ETFs (Exchange Traded Funds) haben die private Geldanlage in Deutschland revolutioniert. Mit jährlichen Kosten von oft nur 0,1-0,3% sind sie deutlich günstiger als aktiv gemanagte Fonds (1-2% p.a.). Der MSCI World Index hat über die letzten 50 Jahre eine durchschnittliche Rendite von etwa 7-8% pro Jahr erzielt - nach Inflation immer noch rund 5%.
Der Zinseszins-Effekt ist entscheidend: Wer monatlich 300 Euro in einen breit gestreuten Aktien-ETF investiert, hat bei 7% jährlicher Rendite nach 30 Jahren etwa 340.000 Euro - davon sind nur 108.000 Euro eigene Einzahlungen. Der Rest von über 230.000 Euro entsteht durch den Zinseszins-Effekt. Je früher Sie anfangen, desto stärker wirkt dieser Hebel.
Steuern berücksichtigen: Auf ETF-Erträge fällt in Deutschland die Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag (insgesamt 26,375%) an. Allerdings gilt seit 2018 die Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs sind 30% der Erträge steuerfrei. Außerdem steht jedem Anleger ein Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr zu (2.000 Euro bei Ehepaaren). Richten Sie unbedingt einen Freistellungsauftrag bei Ihrem Broker ein.
Thesaurierend vs. ausschüttend: Thesaurierende ETFs legen Dividenden automatisch wieder an und verstärken den Zinseszins-Effekt. Ausschüttende ETFs zahlen Dividenden auf Ihr Konto aus. Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs in der Regel vorteilhafter.
Praxistipp: Starten Sie mit einem einzigen breit gestreuten ETF auf den MSCI World oder FTSE All-World. Erst ab einem Depotvolumen von 50.000 Euro lohnt sich eine differenziertere Aufteilung. Die wichtigste Entscheidung ist nicht welchen ETF Sie wählen, sondern dass Sie überhaupt anfangen und durchhalten.