Mit dem Schuldentilgungs-Rechner vergleichen Sie verschiedene Tilgungsstrategien für Ihre Schulden. Finden Sie heraus, ob die Schneeball- oder Lawinenmethode für Sie schneller und günstiger zur Schuldenfreiheit führt.
So wird gerechnet
Die Lawinenmethode tilgt zuerst die Schuld mit dem höchsten Zinssatz und spart dadurch am meisten Zinsen. Die Schneeball-Methode beginnt mit der kleinsten Schuld und sorgt für schnelle Erfolgserlebnisse. Beide Strategien sind der Mindestzahlung deutlich überlegen.
Schneeball vs. Lawinenmethode.
Hintergrund
5 € mehr Rate machen aus „nie" 19 Jahre, 6 Monate
Eine Schuld von 6.000 € zu 14 % kostet pro Monat exakt 70,00 € an Zinsen. Wer genau diese 70 € als Rate ansetzt, zahlt 600 Monate lang nur die Zinsen und ist am Ende noch immer 6.000 € im Minus. Schon 1 € mehr genügen zur vollständigen Tilgung – dauern aber 30 Jahre, 8 Monate. Erst 5 € über der Zinsgrenze sinkt die Laufzeit auf 19 Jahre, 6 Monate.
Grundlage: Dispozinsen 2026 · Ratenkredit-Zins-Monitor 2026 · alle Quellen
Eine Rate muss zuerst die eigenen Zinsen schlagen
Der Rechner oben verteilt eine gemeinsame Monatsrate nach Priorität auf mehrere Schulden – aber jede einzelne Schuld folgt dabei einer einfachen Regel: Ihr Restbetrag sinkt nur, wenn die ihr zugeteilte Zahlung größer ist als die Zinsen, die sie in demselben Monat selbst erzeugt. Reicht die Zahlung nicht einmal aus, um die eigenen Zinsen zu decken, bleibt der Restbetrag gleich hoch oder wächst sogar – unabhängig davon, wie lange man wartet und unabhängig davon, ob man das Schneeball- oder Lawinenprinzip anwendet.
Am einfachsten zeigt sich das an einer einzelnen Schuld, die die gesamte Rate für sich bekommt. 6.000 € zu 14 % Zinsen – am oberen Ende der 2026 üblichen Dispozinsen laut Bankenvergleich – kosten pro Monat exakt 6.000 € × 14 % ÷ 12 = 70,00 €. Das ist der Kipppunkt: Jeder Rate-Euro darüber tilgt tatsächlich Schulden, jeder Euro darunter reicht nicht einmal für die Zinsen.
| Monatsrate | Abstand zur Zinsgrenze | Tilgungsdauer | Gesamtzinsen |
|---|---|---|---|
| 70 € | ±0 € | 50 Jahre (Simulationsgrenze erreicht, nicht abbezahlt) | 42.000,00 € |
| 71 € | +1 € | 30 Jahre, 8 Monate | 20.092,59 € |
| 75 € | +5 € | 19 Jahre, 6 Monate | 11.510,36 € |
Die mittlere Zeile ist der auffälligste Befund: Ein einziger Euro mehr Rate im Monat – 71 € statt 70 € – ändert das Ergebnis nicht graduell, sondern kategorial: von „niemals" zu „nach 30 Jahre, 8 Monate". Die Tilgung dauert dabei immer noch extrem lange, weil in den ersten Jahren fast die gesamte Rate weiterhin in die Zinsen fließt und nur der letzte Euro tatsächlich den Restbetrag senkt. Erst bei 75 € – 5 € über der Zinsgrenze – sinkt die Laufzeit auf 19 Jahre, 6 Monate, weniger als ein Drittel der Zeit bei 71 €.
Warum die 70 €-Zeile keine Rundung ist
An der Zinsgrenze zahlt die Simulation 600 Monate lang (50
Jahre – das ist die MAX_MONATE-Obergrenze des Rechenmoduls
für Fälle, in denen die Rate rechnerisch nie zur vollständigen Tilgung
reicht) exakt 70,00 € – und der Restbetrag bleibt bei genau 6.000 €, keinen Cent niedriger. In der Summe ergibt das 70 € × 600 = 42.000,00 €
Zinsen, ausgezahlt an die Bank, ohne dass auch nur ein Euro Schulden
abgebaut wurde. Ein Selbsttest im Kopf dieser Seite prüft das bei jedem
Build gegen das echte Rechenmodul nach.
Nebenbefund, mit demselben Rechenmodul verifiziert: Steht dieselbe 6.000 €-Schuld nicht allein, sondern konkurriert nach der Schneeball-Methode mit einer kleineren, günstigeren Schuld (hier: 4.000 € zu 8,13 %) um dieselbe 75 €-Rate, bekommt sie so lange gar nichts, bis die kleinere Schuld abbezahlt ist – und wächst in dieser Zeit über den Punkt hinaus, an dem selbst die volle Rate von 75 € sie noch bezahlbar hält. Dieselbe Rate, die 6.000 € isoliert in 19 Jahre, 6 Monate getilgt hätte (siehe Tabelle oben), reicht dann nicht mehr aus, sobald der Rechner auch danach die Zinsgrenze von 70,00 € für diese Schuld unterschreitet.