Die Mietrendite ist die wichtigste Kennzahl für Immobilieninvestoren. Sie gibt an, wie profitabel eine vermietete Immobilie im Verhältnis zum eingesetzten Kapital ist. Dabei unterscheidet man zwischen Bruttomietrendite (Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis) und Nettomietrendite, die alle laufenden Kosten berücksichtigt.
Berechnung der Bruttomietrendite: Die Formel ist einfach: Jahreskaltmiete / Kaufpreis x 100. Bei einer Wohnung für 250.000 € mit 900 € Monatsmiete ergibt sich: 10.800 € / 250.000 € = 4,32% Bruttorendite. Diese Zahl eignet sich zum schnellen Vergleich verschiedener Objekte, bildet aber nicht die tatsächliche Rentabilität ab.
Nettomietrendite als realistischer Maßstab: Von der Jahresmiete müssen Sie abziehen: nicht umlagefähige Betriebskosten (Hausverwaltung, Kontoführung), Instandhaltungsrücklage (empfohlen: 7-10 € pro m² jährlich bei Altbauten, 5-7 € bei Neubauten), Mietausfallrisiko (Leerstand, Zahlungsausfall) und gegebenenfalls Sonderverwaltungskosten. Im obigen Beispiel reduziert sich die Rendite typischerweise um 0,5-1,0 Prozentpunkte.
Kaufnebenkosten nicht vergessen: Grunderwerbsteuer (3,5-6,5% je nach Bundesland), Notarkosten (ca. 1,5%) und Maklerprovision (bis 3,57% inkl. MwSt.) erhöhen Ihre tatsächliche Investitionssumme erheblich. In Nordrhein-Westfalen zahlen Sie bei 250.000 € Kaufpreis rund 28.750 € Nebenkosten. Die Gesamtinvestition beträgt damit 278.750 €, was die Bruttorendite auf 3,87% senkt.
Steuerliche Aspekte: Mieteinnahmen sind einkommensteuerpflichtig. Gleichzeitig können Sie Abschreibungen (2% bei Baujahr ab 1925, 2,5% bei älteren Gebäuden, 3% bei Neubauten ab 2023) sowie Darlehenszinsen steuerlich geltend machen. Bei einem Steuersatz von 42% und hoher Fremdfinanzierung kann die Nachsteuerrendite dadurch sogar steigen.
Vergleich mit alternativen Anlagen: Die Mietrendite sollte immer im Kontext anderer Anlageformen betrachtet werden. Festgeld bietet aktuell 2,5-3,5% bei null Aufwand. Aktien-ETFs erzielen langfristig 7-8% pro Jahr. Der Vorteil der Immobilie liegt im Hebeleffekt der Fremdfinanzierung und der Inflationssicherheit realer Sachwerte.