Geld & Gehalt

Der Rechner zeigt, ob Ihre Krypto-Gewinne unter die Freigrenze fallen und wie viel Einkommensteuer sie nach Ihrem persönlichen Tarif zusätzlich kosten.

Zusätzliche Einkommensteuer
— €

So wird gerechnet

Steuerpflichtig sind Verkäufe innerhalb eines Jahres nach dem Kauf. Liegt der Gesamtgewinn eines Jahres unter 1000 €, bleibt er frei; ab 1000 € ist er ganz steuerpflichtig. Die Grenze gilt je Ehegatte.

§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Abs. 3 Satz 5 EStG (Freigrenze, abgerufen am 14.09.2026), § 26b EStG, Tarif nach § 32a EStG (2026). Ohne Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.

Hintergrund

Derselbe Gewinn, derselbe Tag: 0 € bis 4.500 € Unterschied

Der Rechner oben kennt kein Kaufdatum – er unterstellt, dass der Verkauf innerhalb der Jahresfrist des § 23 EStG liegt. Genau ein Tag später liegt er das nicht mehr, und die Steuer fällt komplett weg. Die "zusätzliche Einkommensteuer", die der Rechner ausweist, ist deshalb der exakte Preis dieses einen Tages. Bei 10.000 € Gewinn reicht dieser Preis von 0 € bis 4.500 € – je nachdem, was sonst noch im selben Jahr verdient wurde.

Von Matthias Dührkop · Stand

Grundlage: § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG – Jahresfrist bei privaten Veräußerungsgeschäften · § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG – Freigrenze von 1.000 € und 1 weitere · alle Quellen

Zwei Antworten auf dieselbe Frage

Der Rechner stellt eine einzige Frage: Wie viel Einkommensteuer löst dieser Gewinn zusätzlich aus? Er beantwortet sie unter der Annahme, dass zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt – so verlangt es § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG. Liegt der Verkauf einen Tag außerhalb dieses Fensters, ist die Vorschrift nicht mehr einschlägig. Es gibt dann keinen Rabatt und keine Stundung, sondern schlicht keine Steuer – die Antwort wäre 0 €, unabhängig vom Gewinn.

Bei 40.000 € zu versteuerndem Einkommen und 8.000 € Gewinn zeigt der Rechner 2.643 € zusätzliche Einkommensteuer. Das ist keine abstrakte Kennzahl, sondern der Betrag, den ein einziger Tag Wartezeit spart – vorausgesetzt, der Verkauf wird um genau diesen Tag verschoben und sonst nichts an der Rechnung ändert sich.

Unterhalb der Freigrenze ist der Tag ohnehin kostenlos

Der Kalender-Kliff und der Betrags-Kliff der Freigrenze überlagern sich. Bei 999 € Gewinn kostet ein zu früher Verkauf 0 € – die Freigrenze nach § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG greift ohnehin, mit oder ohne Jahresfrist. Bei genau 1.000 € Gewinn kostet derselbe eine Tag bereits 318 €. Der Tag beginnt also erst zu zählen, wenn auch der Betrags-Kliff überschritten ist.

Preis eines Tages nach Gewinnhöhe, zu versteuerndes Einkommen 40.000 €
GewinnPreis des einen TagesAnteil am Gewinn
999 € 0 € –
1.000 € 318 € 31,8 %
1.500 € 479 € 31,9 %
5.000 € 1.626 € 32,5 %
10.000 € 3.339 € 33,4 %
25.000 € 8.996 € 36,0 %

Ab 1.000 € steigt der Anteil mit dem Gewinn weiter an: Bei 25.000 € liegt er bei 36,0 %, obwohl das zu versteuernde Einkommen unverändert bei 40.000 € bleibt. Der Grund ist die Steuerprogression: Ein größerer Gewinn schiebt sich weiter in die höheren Tarifzonen des § 32a EStG hinein, und die Rechnung bildet den gesamten Sprung von Sockel zu Sockel plus Gewinn ab – nicht nur den letzten Euro.

Der eigentliche Hebel ist das übrige Einkommen, nicht der Gewinn

Private Veräußerungsgewinne unterliegen nicht der Abgeltungsteuer, sondern dem persönlichen Tarif. Das bedeutet: Derselbe Gewinn kostet bei verschiedenem übrigen Einkommen verschieden viel – auch wenn Betrag und Zeitpunkt exakt gleich sind. Die folgende Tabelle hält den Gewinn bei 10.000 € fest und verschiebt nur das zu versteuernde Einkommen ohne diesen Gewinn.

Preis eines Tages bei 10.000 € € Gewinn, nach zu versteuerndem Einkommen ohne diesen Gewinn
zu versteuerndes Einkommen ohne GewinnPreis des einen TagesGrenzsteuersatz auf den Gewinn
0 € 0 € 0,0 %
20.000 € 2.647 € 26,5 %
40.000 € 3.339 € 33,4 %
60.000 € 4.031 € 40,3 %
69.878 € 4.200 € 42,0 %
100.000 € 4.200 € 42,0 %
150.000 € 4.200 € 42,0 %
277.825 € 4.500 € 45,0 %
350.000 € 4.500 € 45,0 %

Bei 0 € übrigem Einkommen kostet derselbe Tag 0 € – zusammen mit dem Gewinn bleibt die Summe unter dem Grundfreibetrag von 12.348 € nach § 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG, und es fällt gar keine Einkommensteuer an. Am oberen Ende, ab 277.825 € zu versteuerndem Einkommen, kostet derselbe Tag 4.500 € – der Spitzensteuersatz von 45 % greift auf den vollen Gewinn. Zwischen diesen beiden Polen liegt eine Spanne von 4.500 €, obwohl sich am Gewinn selbst nichts ändert.

Oberhalb der Progressionszonen wird aus der Kurve eine Gerade

Für ein zu versteuerndes Einkommen von 300.000 € – oberhalb der letzten Tarifzone bei 277.825 € – trifft jeder zusätzliche Euro Gewinn auf denselben Grenzsteuersatz von 45 %. Die Rechnung wird dadurch besonders einfach: unterhalb der Freigrenze exakt 0 €, ab der Freigrenze exakt 45 % des gesamten Gewinns – ohne die Übergänge, die in der vorigen Tabelle den Anteil noch langsam ansteigen ließen.

Preis eines Tages bei 300.000 € € zu versteuerndem Einkommen, nach Gewinnhöhe
GewinnPreis des einen Tages
999 € 0 €
1.000 € 450 €
5.000 € 2.250 €
20.000 € 9.000 €
50.000 € 22.500 €
100.000 € 45.000 €

Wer bereits aus anderen Quellen so viel verdient, dass er in der obersten Tarifzone liegt, kann den Preis eines zu frühen Verkaufs im Kopf ausrechnen: Freigrenze unterschritten heißt 0 €, Freigrenze erreicht heißt 45 % des Gewinns. Wer dagegen im progressiven Mittelbau des Tarifs liegt, muss den Gewinn kennen, um den Preis zu kennen – die Spanne zwischen den beiden Extremen in diesem Artikel zeigt, wie groß der Unterschied ausfallen kann.

Was der Rechner nicht prüft

Der Rechner hat kein Datumsfeld. Er verlangt einen fertigen Gesamtgewinn und setzt voraus, dass dieser Gewinn ausschließlich aus Verkäufen innerhalb der Jahresfrist stammt. Ob ein einzelner Verkauf innerhalb oder außerhalb dieser Frist liegt – und, bei mehreren Käufen derselben Kryptowährung zu verschiedenen Zeitpunkten, welcher Bestand als zuerst verkauft gilt –, muss wer den Rechner benutzt selbst klären. Für Gewinne, die teils innerhalb und teils außerhalb der Frist liegen, ist nur der fristgebundene Teil in dieses Feld einzutragen.

Nicht enthalten sind außerdem Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; beide kommen zu jedem hier gezeigten Betrag anteilig hinzu. Dieser Artikel ordnet Rechenwege ein und ersetzt keine steuerliche Beratung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Gibt es einen Freibetrag von 1.000 €?

Nein, eine Freigrenze. Liegt der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 €, bleibt er steuerfrei (§ 23 Abs. 3 Satz 5 EStG). Ab 1.000 € ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der übersteigende Teil.

Haben Verheiratete 2.000 € frei?

Nicht gemeinsam. Die Freigrenze gilt für jeden Ehegatten und dessen eigenen Gesamtgewinn. 1.500 € Gewinn eines Ehegatten sind voll steuerpflichtig, auch wenn der andere nichts verkauft hat.

Wann sind Krypto-Gewinne steuerfrei?

Wenn zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr liegt. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erfasst nur Veräußerungen, bei denen dieser Zeitraum nicht mehr als ein Jahr beträgt. Und unabhängig davon, wenn der Gesamtgewinn des Jahres unter der Freigrenze bleibt.

Mit welchem Steuersatz werden Krypto-Gewinne besteuert?

Mit dem persönlichen Einkommensteuertarif, nicht mit 25 % Abgeltungsteuer. Wie viel das ist, hängt vom übrigen Einkommen ab: Bei 40.000 € zu versteuerndem Einkommen kosten 5.000 € Gewinn 1.626 € Einkommensteuer.

Was passiert mit Verlusten?

Verluste aus Verkäufen innerhalb der Jahresfrist dürfen nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden – im selben Jahr oder über Verlustrück- und -vortrag (§ 23 Abs. 3 Sätze 7 und 8 EStG). Mit Lohn oder Mieteinnahmen lassen sie sich nicht verrechnen.

So werden Krypto-Gewinne besteuert

Freigrenze, nicht Freibetrag

Nach § 23 Abs. 3 Satz 5 EStG bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerfrei, wenn der Gesamtgewinn im Kalenderjahr weniger als 1.000 € beträgt. Das ist eine Freigrenze: Unterhalb bleibt alles frei, ab 1.000 € ist der ganze Gewinn steuerpflichtig – nicht nur der Teil darüber. Viele Seiten und auch diese Seite bis September 2026 haben die Grenze wie einen Freibetrag abgezogen. Bei 1.500 € Gewinn wird dann auf 500 € Steuer gerechnet statt auf 1.500 €.

Der Sprung ist hart. Bei einem zu versteuernden Einkommen von 40.000 € kostet ein Gewinn von 999 € keinen Cent Einkommensteuer, ein Gewinn von 1.000 € kostet 318 €. Wer im Dezember knapp unter der Grenze liegt, kann den nächsten Verkauf ins neue Jahr schieben – oder Verluste realisieren, die den Gesamtgewinn unter die Grenze drücken.

Steuerpflichtig nur innerhalb eines Jahres

§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erfasst Veräußerungen, bei denen zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr liegt. Was länger gehalten wurde, gehört nicht in den Rechner: Tragen Sie nur den Saldo der Verkäufe mit kurzer Haltedauer ein. Verluste aus solchen Verkäufen dürfen nach § 23 Abs. 3 Satz 7 nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden, dann auch über Vor- und Folgejahre (Satz 8).

Was der Gewinn an Steuer kostet

Private Veräußerungsgewinne unterliegen nicht der Abgeltungsteuer, sondern dem persönlichen Tarif des § 32a EStG. Der Rechner nimmt deshalb keinen festen Steuersatz an, sondern rechnet die Einkommensteuer einmal ohne und einmal mit dem Gewinn (Tarif 2026). Die Differenz ist die Steuer, die der Gewinn auslöst. Beispiel für ein zu versteuerndes Einkommen von 40.000 € ohne den Gewinn:

Gesamtgewinnsteuerpflichtigzusätzliche EinkommensteuerBelastung
999 €0 €0 €0 %
1.000 €1.000 €318 €31,8 %
1.500 €1.500 €479 €31,9 %
5.000 €5.000 €1.626 €32,5 %
10.000 €10.000 €3.339 €33,4 %
25.000 €25.000 €8.996 €36 %

Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen gegebenenfalls hinzu; sie sind nicht eingerechnet.

Ehepaare: je Ehegatte eine Grenze

Bei der Zusammenveranlagung werden nach § 26b EStG die Einkünfte zusammengerechnet, „die die Ehegatten erzielt haben". Ermittelt werden sie aber für jeden Ehegatten getrennt – und die Freigrenze gehört zu dieser Ermittlung. Es gibt deshalb keine gemeinsame Grenze von 2.000 €. Erzielt einer 1.500 € und der andere nichts, sind 1.500 € steuerpflichtig. Erzielen beide je 900 €, bleiben beide Gewinne frei. Die Steuer rechnet der Rechner dann im Splittingverfahren.