Mit dem Schwangerschafts-Rechner berechnen Sie den voraussichtlichen Geburtstermin und das Mutterschaftsgeld. Erhalten Sie alle wichtigen Termine auf einen Blick, vom Geburtstermin bis zum Mutterschutzbeginn.
So wird gerechnet
Die Berechnung erfolgt nach der Naegele-Regel: erster Tag der letzten Periode plus 280 Tage (40 Wochen), was einen Zyklus von 28 Tagen unterstellt. Der Mutterschutz beginnt sechs Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstag (§ 3 Abs. 1 MuSchG) und endet acht Wochen nach der tatsächlichen Entbindung. Das Mutterschaftsgeld der Krankenkasse ist auf 13 € je Kalendertag begrenzt (§ 24i Abs. 2 SGB V) – wer mehr als 390 € netto im Monat verdient, bekommt von der Kasse immer denselben Betrag, und die Differenz zahlt der Arbeitgeber (§ 20 MuSchG).
Geburtstermin nach der Naegele-Regel (letzte Periode + 280 Tage). Schutzfristen nach § 3 MuSchG, Mutterschaftsgeld nach § 24i SGB V (höchstens 13 € je Kalendertag), Zuschuss des Arbeitgebers nach § 20 MuSchG – gezahlt für die Schutzfristen und den Entbindungstag, also 99 Kalendertage.
Hintergrund
Eine späte Geburt verlängert den Mutterschutz
Der errechnete Termin ist ein einzelner Kalendertag, und das Gesetz rechnet fest damit, dass er nicht eintrifft. Wer 7 Tage zu früh entbindet, hat am Ende dieselbe Schutzfrist wie bei einer Geburt am Termin – wer 7 Tage zu spät entbindet, hat 7 Tage mehr. Die Frist ist nach hinten offen und nach vorn nicht. Bei 2.200 € Nettoentgelt sind das 513,31 € zusätzlich, von denen die Krankenkasse 91,00 € trägt.
Grundlage: § 3 MuSchG – Schutzfristen vor und nach der Entbindung · § 20 MuSchG – Zuschuss zum Mutterschaftsgeld und 2 weitere · alle Quellen
Der Termin ist eine Rechengröße, keine Prognose
Die Naegele-Regel addiert 280 Tage – 40 Wochen – auf den ersten Tag der letzten Regelblutung. Sie zählt damit ab einem Ereignis, das rund zwei Wochen vor der Befruchtung liegt. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern Absicht: Der erste Periodentag ist der letzte Tag, den man verlässlich erinnert, der Eisprung nicht.
Rechtlich bindend ist dieses Datum allerdings nicht. § 3 Abs. 1 Satz 3 MuSchG verlangt für die Berechnung der Schutzfrist den voraussichtlichen Tag der Entbindung, „wie er sich aus dem ärztlichen Zeugnis oder dem Zeugnis einer Hebamme oder eines Entbindungspflegers ergibt". Maßgeblich ist also das Zeugnis, nicht die Formel – und das Zeugnis weicht regelmäßig ab, weil es Ultraschallmaße einbezieht. Eine Rechnung wie die hier vorgeführte ersetzt keine ärztliche Terminbestimmung und keine medizinische Beratung; sie zeigt nur, was an dem Datum hängt.
Dass der Termin nicht trifft, ist im Gesetz bereits eingebaut. § 3 Abs. 1 Satz 4 MuSchG regelt ausdrücklich den Fall, dass „eine Frau nicht am voraussichtlichen Tag" entbindet. Ein Gesetzgeber, der eine Punktprognose für zuverlässig hielte, bräuchte diesen Satz nicht.
Die Zykluslänge verschiebt die Schutzfrist mit
Die 280 Tage unterstellen einen Zyklus von 28 Tagen mit Eisprung in der Mitte. Bei einem längeren Zyklus liegt der Eisprung entsprechend später, bei einem kürzeren früher – die Zeit von der Befruchtung bis zur Geburt bleibt im Modell gleich. Die erweiterte Naegele-Regel verschiebt den Termin deshalb um die Differenz zu 28 Tagen. Das ist eine Modellannahme, keine Messung: Sie unterstellt, dass die Zykluslänge sich vollständig in der ersten Zyklushälfte niederschlägt.
Interessant ist, was diese Korrektur anrichtet. Der Beginn der Schutzfrist liegt nach § 3 Abs. 1 Satz 1 und 3 MuSchG 6 Wochen vor dem voraussichtlichen Tag. Er wandert also mit:
| Zykluslänge | Korrektur | Termin | Schutzfrist beginnt |
|---|---|---|---|
| 24 Tage | −4 Tage | 08.10.2026 | 27.08.2026 |
| 26 Tage | −2 Tage | 10.10.2026 | 29.08.2026 |
| 28 Tage | — | 12.10.2026 | 31.08.2026 |
| 30 Tage | +2 Tage | 14.10.2026 | 02.09.2026 |
| 32 Tage | +4 Tage | 16.10.2026 | 04.09.2026 |
| 35 Tage | +7 Tage | 19.10.2026 | 07.09.2026 |
Zwischen der kürzesten und der längsten Zeile liegen 11 Tage. Bei einem 35-Tage-Zyklus beginnt die Schutzfrist am 07.09.2026; die unkorrigierte Rechnung setzt sie auf den 31.08.2026 und damit 7 Tage zu früh. Für die Übergabe im Betrieb, den Urlaubsplan und den Antrag bei der Krankenkasse verschiebt sich damit alles um dieselbe Zahl von Tagen.
Zu früh kostet nichts, zu spät bringt Tage
Drei Sätze des § 3 MuSchG greifen ineinander, und erst zusammen ergeben sie eine Regel, die man nicht erwartet. Absatz 1 Satz 1 setzt 6 Wochen an, Satz 3 hängt sie an den voraussichtlichen Tag der Entbindung. Absatz 2 Satz 1 hängt das Ende dagegen an die tatsächliche Entbindung: 8 Wochen danach. Absatz 2 Satz 3 schließlich ordnet an, dass sich die Frist nach der Entbindung „bei vorzeitiger Entbindung … um den Zeitraum der Verkürzung der Schutzfrist vor der Entbindung" verlängert.
Der Beginn steht damit fest, sobald das Zeugnis vorliegt – er ändert sich nicht mehr, egal wann das Kind kommt. In der folgenden Tabelle ist das die Spalte „Frist beginnt": Sie steht still, während alles andere wandert.
| Abweichung | Entbindung | Frist beginnt | letzter Tag | zusätzliche Tage |
|---|---|---|---|---|
| −21 Tage | 21.09.2026 | 31.08.2026 | 07.12.2026 | — |
| −14 Tage | 28.09.2026 | 31.08.2026 | 07.12.2026 | — |
| −7 Tage | 05.10.2026 | 31.08.2026 | 07.12.2026 | — |
| am Termin | 12.10.2026 | 31.08.2026 | 07.12.2026 | — |
| +7 Tage | 19.10.2026 | 31.08.2026 | 14.12.2026 | +7 |
| +14 Tage | 26.10.2026 | 31.08.2026 | 21.12.2026 | +14 |
| +21 Tage | 02.11.2026 | 31.08.2026 | 28.12.2026 | +21 |
Gezählt sind hier die Kalendertage zwischen dem ersten und dem letzten Tag der Frist. Der Regelfall umfasst 42 Tage vor der Entbindung, den Entbindungstag selbst und 56 Tage danach, zusammen also 99 Kalendertage, für die nach § 24i Abs. 3 Satz 1 SGB V Mutterschaftsgeld gezahlt wird.
Die oberen 4 Zeilen enden am selben Tag: Wer früher entbindet, verliert nichts. Die 21 Tage, die im Beispiel der obersten Zeile vorn wegfallen, hängt Absatz 2 Satz 3 hinten wieder an. Nach unten hin gilt das nicht. Jeder Tag nach dem Termin verschiebt nur das Ende, weil der Beginn schon gelaufen ist – bei 7 Tagen Verspätung endet die Frist am 14.12.2026 statt am 07.12.2026.
Das läuft der Alltagsintuition zuwider. Man erwartet, dass eine Frühgeburt den Mutterschutz beschneidet und eine späte Geburt ihn aufbraucht. Tatsächlich ist die Regeldauer eine Untergrenze, keine feste Größe – jedenfalls in diese Richtung.
Was ein zusätzlicher Tag wert ist
Diese Tage sind nicht nur frei, sie sind bezahlt, und zwar aus zwei Töpfen. Die Krankenkasse zahlt nach § 24i Abs. 2 Satz 1 SGB V das durchschnittliche kalendertägliche Nettoentgelt – aber Satz 2 begrenzt das: „Es beträgt höchstens 13 Euro für den Kalendertag." Übersteigt das Entgelt diesen Betrag, zahlt der Arbeitgeber nach § 20 Abs. 1 Satz 2 MuSchG den Unterschiedsbetrag.
13 € am Kalendertag entsprechen 390 € im Monat. Oberhalb dieser Schwelle ist der Kassenanteil eine Konstante: Er ändert sich nicht mehr, wie hoch das Entgelt auch ist.
| Nettoentgelt im Monat | je Kalendertag | Krankenkasse | Arbeitgeber | Anteil der Kasse |
|---|---|---|---|---|
| 1.200 € | 40,00 € | 13,00 € | 27,00 € | 32,5 % |
| 1.800 € | 60,00 € | 13,00 € | 47,00 € | 21,7 % |
| 2.200 € | 73,33 € | 13,00 € | 60,33 € | 17,7 % |
| 3.000 € | 100,00 € | 13,00 € | 87,00 € | 13,0 % |
| 4.500 € | 150,00 € | 13,00 € | 137,00 € | 8,7 % |
Das kalendertägliche Entgelt ist hier als Monatsnetto geteilt durch 30 angesetzt. § 20 Abs. 1 Satz 2 MuSchG stellt auf die letzten drei abgerechneten Kalendermonate vor Fristbeginn ab, § 21 MuSchG nimmt Einmalzahlungen und unverschuldete Fehlzeiten heraus. Wer Weihnachtsgeld oder Kurzarbeit im Berechnungszeitraum hatte, landet bei einem anderen Tagessatz als in dieser Tabelle.
Der Befund der letzten Spalte: Bei 2.200 € Nettoentgelt trägt die Krankenkasse 17,7 % der Lohnfortzahlung, der Arbeitgeber den Rest. Bei 4.500 € sind es noch 8,7 %. Das viel zitierte „Mutterschaftsgeld der Krankenkasse" ist bei jedem Einkommen derselbe Betrag: 546,00 € für die 42 Tage vor der Entbindung und 728,00 € für die 56 Tage danach. Alles, was das Nettoentgelt darüber hinaus ausmacht, ist Arbeitgeberzuschuss.
Damit lässt sich die Asymmetrie aus dem vorigen Abschnitt beziffern. Jeder Tag, den eine Entbindung nach dem Termin liegt, ist ein zusätzlicher Tag mit vollem Nettoentgelt: bei 2.200 € im Monat 73,33 € am Tag, davon 13,00 € von der Kasse und 60,33 € vom Arbeitgeber. 7 Tage Verspätung ergeben 513,31 €. Eine Entbindung vor dem Termin verschiebt dieselbe Summe lediglich nach hinten, sie kürzt sie nicht.
Umgekehrt heißt das auch: Ein zu früh angesetzter voraussichtlicher Termin – etwa weil die Zykluskorrektur des vorigen Abschnitts unterblieben ist – verlängert die Schutzfrist rechnerisch, weil die Entbindung dann eher nach dem eingetragenen Termin liegt. Das ist kein Gestaltungsspielraum: Maßgeblich ist allein das ärztliche Zeugnis nach § 3 Abs. 1 Satz 3 MuSchG.
Wer vorn weiterarbeitet, bekommt die Tage hinten nicht zurück
Die Schutzfrist vor der Entbindung ist kein absolutes Beschäftigungsverbot. § 3 Abs. 1 Satz 1 MuSchG verbietet die Beschäftigung nur, „soweit sie sich nicht zur Arbeitsleistung ausdrücklich bereit erklärt"; Satz 2 lässt den Widerruf jederzeit zu. Nach der Entbindung gilt das nicht: Absatz 2 Satz 1 kennt keine solche Einschränkung.
Daraus zieht man leicht den falschen Schluss – nämlich den, dass die vorn nicht genommenen Tage hinten angehängt würden, so wie es bei einer vorzeitigen Entbindung geschieht. Der Gesetzestext gibt das nicht her. Absatz 2 Satz 3 verlängert die Frist nach der Entbindung ausdrücklich nur „bei vorzeitiger Entbindung" und nur „um den Zeitraum der Verkürzung der Schutzfrist vor der Entbindung nach Absatz 1 Satz 4". Satz 4 ist die Regel über den Tag der Entbindung, nicht Satz 1 über die Bereiterklärung. Wer in der Frist vor der Entbindung arbeitet, verkürzt die Frist nicht; sie läuft weiter. Und was nicht verkürzt ist, wird nach Satz 3 auch nicht verlängert.
Geld bringt diese Entscheidung ebenfalls nicht: Der Anspruch auf Mutterschaftsgeld ruht nach § 24i Abs. 4 Satz 1 SGB V, „soweit und solange das Mitglied beitragspflichtiges Arbeitsentgelt … erhält". Statt 13,00 € Mutterschaftsgeld und 60,33 € Zuschuss gibt es an einem gearbeiteten Tag Arbeitsentgelt. Die 42 Tage vor der Entbindung sind im Beispiel 3.079,86 € wert – und sie sind so oder so bezahlt. Eingetauscht wird also freie Zeit gegen Arbeitszeit, nicht Zeit gegen Geld.
Wo diese Rechnung endet
Drei Fälle bildet sie nicht ab. Erstens verlängert § 3 Abs. 2 Satz 2 MuSchG die Frist nach der Entbindung auf 12 Wochen – bei Frühgeburten, bei Mehrlingsgeburten und, auf Antrag, wenn beim Kind vor Ablauf von 8 Wochen eine Behinderung ärztlich festgestellt wird. Das sind 28 Tage mehr, und die Verlängerung nach Satz 3 kommt gegebenenfalls noch obendrauf. Diese Varianten rechnet der Mutterschutz-Rechner durch.
Zweitens kennt § 3 MuSchG eigene Fristen für Fehlgeburten (Absatz 5), eine Ausnahme von der Verlängerung bei Totgeburten (Absatz 2 Satz 5) und eine Sonderregel nach dem Tod des Kindes (Absatz 4). Sie folgen anderen Zahlen als den hier gerechneten.
Drittens endet mit der Schutzfrist die Lohnersatzleistung nicht, sie wechselt: Das Elterngeld schließt an, rechnet aber nach eigenen Regeln und wird auf die Monate nach der Geburt bezogen, nicht auf Kalendertage. Was davon übrig bleibt, zeigt der Elterngeld-Rechner.