Mit dem Pfändungsfreigrenze-Rechner berechnen Sie den pfändungsfreien Betrag Ihres Einkommens nach § 850c ZPO. Ermitteln Sie, wie viel von Ihrem Nettoeinkommen bei einer Pfändung geschützt ist.
So wird gerechnet
Die Pfändungsfreigrenze nach § 850c ZPO sichert das Existenzminimum. Seit dem 1. Juli 2026 liegt sie für Alleinstehende ohne Unterhaltspflichten bei 1.587,40 € netto im Monat. Für die erste unterhaltsberechtigte Person erhöht sie sich um 597,42 €, für die zweite bis fünfte um je 332,83 €. Vom Einkommen oberhalb der Freigrenze bleiben drei Zehntel unpfändbar, bei Unterhaltspflichten mehr. Was 4.866,30 € übersteigt, ist in voller Höhe pfändbar.
§ 850c ZPO in der Fassung der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 (Bek. v. 19.03.2026, BGBl. 2026 I Nr. 80), gültig ab 1. Juli 2026. Grundfreibetrag 1.587,40 € monatlich. Der Rechner bildet die amtliche Monatstabelle ab; für Wochen- und Tageslohn gelten eigene Tabellen.
Hintergrund
Warum zehn Euro mehr Netto oft null Euro mehr Pfändung bedeuten
Bei 2.000 Euro netto sind 288,82 € pfändbar – und bei 2.009 Euro genau derselbe Betrag. Erst bei 2.010 Euro springt er auf 295,82 €. Grund ist § 850c Abs. 5 ZPO: Vor der Berechnung wird das Nettoeinkommen auf volle zehn Euro abgerundet. Unterhaltspflichten wirken doppelt – sie heben die Freigrenze an und senken zugleich den pfändbaren Anteil vom Mehrbetrag –, aber nur bis zur fünften Person: Bei 4.000 € netto ist bei sechs oder acht Unterhaltsberechtigten genau so viel pfändbar wie bei fünf.
Grundlage: § 850c ZPO – Pfändungsgrenzen für Arbeitseinkommen · Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 · alle Quellen
Ein Euro mehr Gehalt, null Euro mehr Pfändung
Der Rechner oben gibt für ein bestimmtes Nettoeinkommen einen pfändbaren Betrag aus. Was er nicht zeigt: Dieser Betrag ändert sich nicht mit jedem zusätzlichen Euro. Das Gesetz rundet das Nettoeinkommen vor der Berechnung auf ein Vielfaches von zehn Euro ab (§ 850c Abs. 5 Satz 1 ZPO) – und solange zwei Gehälter auf dieselbe Zehnerstufe abgerundet werden, liefert die Rechnung exakt denselben pfändbaren Betrag.
| Nettolohn | Pfändbarer Betrag |
|---|---|
| 2.000 € | 288,82 € |
| 2.001 € | 288,82 € |
| 2.002 € | 288,82 € |
| 2.003 € | 288,82 € |
| 2.004 € | 288,82 € |
| 2.005 € | 288,82 € |
| 2.006 € | 288,82 € |
| 2.007 € | 288,82 € |
| 2.008 € | 288,82 € |
| 2.009 € | 288,82 € |
| 2.010 € | 295,82 € |
Zehn der elf Werte in dieser Tabelle sind identisch: 288,82 €. Wer statt 2.000 € genau 2.009 € netto verdient – neun Euro mehr im Monat –, hat bei einer Lohnpfändung keinen Cent weniger zur Verfügung als der Kollege mit dem niedrigeren Gehalt. Erst der Sprung auf die nächste Zehnerstufe, 2.010 €, erhöht den pfändbaren Betrag – und zwar um 7,00 €, nicht um einen beliebigen Wert: Von den zehn Euro Stufenbreite bleiben ohne Unterhaltspflichten drei Zehntel unpfändbar, sieben Zehntel also 7,00 € sind es am Ende.
Die Regel dahinter: Abrundung auf volle zehn Euro
§ 850c Abs. 5 Satz 1 ZPO schreibt vor, dass das Arbeitseinkommen „auf eine Zahl abzurunden“ ist, „die bei einer Auszahlung für Monate bei einer Teilung durch 10 eine natürliche Zahl ergibt“. Nicht auf-, sondern abgerundet – der Gesetzgeber nimmt bewusst in Kauf, dass ein Gläubiger bei krummen Beträgen etwas weniger bekommt, damit niemand ein Einkommen bis auf den Cent nachrechnen muss. Satz 2 und 3 desselben Absatzes ordnen an, dass genau diese vorgerechneten Beträge als Tabelle in der jährlichen Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung erscheinen und im Pfändungsbeschluss schlicht darauf verwiesen werden darf.
Kreuzprobe gegen diese amtliche Tabelle: Die Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026 (Anhang, Zeile „1.590 €,00 bis 1.599 €,99“) weist für Alleinstehende ohne Unterhaltspflichten 1,82 € pfändbar aus. Das Modul dieser Seite errechnet für denselben Betrag 1,82 € – und das ist zugleich die unterste Zehnerstufe, ab der überhaupt etwas pfändbar wird: Bis 1.580 € bleibt es bei 1.587,40 € unpfändbarer Freigrenze, keinen Cent weniger.
Unterhaltspflichten heben die Freigrenze an – und senken den pfändbaren Anteil
Wer Ehepartner, Kindern oder anderen gesetzlich Unterhaltsberechtigten Unterhalt gewährt, profitiert nach § 850c Abs. 2 und 3 ZPO auf zwei verschiedene Arten gleichzeitig. Erstens steigt die absolute Freigrenze: für die erste Person um 597,42 €, für die zweite bis fünfte um je 332,83 €. Zweitens sinkt unabhängig davon der Anteil, der vom Mehrbetrag oberhalb dieser Freigrenze überhaupt gepfändet werden darf: Ohne Unterhaltspflichten bleiben drei Zehntel des Mehrbetrags unpfändbar (70 % pfändbar), für die erste unterhaltsberechtigte Person kommen zwei weitere Zehntel hinzu, für die zweite bis fünfte je ein weiteres. Bei fünf Personen sind neun Zehntel unpfändbar – nur noch 10 % des Mehrbetrags bleiben pfändbar.
| Unterhaltspflichtige | Freigrenze | Pfändbarer Betrag | Anteil vom Mehrbetrag |
|---|---|---|---|
| Keine | 1.587,40 € | 1.688,82 € | 70 % |
| 1 | 2.184,82 € | 907,59 € | 50 % |
| 2 | 2.517,65 € | 592,94 € | 40 % |
| 3 | 2.850,48 € | 344,86 € | 30 % |
| 4 | 3.183,31 € | 163,34 € | 20 % |
| 5 | 3.516,14 € | 48,39 € | 10 % |
Bei einem gleichbleibenden Nettoeinkommen von 4.000 € sinkt der pfändbare Betrag dadurch von 1.688,82 € ohne Unterhaltspflichten auf nur noch 48,39 € bei fünf Unterhaltsberechtigten – eine Reduktion um mehr als 97 Prozent, obwohl das Einkommen exakt gleich geblieben ist.
Ab der fünften Person ist Schluss
Sowohl die Erhöhung der Freigrenze (§ 850c Abs. 2 ZPO) als auch die zusätzlichen Zehntel (§ 850c Abs. 3 Satz 2 ZPO) gelten ausdrücklich nur „für die zweite bis fünfte Person“. Für eine sechste, siebte oder achte unterhaltsberechtigte Person sieht das Gesetz keine weitere Erhöhung vor – das bestätigt auch der Anhang der Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung 2026, dessen Tabelle nur sechs Spalten für Unterhaltspflicht kennt: 0, 1, 2, 3, 4 und „5 und mehr“.
| Unterhaltspflichtige | Freigrenze | Pfändbarer Betrag |
|---|---|---|
| 5 | 3.516,14 € | 48,39 € |
| 6 | 3.516,14 € | 48,39 € |
| 8 | 3.516,14 € | 48,39 € |
Eine kinderreiche Familie mit sechs oder acht Unterhaltsberechtigten steht bei der Pfändung also nicht besser da als eine mit fünf – jede Person ab der sechsten zählt für diese Rechnung schlicht nicht mehr mit.
Was diese Rechnung nicht zeigt
Zwei Einschränkungen sind wichtig. Erstens gilt die Zehner-Abrundung nur für den Teil des Einkommens zwischen der Freigrenze und dem Höchstbetrag von 4.866,30 € monatlich (§ 850c Abs. 3 Satz 3 ZPO); was darüber liegt, ist ohnehin in voller Höhe pfändbar und nimmt an der Zehntel-Rechnung gar nicht mehr teil. Zweitens bilden alle Zahlen dieses Artikels ausschließlich die Monatstabelle ab. Für Wochen- und Tageslohn gelten in derselben Bekanntmachung eigene Tabellen mit anderen Rundungsstufen (2,5 beziehungsweise 0,5 statt 10), die denselben Stufeneffekt erzeugen, nur in kleineren Schritten.