Geld & Gehalt

Der Rechner zeigt, wie viel Einkommensteuer die Homeoffice-Pauschale Ihnen tatsächlich spart – mit Ihrem zu versteuernden Einkommen und Ihren übrigen Werbungskosten.

Einkommensteuer-Ersparnis im Jahr
— €

So wird gerechnet

Pauschale = Tage × 6 €, höchstens 1.260 €. Bei Arbeitnehmern wirkt davon nur, was die Werbungskosten über den Pauschbetrag hebt. Ersparnis = Einkommensteuer vorher − Einkommensteuer nach diesem zusätzlichen Abzug.

Tagespauschale nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG, für Werbungskosten über § 9 Abs. 5 EStG; Arbeitnehmer-Pauschbetrag nach § 9a EStG (1.230 €); Tarif nach § 32a EStG. Ersparnis ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Wortlaut abgerufen am 16.09.2026.

Hintergrund

Warum der 211. Homeoffice-Tag steuerlich nichts mehr bringt

Homeoffice-Pauschale und Pendlerpauschale schließen sich für denselben Tag aus – nur eine von beiden ist gedeckelt. Wer über 210 Tage im Jahr von zu Hause arbeitet, verzichtet an jedem weiteren Tag auf einen Abzug, der beim Pendeln noch etwas gebracht hätte, ohne dafür selbst noch etwas zu bekommen. Nachgerechnet für vier Entfernungen und zwei Einkommen.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: EStG § 4 Absatz 5 Satz 1 Nummer 6c – Tagespauschale für die häusliche Tätigkeit · EStG § 9 Absatz 5 Satz 1 – entsprechende Anwendung für Werbungskosten und 2 weitere · alle Quellen

Beide Pauschalen klingen wie zwei unabhängige Positionen der Steuererklärung: 6 € für jeden Tag im Homeoffice, 0,38 € je Kilometer für jeden Tag im Büro. Wer beide addiert, kommt schnell auf eine ansehnliche Summe. Das Problem: Für denselben Kalendertag darf immer nur eine von beiden angesetzt werden – und die beiden Pauschalen sind unterschiedlich gedeckelt. Genau darin liegt eine Rechnung, die sich lohnt, sobald mehr als gelegentlich von zu Hause gearbeitet wird.

Eine Pauschale pro Tag, nicht pro Aktivität

Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG (für Arbeitnehmer über § 9 Abs. 5 Satz 1 EStG entsprechend anwendbar) gibt es die Tagespauschale für jeden Kalendertag, an dem die berufliche Tätigkeit überwiegend in der häuslichen Wohnung ausgeübt und keine außerhalb gelegene erste Tätigkeitsstätte aufgesucht wird. Wird die Tätigkeitsstätte an einem Tag doch aufgesucht, entfällt für diesen Tag die Tagespauschale – stattdessen zählt die Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG. Beide nebeneinander für denselben Tag sind nicht vorgesehen.

Eine Ausnahme gibt es: Steht für die Tätigkeit dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung – etwa bei Lehrkräften ohne eigenen Schreibtisch im Kollegium –, bleibt die Tagespauschale auch an Tagen mit auswärtiger Tätigkeit zulässig. Für alle anderen gilt die Entweder-oder-Regel, und genau sie macht den Rest dieses Artikels nachrechenbar.

Wo der Tagesvergleich kippt: 15 gegen 16 Kilometer

Ein einzelner Homeoffice-Tag ist immer 6 € wert. Ein einzelner Bürotag ist 0,38 € je Kilometer einfacher Entfernung wert. Beide Beträge sind bei 15,79 Kilometern exakt gleich groß – darunter bringt der Homeoffice-Tag pro Tag mehr Abzug, darüber der Bürotag:

Entfernung Pendlerpauschale/Tag Differenz zu 6 € Homeoffice
5 km 1,90 € +4,10 €
10 km 3,80 € +2,20 €
15 km 5,70 € +0,30 €
16 km 6,08 € -0,08 €
20 km 7,60 € -1,60 €
30 km 11,40 € -5,40 €
50 km 19,00 € -13,00 €

Bei fünfzehn Kilometern liegt der Bürotag mit 5,70 € noch knapp unter der Homeoffice-Pauschale. Einen Kilometer weiter kippt es: Bei sechzehn Kilometern bringt der Bürotag mit 6,08 € schon acht Cent mehr als der Homeoffice-Tag. Dieser Kipppunkt gilt aber nur für den einzelnen Tag – auf das Jahr gerechnet kommt ein zweiter Effekt hinzu, der wichtiger ist als die acht Cent.

Der Deckel, den nur eine Seite hat

Die Tagespauschale ist bei 210 Tagen gedeckelt, also bei 1.260 € im Jahr. Die Entfernungspauschale kennt keinen Tagesdeckel – nur einen Höchstbetrag von 4.500 € im Jahr, und der greift ausschließlich, wenn kein eigener Pkw benutzt wird. Für Autofahrer wächst die Entfernungspauschale mit jedem zusätzlichen Bürotag unbegrenzt weiter, während die Tagespauschale ab dem 211. Homeoffice-Tag keinen einzigen Euro mehr addiert.

Das lässt sich für eine feste Zahl von 220 Arbeitstagen im Jahr durchrechnen: Je mehr davon im Homeoffice stattfinden, desto weniger bleiben fürs Büro übrig. Bei drei Entfernungen sieht der Jahresabzug so aus:

Homeoffice-Tage Bürotage Abzug bei 10 kmAbzug bei 16 kmAbzug bei 30 km
0 220 836,00 €1.337,60 €2.508,00 €
50 170 946,00 €1.333,60 €2.238,00 €
100 120 1.056,00 €1.329,60 €1.968,00 €
150 70 1.166,00 €1.325,60 €1.698,00 €
200 20 1.276,00 €1.321,60 €1.428,00 €
210 10 1.298,00 €1.320,80 €1.374,00 €
220 0 1.260,00 €1.260,00 €1.260,00 €

Die mittlere Spalte, sechzehn Kilometer, liegt so nah am Kipppunkt aus dem Tagesvergleich, dass der Jahresabzug über den gesamten Bereich fast flach verläuft – er sinkt nur minimal mit jedem zusätzlichen Homeoffice-Tag. Bei zehn Kilometern dagegen steigt der Abzug zunächst mit jedem Homeoffice-Tag und erreicht sein Maximum genau bei 210 Tagen – nicht bei mehr. Von 210 auf 220 Tage Homeoffice fällt der Jahresabzug wieder, obwohl mehr Tage im Homeoffice gearbeitet wurden. Bei dreißig Kilometern gibt es dieses Maximum gar nicht: Der Abzug sinkt vom ersten Homeoffice-Tag an durchgehend, weil jeder Bürotag von Anfang an mehr wert ist als jeder Homeoffice-Tag.

Der gemeinsame Punkt aller drei Spalten ist die letzte Zeile: Bei 220 Homeoffice-Tagen landen alle drei Entfernungen beim selben Betrag, 1.260 € – der reinen Tagespauschale ohne einen einzigen Bürotag. Die Entfernung spielt dann keine Rolle mehr, weil keine Kilometer mehr abgerechnet werden.

Was der 211. Tag wirklich kostet

Der Unterschied zwischen 210 und 220 Homeoffice-Tagen sind zehn Tage, an denen die Entfernungspauschale weggefallen ist, ohne dass die Tagespauschale dafür noch gestiegen wäre. Auf den Jahresabzug umgerechnet und mit dem echten Steuertarif nach § 32a EStG bewertet, ergibt das bei zwei Einkommen:

Entfernung Verlorener Jahresabzug Steuerverlust bei 45.000 € bei 70.000 €
10 km 38,00 € 12 € 16 €
30 km 114,00 € 37 € 48 €

Bei dreißig Kilometern Arbeitsweg kosten die zehn Tage jenseits des Deckels real zwischen 37 € und 48 € Steuer – nicht, weil im Homeoffice weniger gearbeitet worden wäre, sondern allein, weil die Tagespauschale bei 210 Tagen endet und die Entfernungspauschale für diese Tage nicht mehr nachgeholt werden kann.

Was das für die Wahl der Homeoffice-Tage bedeutet

Rein steuerlich betrachtet, ergeben sich aus der Rechnung zwei klare Fälle. Liegt der Arbeitsweg unter rund 15 bis 16 Kilometern, maximiert sich der Jahresabzug bei genau 210 Homeoffice-Tagen – mehr bringt keinen zusätzlichen Cent, sondern kostet Entfernungspauschale, die sonst noch gegriffen hätte. Liegt der Arbeitsweg darüber, bringt in reiner Abzugslogik jeder zusätzliche Bürotag mehr als jeder Homeoffice-Tag, und der Deckel verschärft diesen Nachteil nur noch bei sehr hoher Homeoffice-Quote.

Das ist ausdrücklich kein Argument gegen Homeoffice: Wegfallende Fahrtkosten, Zeit und Verschleiß wiegen die hier beschriebenen Steuerdifferenzen im Alltag meist auf. Es erklärt nur, warum die Steuererklärung nach einem Jahr mit sehr vielen Homeoffice-Tagen manchmal enttäuschender ausfällt als erwartet – und warum es sich lohnt, die Zahl der im Kalender eingetragenen Homeoffice-Tage tatsächlich nachzuzählen, statt sie zu schätzen.

Wer für seine berufliche Tätigkeit dauerhaft keinen anderen Arbeitsplatz hat, fällt nicht unter die Entweder-oder-Regel und kann die Tagespauschale unabhängig von Bürotagen ansetzen; für alle anderen gilt die Rechnung dieses Artikels unverändert.

Den eigenen Fall rechnen

Die Tabellen hier unterstellen 220 Arbeitstage im Jahr, einen eigenen Pkw und keine weiteren Werbungskosten. Für die andere Seite derselben Rechnung – wie stark die Entfernungspauschale selbst durch Homeoffice-Tage sinkt, und ab welcher Entfernung sie überhaupt etwas bringt – gibt es einen eigenen Artikel:

  • Pendlerpauschale-Rechner – Entfernungspauschale nach Kilometern und Arbeitstagen, samt der Schwelle zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag
  • Brutto-Netto-Rechner – wie sich ein zusätzlicher Werbungskosten-Abzug auf die Steuer auswirkt

Rechtsstand 1. Januar 2026, Tarif nach § 32a EStG in der für 2026 geltenden Fassung. Die Beispielrechnungen unterstellen einen ledigen Arbeitnehmer mit eigenem Pkw, 220 Arbeitstagen im Jahr und ohne weitere Werbungskosten; Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag sind nicht berücksichtigt. Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung.

Häufige Fragen

Wie viel bringt die Homeoffice-Pauschale?

6 € je Tag, höchstens 1.260 € im Jahr. Wie viel Steuer das spart, hängt von Ihrem Einkommen und Ihren übrigen Werbungskosten ab: Arbeitnehmer profitieren erst, soweit alle Werbungskosten den Pauschbetrag von 1.230 € übersteigen. Der Rechner oben rechnet das mit dem Einkommensteuertarif aus.

Welche Tage zählen?

Tage, an denen Sie überwiegend in der häuslichen Wohnung arbeiten und keine erste Tätigkeitsstätte außerhalb aufsuchen. Haben Sie dauerhaft keinen anderen Arbeitsplatz, zählen auch Tage, an denen Sie zusätzlich auswärts oder an der ersten Tätigkeitsstätte tätig sind (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG).

Gilt die Pauschale auch für Selbständige?

Ja. Sie steht in § 4 Abs. 5 EStG bei den Betriebsausgaben und gilt über § 9 Abs. 5 EStG ebenso für die Werbungskosten von Arbeitnehmern.

Kann ich Pauschale und Arbeitszimmer kombinieren?

Nein. Die Tagespauschale entfällt, soweit ein Abzug für das häusliche Arbeitszimmer vorgenommen wird. Das Arbeitszimmer ist ohnehin nur abziehbar, wenn es den Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit bildet – dann mit den tatsächlichen Kosten oder 1.260 € im Jahr (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG).

Und die Pendlerpauschale?

Für Tage, an denen Sie die erste Tätigkeitsstätte aufsuchen, gilt die Entfernungspauschale von 0,38 € je vollem Kilometer der einfachen Strecke. An Homeoffice-Tagen gilt die Tagespauschale. Beides zusammen zählt zu den Werbungskosten.

So wirkt die Homeoffice-Pauschale

Was die Tagespauschale ist

Für jeden Kalendertag, an dem Sie überwiegend in der eigenen Wohnung arbeiten und keine erste Tätigkeitsstätte außerhalb aufsuchen, können Sie 6 € abziehen, höchstens 1.260 € im Jahr (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6c EStG). Der Höchstbetrag ist nach 210 Tagen erreicht. Steht Ihnen dauerhaft kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, zählt der Tag auch dann, wenn Sie am selben Tag auswärts oder an der ersten Tätigkeitsstätte arbeiten. Die Pauschale gilt für Selbständige als Betriebsausgabe und über § 9 Abs. 5 EStG für Arbeitnehmer als Werbungskosten. Ein eigenes Zimmer ist nicht nötig.

Arbeitnehmer: erst der Pauschbetrag, dann die Pauschale

Arbeitnehmer erhalten ohne jeden Nachweis den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € (§ 9a EStG). Die Tagespauschale spart deshalb nur, soweit alle Werbungskosten zusammen diesen Betrag übersteigen. Ohne weitere Werbungskosten ist das erst ab 205 Homeoffice-Tagen der Fall. Wer dagegen Fahrtkosten, Arbeitsmittel oder Fortbildungen absetzt, liegt schneller darüber – dann zählt jeder Homeoffice-Tag voll.

Homeoffice-TagePauschaleErsparnis ohne weitere WerbungskostenErsparnis bei 1.500 € weiteren Werbungskosten
50300 €0 €105 €
100600 €0 €210 €
150900 €0 €315 €
2101.260 €11 €440 €

Einkommensteuer im Grundtarif bei 50.000 € zu versteuerndem Einkommen, ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; gerechnet mit demselben Modul wie der Rechner oben.

Pauschale oder Arbeitszimmer?

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur abziehbar, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG). Dann können Sie die tatsächlichen Kosten oder pauschal 1.260 € im Jahr ansetzen; für jeden vollen Monat ohne diese Voraussetzung sinkt die Jahrespauschale um ein Zwölftel. Bildet das Zimmer nicht den Mittelpunkt, ist es gar nicht abziehbar – dann bleibt nur die Tagespauschale. Beides zugleich geht nicht: Die Tagespauschale entfällt, soweit ein Abzug für das Arbeitszimmer vorgenommen wird (Nr. 6c).

Pendeln und Homeoffice in derselben Woche

An Tagen, an denen Sie die erste Tätigkeitsstätte aufsuchen, gibt es die Entfernungspauschale von 0,38 € je vollem Entfernungskilometer, an den übrigen die Tagespauschale. Beispiel mit 25 km einfachem Weg, 3 Bürotagen und 2 Homeoffice-Tagen je Woche: 40,50 € Werbungskosten in der Woche, bei 46 Arbeitswochen 1.863 € im Jahr – mehr als der Arbeitnehmer-Pauschbetrag.