Wohnen & Immobilien

Mit dem Kaufen-vs-Mieten-Rechner vergleichen Sie die Gesamtkosten von Immobilienkauf und Miete über einen frei wählbaren Zeitraum. So finden Sie heraus, ab welchem Zeitpunkt sich der Kauf gegenüber der Miete finanziell lohnt. Der Rechner berücksichtigt Wertsteigerung, Zinsen, Instandhaltung und Mietpreissteigerungen.

Ergebnis nach 20 Jahren
— €

So wird gerechnet

Beim Kauf fallen einmalige Erwerbsnebenkosten (GrEStG, GNotKG) sowie laufende Kosten für Instandhaltung und Finanzierung an. Mieter profitieren von der Flexibilität einer dreimonatigen Kündigungsfrist nach § 573c BGB, tragen aber das Risiko steigender Mieten. Die Kappungsgrenze nach § 558 BGB begrenzt Mieterhöhungen auf maximal 20 % in drei Jahren.

Kostenvergleich 10-30 Jahre.

Hintergrund

Ob Kaufen sich lohnt, hängt an einer Zahl, die im Formular gar nicht steht

Bei den Standardwerten der Seite oben – 350.000 € Kaufpreis, 70.000 € Eigenkapital, 3,5 % Zins, 20 Jahre – ist Kaufen um 135.622 € günstiger. Rechnet man die entgangene Rendite des eingesetzten Eigenkapitals gar nicht erst mit, wären es 265.118 €: fast doppelt so viel. Der Rechner berücksichtigt diese Opportunitätskosten – aber mit einer festen Annahme von 4,0 % Rendite, die sich im Formular nirgends einstellen lässt. Schon ab 6,37 % Alternativrendite kippt das Ergebnis zugunsten der Miete.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: § 573c BGB – Fristen der Kündigung von Wohnraum · § 558 BGB – Kappungsgrenze bei Mieterhöhungen · alle Quellen

Was der Rechner mit den Standardwerten zeigt

Wer die Seite oben zum ersten Mal öffnet, sieht die Kombination aus 350.000 € Kaufpreis, 1.200 € Kaltmiete, 70.000 € Eigenkapital und 3,5 % Zins über 20 Jahre. Der Rechner meldet: Kaufen kostet über den Zeitraum 84.764 €, Mieten 220.386 € – ein Vorsprung des Kaufs von 135.622 €. In den 84.764 € stecken 38.718 € Kaufnebenkosten, 70.000 € Instandhaltungsrücklage und eine Restschuld von 118.128 € nach 20 Jahren, weil das Darlehen bei 2 % Anfangstilgung in dieser Zeit nicht vollständig getilgt ist. Dem steht ein rechnerischer Immobilienwert von 520.082 € gegenüber.

Auf der Mietseite stehen 349.882 € gezahlte Miete über 20 Jahre, abzüglich 129.496 € Kapitalertrag. Dieser Ertrag ist der eigentliche Hebel dieses Artikels: Er unterstellt, dass das Eigenkapital plus Nebenkosten – bei Kauf gebunden, bei Miete frei verfügbar – am Kapitalmarkt angelegt wird und dort Rendite abwirft. Genau das nennt man Opportunitätskosten des Eigenkapitals: Was das gebundene Geld beim Kauf nicht verdienen kann, ist ein realer Kostenfaktor des Kaufens, auch wenn kein Cent davon fließt.

Die Stellschraube, die im Formular fehlt

Viele einfache Kaufen-vs-Mieten-Rechner lassen die Opportunitätskosten komplett aus – sie vergleichen nur Monatsrate gegen Miete. Dieser Rechner tut das nicht: Im Modul kaufen-vs-mieten.js wird das nicht investierte Kapital mit 4,0 % Rendite pro Jahr verzinst (Konstante KAPITALRENDITE_STANDARD_PROZENT). Wie stark das wirkt, zeigt der Vergleich mit einer Rechnung ganz ohne Opportunitätskosten: Ohne sie läge der Vorteil des Kaufens bei 265.118 €. Mit der hinterlegten Alternativrendite sind es nur noch 135.622 € – 51 % des ursprünglichen Vorsprungs. Die Differenz von exakt 129.496 € ist genau der ausgewiesene Kapitalertrag; der Build dieser Seite prüft diese Identität und würde ohne sie fehlschlagen.

Der Haken: Diese 4,0 % sind ein Programmierstandard, keine Eingabe. Das Formular auf dieser Seite fragt Kaufpreis, Miete, Eigenkapital, Zins, Laufzeit, Mietsteigerung, Wertsteigerung, Bundesland und Makler ab – aber keine Alternativrendite. Wer eine andere Annahme für realistisch hält, kann sie im Rechner oben nicht eintragen; die folgenden Tabellen zeigen deshalb rechnerisch, was sich änderte, wenn man es könnte.

Wo die Wertsteigerung kippt

Die Wertsteigerung wirkt ausschließlich auf der Kaufseite: Sie bestimmt den Immobilienwert am Ende und damit, wie viel von den gezahlten Raten am Ende als Vermögen zurückkommt. Auf die Kosten des Mietens hat sie keinen Einfluss – kostenMieten bleibt bei jeder Wertsteigerung exakt bei 220.386 €, das ist im Build dieser Seite geprüft. Deshalb genügt eine einzige Spalte, um zu zeigen, wo der Kauf kippt:

Kosten des Kaufens nach jährlicher Wertsteigerung, bei 4,0 % Alternativrendite
Wertsteigerung p. a. Kosten Kaufen Günstiger als Mieten?
−2,0 % 371.183 € nein
−1,0 % 318.578 € nein
0,0 % 254.846 € nein
1,0 % 177.779 € ja
2,0 % 84.764 € ja
3,0 % −27.293 € ja
4,0 % −162.047 € ja
5,0 % −323.809 € ja

Bei der hinterlegten Alternativrendite von 4,0 % kippt das Ergebnis bereits bei 0,47 % Wertsteigerung pro Jahr – deutlich unter den 2 %, die in den Voreinstellungen der Seite stehen. Nimmt man eine niedrigere Alternativrendite von 2,0 % an, genügt sogar eine leicht fallende Wertsteigerung von −0,64 %, damit Kaufen noch gewinnt. Bei 6,0 % Alternativrendite dagegen braucht es schon 1,75 % Wertsteigerung, bevor der Kauf die Nase vorn hat.

Wo die Alternativrendite kippt

Spiegelbildlich hängt kostenKaufen nicht von der Alternativrendite ab – sie bleibt bei jeder Kapitalrendite bei 84.764 €. Variiert wird deshalb nur die Mietseite:

Kosten des Mietens nach angenommener Kapitalrendite, bei 2,0 % Wertsteigerung
Alternativrendite p. a. Kosten Mieten Kaufen günstiger?
0,0 % 349.882 € ja
2,0 % 297.051 € ja
4,0 % 220.386 € ja
6,0 % 109.927 € ja
8,0 % −48.130 € nein
10,0 % −272.800 € nein

Bei den übrigen Standardwerten (2 % Wertsteigerung) kippt das Ergebnis bei 6,37 % Alternativrendite. Wer die Wertsteigerung vorsichtiger mit 0,0 % ansetzt, braucht dafür schon 3,19 % Alternativrendite – ein Wert, der mit einer breit gestreuten Aktienanlage über lange Zeiträume nicht unrealistisch ist. Bei 3,0 % Wertsteigerung dagegen müsste die Alternative 7,77 % bringen, damit sich die Miete überhaupt lohnt. Beide Stellschrauben wirken also gegeneinander: Wer der Immobilie wenig Wertsteigerung zutraut, braucht zugleich eine hohe Alternativrendite, damit das Mieten tatsächlich günstiger wird – niedrige Werte bei beiden reichen dafür nicht.

Was diese Rechnung voraussetzt – und was nicht im Formular steht

Neben der Alternativrendite legt das Modul zwei weitere Annahmen fest, die im Formular ebenfalls nicht auftauchen: eine Anfangstilgung von 2 % und eine Instandhaltungsrücklage von 1 % des Kaufpreises pro Jahr. Wer mit einer höheren Tilgung plant oder in einer sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilie kauft, rechnet der Rechner oben also mit anderen Zahlen, als tatsächlich zutreffen könnten – ohne dass sich das an der Oberfläche ablesen ließe. Zur Tilgung und ihrer Wirkung auf die Restschuld siehe auch die Rechnung zur Anfangstilgung.

Nicht abgebildet sind außerdem Steuerwirkungen (etwa die Spekulationsfrist nach § 23 EStG oder die steuerliche Behandlung von Mieteinnahmen bei Eigennutzung, die hier keine Rolle spielt), eine mögliche Anschlussfinanzierung zu einem anderen Zinssatz nach Ablauf der Zinsbindung sowie Umzugskosten. Auch die Flexibilität der Miete fließt nicht in Euro ein: Mieter können mit einer Frist von drei Monaten nach § 573c BGB kündigen, während ein Immobilienverkauf Monate dauert und erneut Nebenkosten auslöst; gegen unkontrollierte Mietsprünge schützt im Bestand die Kappungsgrenze des § 558 BGB. Wer diese Stellschrauben selbst durchspielen will, muss den Kaufpreis, das Eigenkapital oder die Wertsteigerung im Formular oben so anpassen, dass sie die gewünschte Alternativrendite indirekt nachbilden – eine direkte Eingabe dafür bietet der Rechner nicht.

Häufige Fragen

Ab wann lohnt sich der Kauf gegenüber Miete?

Grobe Faustregel: Bei Kaufpreisen unter 20x der Jahresmiete (Mietrendite >5%) oder wenn man >10 Jahre bleibt. In teuren Städten (München, Berlin) dauert es länger. Bei billigen Gegenden schneller. Auch Lebenspläne zählen.

Wie wirken sich Zinsen auf die Wirtschaftlichkeit aus?

Niedrige Zinsen (2-3%) machen Kaufen günstiger als Miete. Höhere Zinsen (4-6%) können Miete attraktiver machen. Ein 1% Zinssprung erhöht die Kosten um 10.000€ pro 1 Mio. Kaufpreis über 20 Jahre.

Sollte ich den Kaufpreis oder die Miete als Basis nehmen?

Miete: 100€/m² = Kaufpreis knapp 30.000-40.000€/m². Das ist aber nur Faustregel. Besser: Vergleich über 20 Jahre inkl. Zinsen, Instandhaltung, Steuern, Wertsteigerung.

Wie wichtig ist die Wertsteigerung beim Vergleich?

Sehr wichtig auf lange Sicht. Im Schnitt steigen Immobilienpreise 2-3% p.a. (regional unterschiedlich). Das ist der Erfolgsfaktor für lange Haltefristen. Kurzfristig (5 Jahre) ist Wertsteigerung unsicher.

Was ist mit Reparaturen und Instandhaltung beim Kauf?

Faustregel: 0,5-1% des Wertes pro Jahr für Instandhaltung + Reserve für größere Arbeiten. Ein 400.000€-Haus = 2.000-4.000€/Jahr Budget. Mieter hat diesen Vorteil – alles trägt der Vermieter.

Kann ich die Immobilie noch verlassen, wenn ich kaufe?

Ja, aber teuer: Beim Verkauf fallen erneut Gebühren an (Makler, Notar) und bei einem Verkauf innerhalb von zehn Jahren kann Spekulationssteuer anfallen. Miete bietet mit dreimonatiger Kündigungsfrist nach § 573c BGB deutlich mehr Flexibilität. Kaufen bindet Kapital langfristig und lohnt sich meist erst ab einer Haltedauer von zehn Jahren.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten insgesamt?

Rechnen Sie mit 9 bis 15 % des Kaufpreises: Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 % je Bundesland), Notar (ca. 1,0–1,5 %), Grundbucheintrag (ca. 0,5 %) und gegebenenfalls Maklerprovision (bis 3,57 %). Diese Kosten müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden und sind bei einem späteren Verkauf zunächst verloren.

Was sind Opportunitätskosten des Eigenkapitals?

Das eingesetzte Eigenkapital – etwa 70.000 € – steckt nach dem Kauf in der Immobilie und kann keine anderweitige Rendite mehr erwirtschaften. Diese entgangene Verzinsung am Kapitalmarkt ist ein realer, oft übersehener Kostenfaktor des Kaufens und gehört in jeden ehrlichen Vergleich mit der Mietvariante.

Welche Rolle spielt die Grunderwerbsteuer bei der Standortwahl?

Sie kann mehrere tausend Euro ausmachen: Bei 400.000 € Kaufpreis zahlen Sie in Bayern 14.000 €, in Nordrhein-Westfalen oder Brandenburg dagegen 26.000 €. Der Satz ist Ländersache und bewegt sich 2026 zwischen 3,5 % und 6,5 %. Bei grenznaher Lage kann sich der Blick über die Landesgrenze also finanziell lohnen.

Kaufen oder mieten? Die wirtschaftliche Entscheidung

Die Entscheidung zwischen Kaufen und Mieten gehört zu den folgenreichsten finanziellen Weichenstellungen im Leben. Sie ist einerseits eine reine Rechenaufgabe – Zinsen, Nebenkosten, Wertsteigerung und entgangene Rendite des Eigenkapitals lassen sich beziffern. Andererseits ist sie eine Lebensfrage: Flexibilität und Ungebundenheit sprechen für die Miete, Sicherheit und Vermögensaufbau für das Eigentum. Der Rechner vergleicht beide Wege über einen langen Zeitraum; dieser Ratgeber ordnet die wichtigsten Kostenblöcke ein.

Kaufnebenkosten: der unterschätzte Brocken

Wer kauft, zahlt weit mehr als den Kaufpreis. Die einmaligen Erwerbsnebenkosten betragen je nach Bundesland und Maklereinsatz zwischen rund 9 % und 15 % des Kaufpreises und müssen in der Regel aus Eigenkapital bezahlt werden – Banken finanzieren sie ungern mit:

KostenartHöhe (typisch)Rechtsgrundlage / Hinweis
Grunderwerbsteuer3,5 – 6,5 %je Bundesland (siehe Tabelle)
Notarca. 1,0 – 1,5 %gesetzlich nach GNotKG
Grundbucheintragca. 0,5 %gesetzlich nach GNotKG
Maklerprovision0 – 3,57 %seit 12/2020 meist hälftig geteilt

Grunderwerbsteuer nach Bundesland (Stand 2026)

Der größte und regional stark schwankende Posten ist die Grunderwerbsteuer. Bayern erhebt mit 3,5 % den niedrigsten, mehrere Länder mit 6,5 % den höchsten Satz. Die Beispielspalte zeigt die Steuer auf einen Kaufpreis von 400.000 €:

BundeslandSteuersatzBei 400.000 € Kaufpreis
Bayern3,5 %14.000 €
Baden-Württemberg5,0 %20.000 €
Bremen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz5,0 %20.000 €
Sachsen-Anhalt, Thüringen5,0 %20.000 €
Hamburg, Sachsen5,5 %22.000 €
Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern6,0 %24.000 €
Brandenburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein6,5 %26.000 €

Die laufenden Kosten und die entgangene Rendite

Neben Zins und Tilgung tragen Eigentümer laufende Kosten, die Mieter nicht kennen: Instandhaltung von rund 1 % des Immobilienwerts pro Jahr (ein 400.000-€-Objekt also etwa 4.000 € jährlich), dazu Grundsteuer, Wohngebäudeversicherung und größere Sanierungen. Häufig übersehen wird die Opportunitätskosten des Eigenkapitals: Die 60.000 bis 100.000 €, die als Eigenkapital in Steine fließen, könnten alternativ am Kapitalmarkt Rendite erwirtschaften. Diese entgangene Rendite gehört auf die Kostenseite des Kaufens.

Wertsteigerung, Zinsen und die Faustregel

Der entscheidende Ausgleichsposten ist die Wertentwicklung der Immobilie. Historisch stiegen deutsche Immobilienpreise langfristig um etwa 2 bis 3 % pro Jahr – regional aber sehr unterschiedlich und keineswegs garantiert. Gleichzeitig gilt: Niedrige Zinsen (2–3 %) begünstigen den Kauf, hohe Zinsen (5–6 %) machen die Miete attraktiver. Eine grobe erste Orientierung liefert der Kaufpreisfaktor: Kostet die Immobilie weniger als das 25-Fache der Jahresnettokaltmiete (Mietrendite über 4 %), spricht das eher für den Kauf; liegt der Faktor deutlich höher – in München oder Berlin oft über 30 –, ist Mieten und die Differenz anzulegen häufig wirtschaftlicher.

Wann sich Kaufen lohnt – und wann Mieten

Für den Kauf sprechen eine geplante Haltedauer von mehr als zehn Jahren, ein stabiles Einkommen, ausreichend Eigenkapital für die Nebenkosten und der Wunsch nach Gestaltungsfreiheit. Für die Miete sprechen berufliche oder private Mobilität, ein kurzer Planungshorizont und der Wert der Flexibilität: Nach § 573c BGB können Mieter mit dreimonatiger Frist kündigen, während ein Immobilienverkauf Monate dauert und erneut Nebenkosten verursacht. Gegen unkontrollierte Mietsprünge schützt zudem die Kappungsgrenze des § 558 BGB, die Erhöhungen im Bestand auf 20 % (in angespannten Märkten 15 %) in drei Jahren begrenzt.