Die Rentenlücke ist eines der größten finanziellen Risiken für Arbeitnehmer in Deutschland. Das aktuelle Rentenniveau liegt bei etwa 48% des Durchschnittseinkommens - Tendenz sinkend. Wer heute 3.000 Euro netto verdient, erhält nach 45 Beitragsjahren eine gesetzliche Rente von ungefähr 1.500-1.800 Euro. Die Differenz zum gewohnten Lebensstandard muss privat gedeckt werden.
Die drei Säulen der Altersvorsorge: Das deutsche Rentensystem basiert auf drei Säulen: der gesetzlichen Rentenversicherung, der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) und der privaten Vorsorge. Seit 2002 haben Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung in der bAV. Bis zu 302 Euro monatlich (2024) können steuer- und sozialabgabenfrei in eine Direktversicherung fließen - ein enormer Vorteil gegenüber privater Vorsorge.
Wie hoch ist Ihre Rentenlücke? Als Faustregel benötigen Rentner etwa 80% ihres letzten Nettoeinkommens, um den Lebensstandard zu halten. Manche Kosten fallen weg (Berufskleidung, Pendeln), andere steigen (Gesundheit, Freizeit). Prüfen Sie Ihre jährliche Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung - dort steht Ihre voraussichtliche Rente bei Weiterbeschäftigung bis zum Rentenalter.
Früh anfangen zahlt sich massiv aus: Wer mit 25 Jahren beginnt, monatlich 200 Euro bei 6% Rendite anzulegen, hat mit 67 etwa 380.000 Euro. Wer erst mit 40 anfängt, müsste für dasselbe Ergebnis 550 Euro monatlich investieren. Der Zinseszins-Effekt ist der stärkste Verbündete bei der Altersvorsorge.
Praxistipp: Nutzen Sie zunächst alle staatlich geförderten Möglichkeiten: Arbeitgeber-Zuschuss zur bAV (mindestens 15% seit 2022), Riester-Zulagen (175 Euro Grundzulage plus 300 Euro pro Kind), und den Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro. Erst wenn diese ausgeschöpft sind, investieren Sie darüber hinaus privat - am besten in kostengünstige ETF-Sparpläne.