Die Wahl der Rechtsform ist eine Steuerfrage: Ein Einzelunternehmer zahlt Einkommensteuer (bis 45%) + Sozialversicherung (ca. 19,5%) + Gewerbesteuer auf alle Gewinne. Eine GmbH zahlt Körperschaftsteuer (15%) + Solidaritätszuschlag (5,5%) + Gewerbesteuer, aber erst bei Ausschüttung wird der Gesellschafter (als Privatperson) mit Abgeltungsteuer (25%) belastet.
Der Break-Even punkt: Bei Gewinnen unter 40.000€ ist meist das Einzelunternehmen günstiger (weniger Aufwand, keine GmbH-Kosten). Ab 50.000-80.000€ wird die GmbH interessanter, weil die GmbH-Steuerbelastung niedriger ist, wenn man Gewinne einbehält (thesauriert). Der exakte Punkt hängt vom persönlichen Grenzsteuersatz ab.
Die Steuerstundungs-Strategie: Eine GmbH ermöglicht es, Gewinne mit nur 31,65% (15% KSt + 5,5% Soli + 11,15% Gewerbesteuer im Schnitt) zu besteuern und einzubehalten. Erst wenn Sie Geld ausschütten, zahlt der Gesellschafter zusätzlich Abgeltungsteuer (25%). Ein Einzelunternehmer zahlt sofort die volle Steuerlast (bis 45% ESt).
Versteckte Kosten der GmbH: Gründung (800-1.500€), jährliche Bilanzbuchhaltung (500-2.000€), Steuererklärungen, Geschäftsführervergütung (mind. angemessen), Gewerbesteuer auch bei Verlust (in manchen Bundesländern). Das addiert sich zu 3.000-5.000€ pro Jahr.
Praktisches Beispiel: Bei 100.000€ Gewinn zahlt ein Einzelunternehmer (Stklasse IV, Hebesatz 410%) ca. 40.000€ Gewinnesteuer + Gewerbesteuer. Eine GmbH mit gleicher Ausschüttung zahlt ca. 28.000€. Aber: Nach GmbH-Gründungs- und Betriebskosten ist der Vorteil nur noch 5.000-10.000€. Lohnt sich erst bei wiederkehrend hohen Gewinnen.