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Der Rechner zeigt, was ein ETF-Sparplan bei einer von Ihnen gewählten Rendite am Ende wert ist – und wie viel davon nach der Steuer beim Verkauf übrig bleibt.

Wert nach Steuer beim Verkauf
— €

So wird gerechnet

Endkapital aus monatlicher Sparrate und Jahresrendite. Steuer beim Verkauf: Gewinn minus 30 % Teilfreistellung (Aktienfonds) minus Sparer-Pauschbetrag, darauf 26,375 %.

Teilfreistellung nach § 20 Abs. 1 InvStG, Vorabpauschale nach §§ 18, 19 InvStG (abgerufen am 14.09.2026), Abgeltungsteuer nach § 32d Abs. 1 EStG, Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG, Solidaritätszuschlag 5,5 %. Rendite und Inflation sind Annahmen des Nutzers. Die Steuer wird vollständig beim Verkauf angesetzt; ohne Kirchensteuer, Ordergebühren und laufende Fondskosten.

Hintergrund

Doppelte Rate verdoppelt das Ergebnis – doppelte Laufzeit versechsfacht den Gewinn

Wer die monatliche Sparrate verdoppelt, verdoppelt Endkapital und Gewinn – exakt, nicht ungefähr. Wer stattdessen doppelt so lange spart, bekommt bei 5 % Rendite nicht das Doppelte, sondern das 3,65-fache Kapital und das 6,05-fache Gewinn. Der Unterschied liegt daran, wie Zinseszins in der Rechnung des Sparplan-Rechners auf Rate und Zeit jeweils wirkt.

Von Matthias Dührkop · Stand

Die Rate steckt nur additiv in der Rechnung

Der Rechner oben führt monatlich dieselbe Rechnung aus: Das Kapital des Vormonats wächst um den Monatsfaktor, danach kommt die Sparrate dazu. Startet man ohne Startkapital bei null, ist jeder Euro Endkapital am Ende eine Summe aus Vielfachen genau dieser einen Sparrate – die Rate ist ein gemeinsamer Faktor vor der ganzen Rechnung. Verdoppelt man sie, verdoppelt sich automatisch jeder Summand und damit das Ergebnis. Bei 200 € im Monat über 20 Jahre und 5 % Rendite im Jahr ergibt das 81.161 €; bei 400 € im Monat exakt 162.322 € – das 2,00-fache. Das gilt unabhängig von der Rendite, wie die Tabelle zeigt:

Verdoppelte Sparrate bei verschiedenen Renditen, 20 Jahre Laufzeit
Rendite p. a. Endkapital bei 200 € Endkapital bei 400 € Faktor
0 % 48.000 € 96.000 € 2,00-fache
3 % 65.371 € 130.742 € 2,00-fache
5 % 81.161 € 162.322 € 2,00-fache
7 % 101.507 € 203.015 € 2,00-fache
9 % 127.770 € 255.541 € 2,00-fache

Die Laufzeit steckt im Exponenten

Die Laufzeit wirkt anders: Sie bestimmt, wie oft der Monatsfaktor angewendet wird – und das betrifft nicht nur die zusätzlichen Monate, sondern auch das Kapital, das schon vorher da war. Jeder in den ersten 20 Jahren eingezahlte Euro bekommt in den zweiten 20 Jahren noch einmal 20 Jahre Zinseszins obendrauf. Bei 5 % Rendite wächst 200 € im Monat über 40 Jahre nicht auf 162.322 € (das Doppelte), sondern auf 296.505 € – das 3,65-fache. Noch deutlicher zeigt es der Gewinn, also das Endkapital abzüglich der Einzahlungen: Die Einzahlungen verdoppeln sich exakt auf 96.000 €, der Gewinn dagegen wächst von 33.161 € auf 200.505 € – das 6,05-fache.

Der Bonus wächst mit der Rendite

Ohne jede Rendite gibt es diesen Effekt nicht: Wer ohne Wertzuwachs doppelt so lange einzahlt, hat schlicht doppelt so viel eingezahlt, also auch nur das Doppelte im Depot – Faktor exakt 2,00-fache. Der Zeit-Bonus entsteht ausschließlich durch den Zinseszins, und er fällt umso größer aus, je höher die angenommene Rendite ist:

Faktor bei doppelter Laufzeit (40 statt 20 Jahre), nach Rendite
Rendite p. a. Faktor Endkapital Faktor Gewinn
0 % 2,00-fache –
3 % 2,81-fache 5,03-fache
5 % 3,65-fache 6,05-fache
7 % 4,87-fache 7,44-fache
9 % 6,60-fache 9,38-fache

Bei 3 % Rendite bringt die doppelte Laufzeit das 2,81-fache Kapital, bei 9 % bereits das 6,60-fache. Der Grund ist derselbe wie oben: Höhere Rendite bedeutet einen größeren Monatsfaktor, und ein größerer Faktor potenziert sich über zusätzliche Jahre stärker als ein kleiner.

Was das für die Rechnung oben bedeutet

Tragen Sie zwei Rechnungen mit demselben Endkapital-Ziel ein: einmal mit verdoppelter Rate bei gleicher Laufzeit, einmal mit gleicher Rate bei verdoppelter Laufzeit. Bei positiver Rendite liefert die verlängerte Laufzeit im Rechner oben immer das höhere Endkapital – weil sie zusätzlich zur reinen Verdopplung noch den Zinseszins auf die frühen Einzahlungen mitnimmt. Das ist keine Empfehlung, wann jemand mit Sparen anfangen soll, sondern eine Eigenschaft der Rechnung selbst: Der Rechner multipliziert den Monatsfaktor mit sich selbst so oft, wie Monate eingegeben sind – und das ist eine Exponentialfunktion der Zeit, aber nur eine Multiplikation bei der Rate.

Alle Werte hier unterstellen wie der Rechner oben eine über die gesamte Laufzeit gleichbleibende Rendite – reale Renditen schwanken von Jahr zu Jahr, und bei schwankender Rendite entscheidet zusätzlich die Reihenfolge der guten und schlechten Jahre über das Ergebnis. Dazu passt die separate Rechnung in „Sieben Prozent im Schnitt sind keine sieben Prozent“ . Dieser Artikel hier vergleicht ausschließlich zwei gleichbleibende Renditeannahmen miteinander, keine schwankenden Verläufe. Nicht enthalten sind außerdem Fondskosten, Ordergebühren und die Steuer beim Verkauf, die der Rechner oben separat ausweist.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Steuer auf ETF-Gewinne?

Bei Aktien-ETFs sind 30 % des Gewinns steuerfrei (§ 20 Abs. 1 InvStG). Auf den Rest abzüglich des Sparer-Pauschbetrags fallen 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf an, zusammen 26,375 %, gegebenenfalls Kirchensteuer.

Welche Rendite soll ich eintragen?

Das ist eine Annahme über die Zukunft, die kein Rechner Ihnen abnehmen kann. Rechnen Sie mehrere Werte durch und ziehen Sie die laufenden Kosten des Fonds ab.

Was ist die Vorabpauschale?

Eine jährlich angesetzte Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds nach § 18 InvStG. Sie wird beim späteren Verkauf vom Gewinn abgezogen (§ 19 Abs. 1 InvStG), sodass sie die Steuer nicht erhöht, sondern zeitlich vorzieht.

Wann gilt der Pauschbetrag von 2.000 €?

Bei zusammenveranlagten Ehegatten. Er gilt je Kalenderjahr für alle Kapitalerträge zusammen; haben Sie ihn im Verkaufsjahr schon mit Zinsen oder Dividenden verbraucht, wählen Sie „keiner".

So rechnet der ETF-Sparplan-Rechner

Die Rendite ist Ihre Annahme

Wie viel ein Sparplan am Ende wert ist, entscheidet fast allein die Rendite – und die kennt niemand im Voraus. Der Rechner nimmt sie deshalb nicht aus einer Statistik, sondern von Ihnen. Voreingestellt sind 5 % im Jahr; rechnen Sie ruhig mehrere Werte durch. Bei 200 € im Monat über 20 Jahre, also 48.000 € Einzahlungen:

Rendite p. a.Wert vor SteuerGewinnSteuer beim VerkaufWert nach Steuer
3 %65.371 €17.371 €2.943 €62.428 €
5 %81.161 €33.161 €5.859 €75.302 €
7 %101.507 €53.507 €9.615 €91.892 €

Gerechnet ist mit monatlicher Einzahlung und gleichmäßiger Verzinsung, ohne Ordergebühren und ohne die laufenden Kosten des Fonds – ziehen Sie diese von der Rendite ab.

Teilfreistellung: 30 % des Gewinns sind steuerfrei

Für Aktienfonds – Fonds, die laut Anlagebedingungen fortlaufend mehr als die Hälfte in Aktien anlegen – sind bei Privatanlegern 30 % der Erträge steuerfrei (§ 20 Abs. 1 InvStG). Erst auf den Rest kommen der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (zusammenveranlagt 2.000 €) und die Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %.

Im Beispiel mit 5 % sind das 5.859 € Steuer auf 33.161 € Gewinn. Ohne Teilfreistellung – etwa bei einem Anleihen-ETF – wären es 8.482 €. Die frühere Fassung dieses Rechners zog nur den Pauschbetrag ab und rechnete für jeden ETF so, als gäbe es keine Teilfreistellung.

Vorabpauschale: ein Teil der Steuer kommt früher

Thesaurierende ETFs schütten nichts aus. Damit trotzdem laufend Steuer anfällt, wird jedes Jahr eine Vorabpauschale angesetzt: der Wert zu Jahresbeginn mal 70 % des Basiszinses, höchstens der tatsächliche Wertzuwachs des Jahres (§ 18 InvStG). Beim Verkauf wird der Gewinn um die bereits versteuerten Vorabpauschalen gemindert (§ 19 Abs. 1 InvStG), damit nichts doppelt besteuert wird. Der Rechner setzt die gesamte Steuer beim Verkauf an. Die Summe ändert sich dadurch kaum – nur nutzt die jährliche Vorabpauschale den Sparer-Pauschbetrag in mehreren Jahren, was die tatsächliche Steuer etwas senken kann. Weil der künftige Basiszins unbekannt ist, rechnet der Rechner diesen Vorteil nicht.

Kaufkraft

Der „reale Wert" rechnet das Ergebnis mit der von Ihnen eingetragenen Inflationsrate auf heutige Preise zurück. Auch sie ist eine Annahme.