 20% auf die 100€)
  • Gesamtrabatt: 120€, nicht 140€!

Rabatt vs. andere Preisnachlässe

  • Rabatt: Direkter Preisnachlass in % oder €. Wird sofort am Kasse abgezogen.
  • Skonto: Zahlungsvorteil (z.B. "2% Skonto bei Bezahlung innerhalb von 8 Tagen"). Nur wenn Sie schnell zahlen.
  • Bonusprogramm: Rückgabe von Punkten/Geld bei zukünftigen Käufen. Kein sofortiger Preisvorteil.
  • Staffelrabatt: Je mehr Sie kaufen, desto höher der Rabatt. Besonders bei Großeinkäufen.

Wann ist ein Rabatt wirklich ein Schnäppchen?

Nicht alle Rabatte sind gleich wertvoll. Achten Sie auf:

  • Vergleichen Sie absolute Preise, nicht Prozente: Ein "70% Rabatt" kann immer noch teuer sein, wenn der Originalpreis künstlich hoch war.
  • Schwarze Liste Check: Einige Anbieter erhöhen die Preise kurz vor dem Rabatt-Event, um große Prozente zu zeigen.
  • Kombinieren Sie schlau: Nutzen Sie mehrere Rabatte nacheinander – aber beachten Sie, dass sie nicht addiert werden!
  • Zeitlich begrenzt: Echte Rabatte haben oft Ablaufdaten. Vorsicht vor künstlichem Druck.

Rabatte in verschiedenen Branchen

  • Einzelhandel: Saisonnale Rabatte (Ausverkauf), Mengenrabatte, Treue-Rabatte.
  • Online-Shops: Code-Rabatte ("SAVE20"), Black Friday/Cyber Monday (bis zu 80%), Flash Sales.
  • B2B (Geschäftskunden): Mengenrabatte, langfristige Partnerschafts-Rabatte, Jahresabschluss-Rabatte.